Der Schrecken sitzt noch tief, aber das Wasser läuft langsam zurück. In Berchtesgaden wird nach den zerstörerischen Fluten des Wochenendes aufgeräumt. Das an Hochwasser gewöhnte Niederbayern kam diesmal glimpflich davon.

So ist die aktuelle Lage in den betroffenen Gebieten. 

Update vom 19.07.2021, 19.05 Uhr: Verkehrsministerin verspricht schnelle Wiederherstellung der Infrastruktur

Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) sagte am Montag bei einem Besuch in der vom Hochwasser betroffenen Gemeinde Bischofswiesen: "Wir müssen schnellstmöglich schauen, dass wir die Infrastruktur wiederherstellen."

Es werde "Manpower" aus verschiedenen Bauämtern zusammengezogen, um die Staatsstraßen instandzusetzen. Von der Deutschen Bahn erwarte sie, dass diese schnell einen Schienenersatzverkehr auf den Weg bringe.

Bei der Kabinettssitzung am Dienstag soll es eine Bestandsaufnahme geben: "Was ist alles kaputt und wo kann man helfen?"

Update vom 19.07.2021, 17.07 Uhr: Hochwasser fließt langsam ab

Es gelang, die Schäden etwa an der öffentlichen Infrastruktur vergleichsweise gut im Griff zu behalten. Nur vereinzelt waren Haushalte ohne Strom, teilte die Bayernwerk AG mit. Für 350 Betroffene konnte bereits am Sonntag die Energieversorgung wieder sichergestellt werden.

Der Starkregen sei angekündigt gewesen. «Trotzdem hat uns die Wucht der Wassermassen sehr überrascht, auch wie schnell die Keller letztlich vollgelaufen sind», sagte Gertraud Rieger aus Schönau am Königssee.

Starkregen war angekündigt

Trotz des Schrecks sieht Rieger aber auch etwas Gutes. «Diese Solidarität in unserer Gesellschaft ist unfassbar», sagte sie. «Jeder hat geholfen, und das ist das Schöne an solchen Ereignissen, dass man unglaublich zusammenhält.»

In der Dreiflüsse-Stadt Passau hatte man sich auf Schlimmeres eingestellt. Donau und Inn stiegen jedoch nicht so stark an, wie befürchtet. Am Montag sank dort der Wasserstand der Donau von Stunde zu Stunde und lag um 11.45 Uhr bei 8,03 Metern, weit unterhalb der höchsten Hochwasserwarnstufe von 8,50 Metern.

Update vom 19.07.2021, 13.53 Uhr: Weitere Flut-Katastrophe bleibt aus

Nach der Hochwasser-Katastrophe am Wochenende im Südosten Bayerns atmen die Menschen jetzt wieder auf. «Wir sind mit Aufräumarbeiten beschäftigt», sagte am Montag ein Sprecher der Feuerwehr Berchtesgaden. Auch die Bundeswehr half mit rund 100 Kräften, Häuser und Straßen von Schlamm, Erde und Geröll zu befreien. Nach heftigen Unwettern mit Starkregen waren manche Orte in der beliebten Urlaubsregion rund um Watzmann und Königssee von Wasserfluten und Erdrutschen regelrecht verwüstet worden.

Anlass zur Hoffnung geben die Wetteraussichten. Bis auf einzelne kurze Schauer soll es in den kommenden Tagen trocken bleiben. Unwetter seien derzeit nicht in Sicht, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Stattdessen schien die Sonne.

Lage in Berchtesgaden, Schönau am Königssee, Ramsau, Bischofswiesen

Doch noch gibt es für viele Menschen etwa in Berchtesgaden, Schönau am Königssee, Ramsau, Bischofswiesen und Markt Schellenberg keine Normalität. Der Katastrophenfall gelte weiter, teilte das Landratsamt Berchtesgadener Land mit. Das Hauptaugenmerk liege auf den Aufräumarbeiten und auf den geologischen Untersuchungen. Damit sollen Hänge überprüft werden, ob sie möglicherweise abrutschen könnten.

