Die Inzidenzen sinken deutschlandweit weiterhin. Bei einer Kabinettssitzung in München wurden am Dienstag (29. Juni) weitere Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen im Freistaat beschlossen.

Ministerpräsident Markus Söder, Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo verkündeten bei einer Pressekonferenz um 13 Uhr, was ab 1. Juli in Bayern gilt.

Schulen: Keine Maskenpflicht mehr bei einer Inzidenz unter 25

In Bayern entfällt künftig an sämtlichen Schulen die Maskenpflicht. Nach den bayerischen Grundschülern müssen auch Kinder und Jugendliche an weiterführenden Schulen am Sitzplatz keinen Mund-Nasen-Schutz mehr tragen, sofern die regionale Sieben-Tage-Inzidenz unter 25 liegt.

Das hat das bayerische Kabinett am Dienstag in München beschlossen, wie Ministerpräsident Markus Söder (CSU) anschließend mitteilte. Es solle dabei empfohlen werden, dreimal statt zweimal pro Woche einen Corona-Test zu machen.

Abschlussklassen bekommen in diesem Jahr im Freistaat einen Sommerpass 2021. Damit bekommen die Absolventen freien Eintritt in staatliche Schlösser und Museen sowie kostenlose Mitfahrten bei Bayerischer Seenschifffahrt. Um den Sport für Kinder in Bayern zu fördern, übernimmt der Freistaat die Jahresmitgliedschaft für alle bayerischen Grundschüler im Schuljahr 2021/22 bei Neueintritt in einen Sportverein und fördert das Schwimmabzeichen "Seepferdchen".

Lüftungsanlagen für Klassenzimmer: Freistaat erstattet Kommunen 50 Prozent

Den Corona-Schutz an Schulen will das Kabinett mit Luftreinigern verstärken: Bis zum Herbst soll es in allen bayerischen Klassenzimmern solche Geräte geben. Das Kabinett beschloss, dass der Freistaat den Kommunen dafür 50 Prozent der Anschaffungskosten erstatten wird. Der Ausbau sei eine Gemeinschaftsausgabe, sagte Söder. Derzeit gebe es rund 14 000 Schulkassen, die mit Filteranlagen ausgebaut seien, in Kitas seien es rund 1000. "Wir möchten, dass das ausgebaut wird." Im Freistaat lernen rund 1,65 Millionen Schülerinnen und Schüler in etwa 75 000 Klassen an knapp 6200 Schulen.

Kultur- und Sportveranstaltungen: Bis zu 1500 Zuschauer erlaubt

Außerdem lockert Bayern die Corona-Schutzmaßnahmen für Kultur- und Sportveranstaltungen weiter. Unter Einhaltung entsprechender Hygienekonzepte sind im Freien statt bisher 500 künftig bis zu 1500 Zuschauer erlaubt, davon bis zu 200 auf Stehplätzen mit Mindestabstand. In Hallen und Theatern sind weiterhin so viele Zuschauer erlaubt, wie bei Einhaltung von jeweils mindestens 1,5 Metern Abstand möglich sind, höchstens aber 1000. Die Regelungen gelten auch für Tagungen und Kongresse.

Vor allem die Amateur-Fußballvereine hatten den Öffnungsschritt lange ersehnt und eingefordert. Der FC Schweinfurt hatte sogar versucht, sich für ein Relegationsspiel eine höhere Zuschauerzahl zu erklagen.

Sperrstunde in der Gastronomie: Von 24 Uhr auf 1 Uhr 

Die Sperrstunde in der Gastronomie wird laut Kabinettsbeschluss von Mitternacht auf 1.00 Uhr verlängert. Bisher durften Gäste nur bis 24 Uhr in den Gaststätten bleiben. Es werde aber in diesem Jahr "keine Volksfeste" geben, sagte Söder, "auch kleinere nicht".

Außerdem verkündete Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, dass überregionale Märkte mit entsprechenden Schutz- und Hygienekonzepten wieder zugelassen werden.

Bundesnotbremse entfällt ab 1. Juli 

Zum 1. Juli 2021 entfällt die Bundesnotbremse (§ 28b IfSG). Damit gibt es keine bundesrechtliche Regelung mehr für Gebiete mit einer 7-Tage-Inzidenz größer als 100. Sollten einzelne Landkreise oder kreisfreie Städte künftig wieder eine 7-Tage-Inzidenz größer als 100 aufweisen, gelten auch dort künftig die bayerischen Regelungen, die für den Inzidenzbereich zwischen 50 und 100 Anwendung finden (z. B. Kontaktbeschränkung auf den eigenen und zwei weitere Hausstände, Veranstaltungen max. 25 Personen indoor und 50 Personen outdoor, Testnachweiserfordernisse in Gastronomie, Beherbergungswesen, Sport und Kultur). Die zuständige Kreisverwaltungsbehörde hat in diesem Fall zusätzliche geeignete Infektionsschutzmaßnahmen durch Allgemeinverfügung zu erlassen.