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Grafenrheinfeld
Kommentar

Kernkraft verursacht zwiespältige Gefühle

Über 300 Milliarden Kilowattstunden Strom hat das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld bisher produziert - es sichert einen Großteil der in Bayern benötigten Grundlast. Doch die Angst vor der Kernkraft ist stärker als jede Nutzenkalkulation.
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Das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld produziert verlässlich Strom - aber auch strahlende Abfälle. Foto: David Ebener/dpa
Das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld produziert verlässlich Strom - aber auch strahlende Abfälle. Foto: David Ebener/dpa
Sie wirken beim Blick ins Maintal nahe Schweinfurt wie zwei überdimensionierte Gewürzstreuer - die beiden Kühltürme des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld. Die austretenden riesigen Dampfschwaden signalisieren eindrucksvoll, ob sich die Anlage in Betrieb befindet oder gerade still steht.

Seit der Inbetriebnahme im Jahr 1982 dampfte es meistens in Grafenheinfeld. Über 300 Milliarden Kilowattstunden Strom wurden bislang produziert Weltweit zählt die Anlage zu denen mit der höchsten Verfügbarkeitsrate. Gleich im ersten vollen Betriebsjahr 1983 produzierte Grafenrheinfeld 9,96 Milliarden Kilowattstunden Strom - mehr als jede andere Anlage weltweit. Ein Großteil der im Freistaat benötigten Grundlast wird nach wie vor von Unterfranken aus sichergestellt. Bis 2015 eben. Das alles hört sich nach einer Erfolgsgeschichte an.

Wäre da nicht die Kehrseite der Medaille. Die Sorge vor möglichen Risiken der Anlage.
Ängste, die sich mit Tschernobyl und Fukushima verstärkten. Ängste, gegen die auch Betreiber mit Hinweisen auf den hohen Sicherheitsstandard deutscher Atomkraftwerke nichts auszurichten vermochten. Nicht zuletzt deshalb, weil auch die Frage der Endlagerung radioaktiver Abfälle bis heute nicht zufriedenstellend beantwortet werden kann.

Vielleicht haben die Grafenrheinfelder ja Glück und die zwei Kühltürme fallen nach Betriebsende als erstes. Dann gäbe es wieder freie Sicht ins Maintal.