Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt am Dienstag vor weiteren Unwettern im südlichen Oberbayern und dem Allgäu. Südlich der Donau werde es am Dienstagmittag und -nachmittag Schauer und vereinzelt Gewitter geben, teilten die Meteorologen am Dienstagvormittag in München mit. In der Alpenregion rechnen sie mit länger anhaltendem Regen als in anderen Teilen des Freistaats.

Lokal seien am südlichen Rand Bayerns Niederschlagsmengen bis zu 25 Liter pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde möglich. Insgesamt nehme die Starkregengefahr in Bayern gegenüber dem Vortag aber ab, hieß es.  

Update vom 31.08.2021: Hochwasser in Oberbayern - Lage entspannt sich, doch neuer Starkregen kündigt sich an

Nach dem starken Regen im nördlichen Oberbayern hat sich die Lage in der Nacht entspannt. Das teilten einige Polizeidienststellen aus betroffenen Gebieten am Dienstag (31. August 2021) mit. "Grundsätzlich ist die Lage entspannter", sagte eine Sprecherin der Polizei in Dorfen (Landkreis Erding).

Am Abend habe die Polizei dort keine größeren Einsätze verzeichnet. Auch die Einsatzkräfte in Geisenfeld im Kreis Pfaffenhofen und Moosburg (Kreis Freising) berichteten von keinen weiteren Einsätzen in der Nacht.

Hochwasser nach Starkregen in Oberbayern: So ist die Lage

Am Montag waren in Oberbayern zahlreiche Keller vollgelaufen und Straßen überschwemmt worden. Die Stadt Dorfen rief gar den Katastrophenfall aus. In einem Ortsteil mussten rund 250 Menschen ihre Häuser verlassen. Für das südliche Oberbayern hatten der Hochwassernachrichtendienst und der DWD vor Dauerregen und Überschwemmungen gewarnt.

Besonders betroffen war zudem der nördliche Landkreis Freising: In der Gemeinde Au in der Hallertau rückte die Feuerwehr laut einem Sprecher bis Montagnachmittag mehr als 50 Mal aus. Auch im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm gab es Überschwemmungen. Am Nachmittag meldeten die Landratsämter in Freising und Pfaffenhofen dann eine Entspannung der Lage.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt am Dienstag erneut vor Dauerregen, die Landkreise nördlich von München wie Freising oder Erding sollen aber kaum betroffen sein. In den Regionen am Alpenrand - vom Berchtesgardener Land bis ins Allgäu - drohen jedoch Hochwasser oder sogar Erdrutsche.

Ursprüngliche Meldung vom 31.08.2021: Katastrophenfall ausgerufen - Hochwasser in Teilen Oberbayerns

Nach Starkregen sind am Montag (30. August 2021) im nördlichen Oberbayern zahlreiche Keller vollgelaufen und Straßen überschwemmt worden. In der Stadt Dorfen (Landkreis Erding) wurde sogar der Katastrophenfall ausgerufen. Im Ortsteil Oberdorfen hätten rund 250 Menschen ihre Häuser verlassen müssen, teilte die Stadt mit. Die Betroffenen seien in einer Turnhalle untergekommen. Die Feuerwehren seien mit 600 Einsatzkräften vor Ort, um vollgelaufene Keller leer zu pumpen und überflutete Straßen wieder freizubekommen. Rund 2300 Sandsäcke wurden gefüllt, um die Ortschaft zu schützen.

Die Kreisbehörde machte klar, dass die Evakuierung in Dorfen auch vorsorglich geschehen sei. "Aber wir wollen und müssen sichergehen, die jüngsten Ereignisse in Deutschland zeigen das", sagte Landrat Martin Bayerstorfer (CSU). Darüber hinaus war der nördliche Landkreis Freising besonders von Überflutungen betroffen. Allein in der Gemeinde Au in der Hallertau rückte die Feuerwehr nach Angaben eines Sprechers bis zum Montagnachmittag zu mehr als 50 Einsätzen aus. "Das Wasser stand in manchen Kellern bis zu zwei Meter hoch", sagte der Sprecher. Mehrere Straßenzüge waren überflutet, nachdem unter anderem die Abens über die Ufer getreten war. Meldungen zu Verletzten gab es zunächst nicht.

Auch im benachbarten Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm kam es in Folge der starken Regenfälle zu Überschwemmungen. Dort war nach Angaben des Landratsamts vor allem die Gemeinde Wolnzach von den Überschwemmungen betroffen. Es seien nach bis zu 60 Liter Regen pro Quadratmeter in der Nacht mehrere Keller vollgelaufen, teilte das Landratsamt mit. Viele Feuerwehren seien im Einsatz. "In der Wolnzach haben wir derzeit noch hohe Abflussmengen, da die Böden gesättigt sind und kaum mehr Wasser aufnehmen können", sagte Matthias Krenauer von der Abteilung Katastrophenschutz am Landratsamt.

Die Therme Erding musste nach Angaben eines Sprechers etwa 400 Gäste des angeschlossenen Hotels in anderen Betrieben unterbringen, nachdem der Keller des Gebäudes mit Wasser vollgelaufen war. Dort sei in der Folge der Strom ausgefallen, auch das Wellenbad der Therme funktioniere deshalb nicht mehr, sagte der Sprecher. Wie lange die Reparaturen dauern werden, war zunächst unklar. Die Polizei meldete am Montag ebenfalls mehrere unwetterbedingte Einsätze in der Region. Unter anderem sei die Autobahn 94 nach einem Erdrutsch zwischen Lengdorf (Landkreis Erding) und Dorfen voll gesperrt worden, sagte ein Polizeisprecher. Die Aufräumarbeiten zogen sich über mehrere Stunden bis zum Nachmittag hin.

Nachdem die Flüsse Ilm und Abens an den Pegeln in Geisenfeld und Mainburg am Montagnachmittag die höchste Hochwassermeldestufe vier erreichten, meldeten die Landratsämter in Freising und Pfaffenhofen eine allmähliche Entspannung der Lage vor Ort. Der benachbarte niederbayerische Landkreis Kelheim warnte aber weiter vor einem möglichen Hochwasser der Meldestufe drei. Auch im südlichen Oberbayern warnten der Hochwassernachrichtendienst und der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor ergiebigem Dauerregen und möglichen Überschwemmungen. Vor allem im Chiemgau seien bis Dienstagabend Niederschlagsmengen von bis zu 80 Litern pro Quadratmeter möglich, teilte der DWD am Montag mit. Nachdem in etwa die gleiche Menge in Teilen der Region schon seit Samstagmorgen gemessen wurde, warnte der Wetterdienst am Montag vor möglichem Hochwasser an Bächen und kleineren Flüssen sowie Überflutungen von Straßen. Es könne auch zu Erdrutschen kommen.