Flüsse wie die Berchtesgadener Ache hatten sich in reißende Ströme verwandelt. Auch von den Bergen schoss Wasser ins Tal. Häuser liefen voller Wasser und Schlamm, manche drohten gar, einzustürzen. Hänge rutschten ab, Teile von Straßen brachen weg, Bahngleise wurden verschüttet oder überflutet. Mehr als 160 Menschen mussten aus ihren Häusern in Sicherheit gebracht werden. Manche der Gebäude seien noch nicht wieder freigegeben, meldete das Landratsamt. Einige Schulen und Kitas waren am Montag noch zu, sollen aber am Dienstag wieder öffnen.

Update vom 19.07.2021, 12.22 Uhr: Bürgermeister von Simbach findet "Unwetter-Warnungen sind immer schwierig"

Klaus Schmid, Bürgermeister von Simbach am Inn, das vor fünf Jahren von einer Flut verwüstet worden war, sieht die aktuelle Kritik am Katastrophenschutz mit gemischten Gefühlen. «Ich denke nicht, dass der Katastrophenschutz versagt hat. Es ist eine sehr, sehr schwierige Sache, die Warnungen zeitgerecht hinzubekommen», sagte der CSU-Kommunalpolitiker am Montag der Deutschen Presse-Agentur. «Das sind Ereignisse, die sehr kurzfristig kommen. Es ist auch gefährlich, Vorwarnungen auszusprechen, die dann die Bevölkerung durcheinander bringen.» Die Menschen müssten die Warnungen auch annehmen.

Die Stadt in Niederbayern mit rund 10 000 Einwohnern wurde im Juni 2016 überflutet, weil der kleine Bach Simbach in Sturzfluten über die Ufer trat. Fünf Menschen starben. «Es war eine Wetterlage angesagt, aber am Ende waren nicht zwei Gewitterzellen über uns, sondern 40», sagte Schmid. «Irgendwo ist immer die Hoffnung und der Glaube da, dass es nicht so schlimm kommt.»

Simbach habe nach der Flut zum Beispiel Sirenen beantragt, mit denen auch Durchsagen gemacht werden können. Erst jetzt, nach fünf Jahren, sei man kurz davor, sie zu installieren. «Das ist eine langwierige Sache, ein schwieriges Unterfangen (...), bis das Ganze genehmigt ist, bis die Förderung geklärt ist.» Insgesamt kosteten die Hochwassermaßnahmen, bei denen dem Bach mehr Platz gegeben wird, rund 40 Millionen Euro. Das alles aufzubauen, dauere normalerweise sieben bis acht Jahre, sagte Schmid der dpa.

Update vom 19.07.2021, 11.05 Uhr: Dramatisches Hochwasser in Passau bleibt aus

Nach dem verheerenden Unwetter im Südosten Bayerns war auch in Passau eine Hochwasser-Katastrophe befürchtet worden - doch die Lage hat sich mittlerweile entspannt.

Auch der Inn bereitet derzeit keine Sorgen. Einzelne Bereiche der Stadt wurden zwar überschwemmt. Von katastrophalen Zuständen sei man aber zum Glück noch entfernt, sagte ein Polizeisprecher am Morgen. Die Feuerwehr rechnet damit, dass am Abend oder spätestens am Dienstag die Aufräumarbeiten beginnen können.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) forderte mehr Anstrengungen beim Klimaschutz. «Wir brauchen schon einen Klima-Ruck in Deutschland», sagte er am Montagmorgen im ARD-Morgenmagazin. Das Unwetter mit verheerenden Folgen vor allem in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, aber auch im Südosten Bayerns nannte er einen Weckruf. In Sekundenbruchteilen habe ein Starkregen-Ereignis zu einem «Geröll-, Schlamm- und Muren-Tsunami» geführt.

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Update vom 19.07.2021, 10.08 Uhr: Passauer Feuerwehr rettet Schlauchbootfahrer aus Donau-Hochwasser

Während des Hochwassers sind in einer dramatischen Rettungsaktion zwei Schlauchbootfahrer aus der Donau bei Passau gerettet worden. Die Männer seien am Sonntagabend (18.07.2021) mit ihren Booten abgetrieben und gekentert, sagte ein Sprecher der Wasserpolizei am Montagmorgen. Nach Auskunft der Feuerwehr konnten sich die Männer an Treibholz festklammern. Es hatte sich am Ufer der unbewohnten Donau-Insel Soldatenau verfangen, die schon zu Österreich gehört.

