Aus einem Reisebus heraus hat ein Gaffer nach einem Unfall auf der Autobahn 96 einen Verletzten gefilmt - den Gaffer erwartet nun ein Strafverfahren wegen unbefugter Aufnahmen mit einer bis zu zweijährigen Freiheitsstrafe oder Geldstrafe.

Der 41-jährige Münchner filmte aus dem im Stau stehenden Bus mit seinem Handy, wie ein Verletzter zum Rettungswagen transportiert wurde. Ein Polizist entdeckte ihn dabei. "Der Polizist stieg sofort in den Bus, untersagte die Aufnahmen und nahm die Personalien des Mannes auf", teilte eine Sprecherin am Mittwoch mit.

Immer mehr Vorfälle mit Gaffern

Bei dem Unfall zwischen den Anschlussstellen Windach und Greifenberg (Landkreis Landsberg am Lech) wurden am Dienstagnachmittag eine Frau schwer und sieben weitere Personen leicht verletzt. Die Autobahn musste in beide Fahrtrichtungen kurzzeitig gesperrt werden. Laut Polizei kam es zu massiven Behinderungen.

Der Kampf gegen Gaffer beschäftigt die Polizei leider immer öfter: Im März waren rund 60 Gaffer auf eine Lärmschutzwand geklettert um die Bergungsarbeiten nach einem tödlichen Unfall auf A3 zu filmen. Im Januar hatten Gaffer nach einem tödlichen Unfall auf der A8 die Retter behindert. Im Oktober 2018 sollen Gaffer sogar einen sterbenden Familienvater auf der A44 gefilmt haben. Das Verständnis für die Sensationsgier der Schaulustigen hält sich bei den Einsatzkräften naturgemäß in Grenzen: Die Polizei in Dortmund hatte beispielsweise mit einem öffentlichen Statement aufhorchen lassen. Auf Facebook hatte die Polizei die Gaffer persönlich angesprochen.