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Kitas: Grüne fordern Qualitätsoffensive

Die Grünen im bayerischen Landtag haben ihre Vorschläge vorgestellt, mit denen die Kita-Betreuung verbessert werden soll.
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Die Grünen-Fraktion im bayerischen Landtag will die Qualität der Kitas verbessern. Symbolbild: Fredrik Von Erichsen/dpa
Die Grünen-Fraktion im bayerischen Landtag will die Qualität der Kitas verbessern. Symbolbild: Fredrik Von Erichsen/dpa

Die Grünen-Fraktion im bayerischen Landtag hat am Montag ihre Vorschläge für eine "Qualitätsoffensive" in der Kindertagesbetreuung vorgestellt. So wollen die Grünen beispielsweise den aktuell gültigen Mindestbetreuungsschlüssel von einer Erzieherin pro elf Kindern ab drei Jahren auf 1:10 absenken, den empfohlenen Personalschlüssel von derzeit 1:10 auf 1:8, wie die Grünen-Fraktion mitteilte. Das vermeldet der evangelische Pressedienst (epd).

Kitas sollen keine Verwahranstalten sein

Für die Krippe, also für Kinder unter drei Jahren, soll der Mindestschlüssel demnach auf 1:5 steigen, empfohlen werden soll ein Personalschlüssel von 1:4. Kitas seien "wichtige Bildungs- und Erziehungseinrichtungen", daher dürften sie nicht zu "besseren Verwahranstalten" werden.

Zudem wollen die Grünen die Kita-Leitungen stärken und ihnen mehr Zeit für ihre Leitungsaufgaben zur Verfügung stellen. Jede Leitung sollte dafür mindestens 20 Wochenstunden zur Verfügung haben, das ist etwa eine halbe Vollzeitstelle. Ab 40 Vollzeit-Betreuungsplätzen in einer Einrichtung soll pro Kind eine viertel Wochenstunde zu diesen 20 Stunden hinzukommen.

In Kitas mit mehr als 80 Vollzeitplätzen müsse die Leitung vollständig freigestellt sein. Diese Vorgaben für die Leitung müsse bei der Berechnung des Stellenschlüssels für die pädagogische Arbeit berücksichtigt werden. Das heißt: In der Zeit, in der eine Leitung nicht mit Kindern arbeitet, wird sie auch nicht mit eingerechnet.

Grüne fordern bessere Bedingungen für Erzieher

Darüber hinaus wollen die Grünen, dass sich die Arbeitsbedingungen für Erzieherinnen und Erzieher verbessern, die Ausbildung soll zudem reformiert werde, die Kitas im Freistaat sollen länger geöffnet haben und die staatliche Kita-Förderung erhöht werden. Zugleich kritisierten die Grünen, dass die Staatsregierung die Mittel aus dem Gute-Kita-Gesetz des Bundes nicht in die Qualitätsverbesserung der Einrichtungen sondern in die Senkung der Elternbeiträge gesteckt werden. Damit würden "die Weichen in die völlig falsche Richtung gestellt", hieß es in der Mitteilung der Grünen.

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