Menschen hatten die Hilferufe der Schiffbrüchigen gehört und die Rettungskräfte alarmiert. Die Feuerwehr sei wegen des Hochwassers gerade in der Nähe gewesen und habe die beiden mit einem Boot rechtzeitig retten können. Nach Informationen der Rettungskräfte gehörten die Männer zu einer Gruppe von vier Leuten, die wohl in Plattling gestartet waren, jeder mit einem eigenen Schlauchboot. Wegen des Hochwassers eine dumme Idee, wie ein Polizeisprecher kommentierte. "Das ist lebensgefährlich."

Update vom 19.07.2021, 8 Uhr: Hochwasserlage in Bayern entspannt sich etwas

Die Lage in den Hochwassergebieten im Süden und Osten Bayerns hat sich etwas entspannt. In Passau lag der Pegel der Donau am frühen Montagmorgen bei 8,18 Metern und damit unterhalb der höchsten Hochwasserwarnstufe von 8,50 Metern. Von katastrophalen Zuständen sei man zum Glück noch entfernt, sagte ein Sprecher der Polizei in Passau am Montag.

Auch im besonders stark von Unwettern getroffenen Berchtesgadener Land konnten die Menschen etwas aufatmen. «Die Nacht verlief ruhig», hieß es bei der Feuerwehr. Die Helfer seien jetzt mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Anlass zur Hoffnung geben auch die Wetteraussichten. Bis auf einzelne kurze Schauer soll es in den kommenden Tagen trocken bleiben. Unwetter seien derzeit nicht in Sicht, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Update vom 19.07.2021 um 6.45 Uhr: Hochwasser in Bayern - Weitere Fluten oder vorsichtiges Aufatmen?

Im Berchtesgadener Land in Oberbayern gingen einem Polizeisprecher zufolge in der Nacht zum Montag die Regenfälle zurück. Dort hatte die Wucht des Wassers am Wochenende mit voller Kraft zugeschlagen, weil der Fluss Ache über die Ufer trat. Mehr als 160 Menschen mussten in der Urlaubsregion rund um den Königssee aus ihren Häusern in Sicherheit gebracht werden, wie eine Sprecherin des Landratsamtes am Sonntagabend erklärte. Ein Geologe prüfe stets die Hänge, ob es dort zu Abrutschen kommen könne. Vorsichtigen Anlass zur Hoffnung gibt die Prognose des Deutschen Wetterdienstes (DWD), der für Montag das «Ende der Dauerregenlage» erwartet.

In Passau schaute man derweil mit bangen Blicken auf Donau und Inn. Am Sonntagabend betrug der Pegel an der Donau 8 Meter, das entspricht der zweithöchsten Warnstufe, wie die Stadt mitteilte. In der Nacht zum Montag blieb der Pegelstand zunächst deutlich unter der Marke von 8,50 Meter, ab der die Hochwasserwarnstufe vier gilt. Prognosen des Hochwassernachrichtendienstes hatten zuvor einen Anstieg des Pegelstands in der Nacht auf maximal 8,65 Meter nahegelegt.

Vorsorglich seien Fahrzeuge an den Ufern entfernt worden, man rechne aber mittlerweile mit einer Beruhigung der Lage, sagte ein Polizeisprecher am frühen Montagmorgen. «So wie es aktuell ausschaut, haben wir alles im Griff.»

Update vom 18.07.2021 um 16.45 Uhr: Scholz und Söder versprechen Opfern schnelle Hilfe 

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat schnelle Hilfe des Bundes für die Flutopfer in Deutschland versprochen. Man orientiere sich bei den Soforthilfen an der letzten Flut, also an etwa 400 Millionen Euro, sagte Scholz am Sonntag bei einem Besuch im bayerischen Hochwassergebiet in Schönau am Königssee. "Wir sind bereit, unseren Anteil zu leisten." Insgesamt bewegten sich die Ausgaben für die verheerenden Schäden in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen allerdings im Milliarden-Bereich. Angesichts des Klimawandels sei es besonders wichtig, dass Deutschland ein klimaneutrales Industrieland werde. Sonst würden die Menschen solche Katastrophen immer wieder treffen.

