Ingolstadt
Zirkus

Nach Petition mit 100.000 Unterzeichnern: Ingolstadt verbietet Zirkusse mit Wildtieren

In Ingolstadt gilt künftig ein generelles Auftrittsverbot für Zirkusse mit gefährlichen Wildtieren. Das hat der Stadtrat jetzt beschlossen. Hintergrund ist eine Auftrittsanfrage des Circus Krone. Dessen Tierschutzbeauftragter reagierte mit Unverständnis und Kritik.
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In Ingolstadt gibt es jetzt ein Auftrittsverbot für Zirkusse mit gefährlichen Wildtieren. Auch Elefanten zählen dazu.  Symbolfoto: Franziska Kraufmann/dpa
In Ingolstadt gibt es jetzt ein Auftrittsverbot für Zirkusse mit gefährlichen Wildtieren. Auch Elefanten zählen dazu. Symbolfoto: Franziska Kraufmann/dpa

In Ingolstadt dürfen künftig keine Zirkusse mehr gastieren, in denen gefährliche Wildtiere wie Bären, Elefanten oder Raubkatzen Kunststücke aufführen. Darunter fallen auch Flusspferde, Giraffen, Nashörner, Primaten ab Makakengröße und Wölfe. Zumindest für städtische Flächen hat der Stadtrat ein generelles Auftrittsverbot beschlossen.


Knappe Mehrheit im Stadtrat für generelles Auftrittsverbot

Die Abstimmung ging mit 24 zu 22 Stimmen durchaus knapp aus. Das Verbot soll für alle künftigen Anfragen gelten, wie ein Stadtsprecher am Freitag sagte. Hintergrund der Entscheidung vom Donnerstagabend war eine Anfrage des Circus Krone für Weihnachten 2019. Der Verbotsantrag dazu kam von den Grünen. Mit der Beschränkung solle neben dem Tierschutz vor allem den Gefahren, die mit der Haltung dieser Tierarten in mobilen Einrichtungen einhergehen, Rechnung getragen werden. Bereits geschlossene Verträge bleiben unberührt, hieß es in dem Antrag.

Zuerst hatte der "Donaukurier" darüber berichtet. Dem Bericht zufolge zeigte sich Frank Keller, der Tierschutzbeauftragte des Circus Krone, sehr überrascht und enttäuscht über das Abstimmungsergebnis: "Dann gehen wir eben in die Städte, in denen wir noch erwünscht sind", sagte er. Auch erhob Keller schwere Vorwürfe gegenüber den Verbotsbefürwortern, die sich von Tierschützern "instrumentalisieren haben lassen". Gemeint waren Gruppen wie Peta und die Aktionsgruppe Tierrechte Bayern, deren Online-Petition mehr als 100.000 Menschen unterzeichnet hatten. "Die haben von Tierhaltung keine Ahnung", sagte Keller dem "Donaukurier".


Verbot von Wildtier-Zirkussen - auch Ansbach und 99 weitere Städte sind dabei

Den Grünen zufolge haben sich bereits 100 Städte in Deutschland entschieden, dass auf ihren Flächen künftig nur noch Zirkusse ohne gefährliche Wildtiere auftreten dürfen. Zuletzt hatte der Stadtrat in Ansbach solch ein Verbot beschlossen. dpa/ak



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