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat den vom Hochwasser betroffenen Menschen in Südostbayern Hilfe und Unterstützung zugesichert. "Wir lassen da niemanden allein, ganz sicher nicht", sagte Söder am Sonntagnachmittag in Schönau am Königssee. Unabhängig von in Aussicht gestellten Hilfen des Bundes werde man auch in Bayern überlegen, wie man helfen könne. "Wir trauern um alle Opfer, wir beten mit den Angehörigen, wir wünschen allen, die noch betroffen sind, alles Gute", sagte Söder. Zudem dankte er den Rettungskräften, die Übermenschliches leisteten.

Mit Blick auf das Hochwasser im Westen Deutschlands sprach Söder von einer "absoluten Super-Katastrophe". In Relation dazu sei die Situation in Bayern nun zwar "sehr, sehr schlimm", wenn auch nicht ganz so dramatisch. Für die einzelnen Betroffenen sei es aber genau gleich schlimm. "Deswegen muss uns jedes Schicksal wertvoll sein." Söder mahnte, man müsse nun sowohl bei Klimaanpassungsmaßnahmen als auch beim Klimaschutz das Tempo beschleunigen. Bis 2040 wolle Bayern klimaneutral werden, «und da werden wir uns richtig anstrengen müssen dafür», sagte der CSU-Chef. Aber auch wenn Klimaschutz teuer sei: "Am Ende sind die Kosten des Nichtstuns viel, viel teurer."

Update vom 18.07.2021 um 15 Uhr: DWD warnt weiterhin vor Dauerregen - Unwetterlage bleibt dramatisch

Kaum Entspannung im Berchtesgadener Land: Am zentralen und östlichen Alpenrand wird bis in die Nacht zu Montag durchgehend Regen erwartet. Am stärksten sei der Regen in den Berchtesgadener Alpen, wo noch einmal bis zu 70 Liter pro Quadratmeter, in Staulagen sogar 120 Liter pro Quadratmeter zu erwarten seien, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit. Besonders im niederbayerischen Passau sollten die Wasserstände dem DWD zufolge weiter steigen. Die maximalen Werte würden für die Nacht erwartet. Es könne knapp die höchste Meldestufe vier erreicht werden, derzeit bestehe Stufe drei. Diesen Wert erreichten auch Flüsse in anderen Regionen wie in Oberbayern die Salzach im Raum Burghausen (Landkreis Altötting) und die Loisach bei Eschenlohe im Landkreis Garmisch-Partenkirchen.

Erst im Laufe der Nacht klingt der Regen nach Prognosen des DWD ab. Am Montag soll sich die Wetterlage dann beruhigt haben. Mittlerweile sind Ministerpräsident Markus Söder und Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) und Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) im Hochwassergebiet in Südostbayern eingetroffen.

Sie wurden nach Angaben eines Sprechers zunächst in Berchtesgaden von Landrat und Einsatzleiter über die aktuelle Situation informiert. Anschließend wollten sie sich auch in Schönau am Königssee ein Bild von der Lage machen. Dort ist am Nachmittag auch ein Pressetermin geplant, an dem auch Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) teilnehmen will.

Polizei mahnt Schaulustige zur Vorsicht

Die Polizei hat im Berchtesgadener Land vor Selfies an Gewässern gewarnt. "Im Zusammenhang mit der Hochwasserlage (...) begeben sich immer wieder Schaulustige in Gefahrenbereiche oder nah an die über die Ufer getretenen Gewässer, um beispielsweise Fotos oder Selfies zu fertigen", hieß es am Sonntag in einer Mitteilung der Polizei Oberbayern und des Landratsamtes Berchtesgadener Land.

Die Menschen sollten dringend den Gewässern fernbleiben. "Begeben Sie sich nicht in die Gefahrenbereiche und behindern die eingesetzten Rettungskräfte."

Insbesondere der Landkreis Berchtesgadener Land wird seit der Nacht schwer von Hochwasser getroffen. Zwei Menschen starben, mehr als 100 Menschen mussten ihre Häuser und Wohnungen verlassen.

Ursprüngliche Meldung vom 18. Juli:

890 Hilfskräfte sind im vom Hochwasser betroffenen oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land derzeit im Einsatz. Inzwischen gebe es viel Unterstützung aus anderen Regionen, sagte Landrat Bernhard Kern (CSU) am Sonntagmorgen (18.07.2021) auf einer Pressekonferenz in Bad Reichenhall. Die örtlichen Hilfskräfte seien seit Samstagabend im Dauereinsatz. 130 Menschen wurden in Sicherheit gebracht, darunter 80 aus einer Siedlung in Schönau am Königssee, sagte Kern. Unklar sei, ob die Siedlung länger gesperrt werden müsse. Auch der Bahnverkehr zwischen Bad Reichenhall und Berchtesgaden ist eingestellt, Straßen sind zum Teil gesperrt.

Zwei Menschen starben in dem Hochwassergebiet. Es sei bei einem Todesfall aber noch unklar, ob der dieser in Zusammenhang mit dem Hochwasser stehe, sagte die Sprecherin des Landratsamt Berchtesgadener Land, Alexandra Rothenbuchner. Auch in der Sächsischen Schweiz gingen gewaltige Regenmassen nieder. Landrat Bernhard Kern (CSU) erklärte am Sonntagmorgen auf einer Pressekonferenz in Bad Reichenhall, dass ein Opfer allerdings an einer natürlichen Ursache verstorben sei. Aber auch das könne mit dem Unwetter zusammenhängen, sagte Kern.

Katastrophenfall in Berchtesgadener Land 

Betroffen waren vor allem die Orte Berchtesgaden, Bischofswiesen, Schönau am Königssee, Marktschellenberg und Ramsau im äußersten Südosten Bayerns. Dort trat das Wasser stellenweise über die Ufer und überflutete Straßen. Hänge rutschten ab. Die Feuerwehr war seit Samstagabend in dem Landkreis im Dauereinsatz.

«Es kommen ständig Notrufe rein», sagte ein Polizeisprecher in Rosenheim. Im Landkreis Berchtesgadener Land seien sämtliche Feuerwehren gefordert. «Die Lage ist unübersichtlich», sagte der Sprecher. «Es regnet stark.» Bundesstraßen seien überflutet oder wegen Murenabgängen gesperrt worden.

Medien berichteten von Rekord-Pegelständen an der Ache - bis 22.00 Uhr lagen sie schon bei etwa 3,75 Metern. Bilder zeigen Straßen, die sich in reißende Bäche verwandeln. Menschen waten knietief im Wasser. Alle paar Hundert Meter sei die Feuerwehr im Einsatz, berichtet ein Augenzeuge. Traktoren räumten Schutt beiseite. Zum Teil stehe das Wasser bis zu 50 Zentimeter hoch.

Reißende Flut wälzt sich durch Hallein in Österreich

Nach sintflutartigen Regenfällen sind währenddessen in Österreich Teile der Innenstadt von Hallein bei Salzburg überflutet. Ein Bach hat sich zu einem reißenden Strom entwickelt, bestätigte die Polizei am Samstag entsprechende Videos, die im Internet zu sehen sind.

«Die Situation ist sehr angespannt, teils dramatisch», sagte ein Polizeisprecher. Allerdings gebe es derzeit keine Hinweise auf Verletzte. Auf den Videos ist zu sehen, wie Autos von den Wassermassen mitgerissen werden.

Sowohl in Salzburg als auch in Tirol und der Bundeshauptstadt Wien waren die Feuerwehren im Dauereinsatz, wie die Agentur APA meldete. Im Stadtgebiet von Hallein sei Zivilschutzalarm ausgelöst worden, ebenso wie in Mittersill im Pinzgau sowie in Kufstein in Tirol. In der Stadt Salzburg wurde der Hochwasserschutz entlang der Salzach aufgebaut, Nach Angaben der Feuerwehr lagen am späten Abend keine Meldungen über Vermisste, Verletzte oder gar Tote vor.

In Kufstein werden die Menschen aufgefordert, Gebäude nicht zu verlassen und sich in höhere Stockwerke zurückzuziehen. Im Stadtgebiet erreichte das Wasser der Zulaufbäche des Inns bereits die Straßen. Wegen möglicher Erdrutsche wurde ein Teil der Felbertauernstraße gesperrt.

In Wien sorgten starker Regen und Gewitter für Hochbetrieb bei den Feuerwehren. Meist wurden die Feuerwehrleute wegen überfluteter Keller oder Unterführungen gerufen, bis zum Sonntagmorgen berichtete die Berufsfeuerwehr von über 500 Einsätzen.