Ascholtshausen
Tötungsdelikt

Grausiger Fund in Bayern: Polizei entdeckt drei Tote in Wohnung - war es Mord?

Ein Angehöriger machte sich Sorgen, weil er seine Verwandten nicht erreichte: Wenig später fand die Polizei in einem Haus in der Gemeinde Mallersdorf-Pfaffenberg drei Leichen. Dabei handelt es sich um ein älteres Ehepaar und deren Tochter. Der Sohn wurde festgenommen.
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Drei Tote fand die Polizei im Landkreis Straubing_Bogen. War es Mord? Die Beamten ermitteln mit Hochdruck. Symbolbild: Ronald Rinklef
Drei Tote fand die Polizei im Landkreis Straubing_Bogen. War es Mord? Die Beamten ermitteln mit Hochdruck. Symbolbild: Ronald Rinklef

Grausiger Fund in Niederbayern: In einer Wohnung in Ascholtshausen im Landkreis Straubing-Bogen wurden am Montagmorgen drei Leichen gefunden. Die Polizei geht von einem Tötungsdelikt aus. Ein Tatverdächtiger wurde bereits festgenommen, es soll sich um einen Verwandten handeln. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.

Update 06.03.2019: Opfer starben durch stumpfe Gewalt

Die drei Menschen, deren Leichen in einem Einfamilienhaus in Niederbayern gefunden wurden, sind laut Obduktionsergebnis durch stumpfe Gewalt gestorben. Damit seien bisherige Erkenntnisse der Ermittler bestätigt worden, teilte die Polizei am Mittwoch mit.

Update vom 05.03.2019: Tatverdächtiger in Psychatrie

Ein Richter erließ am Dienstag einen Unterbringungsbefehl anstelle eines Haftbefehls wegen des dringenden Verdachts des Totschlags, wie die Polizei mitteilte.

Die Beamten hatten die Leichen der 69-jährigen Mutter, des 72-jährigen Vaters und der 37-jährigen Schwester des Tatverdächtigen am Vortag in dem Haus in Mallersdorf-Pfaffenberg (Landkreis Straubing-Bogen) entdeckt. Die Ermittler gehen von einem Tötungsdelikt aus.

Nach Angaben der Ermittler wiesen die Opfer Zeichen stumpfer Gewalteinwirkung auf. Eine Obduktion am Dienstag sollte Klarheit über die Todesursache bringen, ein Ergebnis war zunächst allerdings nicht bekannt.

Der deutsche Tatverdächtige wurde noch vor Ort festgenommen. Er leistete zunächst Widerstand, wurde dann aber abgeführt. Ein mögliches Motiv war auch am Dienstag noch unklar. Die Polizei will in den kommenden Tagen Angehörige und Nachbarn befragen. Weil er psychische Probleme aufweise, sei er der Mann nicht in Untersuchungshaft, sondern in die Psychiatrie gekommen, erklärte der Polizeisprecher.

Was in Niederbayern passiert ist:

Noch sind die genauen Umstände der Tat unklar: Laut Polizei hatte sich ein Familienangehöriger Sorgen gemacht, weil er seine Verwandten nicht mehr erreichen konnte und verständigte deshalb gegen 09.50 Uhr am Montag die Polizei.

Weniger später trafen die eingesetzten Streifenbesatzungen am Wohnhaus der Familie ein. Sie mussten sich gewaltsam Zutritt zum Gebäude verschaffen. Im Inneren erwartete die Beamten ein grausiges Bild: Die Polizisten fanden drei Leichen - zwei Frauen und einen Mann. Es handelt sich um ein älteres Ehepaar und deren erwachsene Tochter.

Drei Menschen getötet - Polizei nimmt Nachbar fest

Weniger später nahm die Polizei den 41-Jährigen Sohn, der ebenfalls in dem Haus wohnte, vorläufig fest. Die Polizei geht von einem Tötungsdelikt aus. Die Leichen weisen laut Polizei Zeichen äußerer Gewalteinwirkung auf. Die genaue Todesursache stand zunächst jedoch nicht fest. Die Obduktion ist für Dienstag geplant. Vermutlich habe die Tat nicht am Montag stattgefunden. "Der Todeszeitpunkt könnte schon einige Tage zurückliegen", sagte Polizeisprecher Michael Emmer.

Die Tat ereignete sich in einem unscheinbaren Einfamilienhaus in Mallersdorf-Pfaffenberg. Die drei Getöteten und der Festgenommene lebten laut Polizei zu viert in dem Haus. Der getötete Familienvater war nach Polizeiangaben 72 Jahre alt, seine Frau 69, die Tochter 37 Jahre.

Der Tatverdächtige wurde noch vor Ort festgenommen. Er leistete Widerstand, konnte aber dann abgeführt werden. Ob der 41-Jährige ausgesagt hat, konnte die Polizei am Montag noch nicht sagen. Auch ein mögliches Motiv war zunächst unklar. Die Polizei will in den kommenden Tagen Angehörige und Nachbarn befragen.

Kriminalpolizei Straubing und Staatsanwaltschaft Regensburg ermitteln - viele Tötungsdelikte in Bayern bleiben ungeklärt

Damit reiht sich der Fall in eine ganze Reihe von Mord- und Tötungsdelikten ein: Knapp 4500 gab es allein in Bayern in den letzten Jahren - viele von ihnen sind noch immer ungeklärt. Über die Hintergründe der aktuellen Tat und ein mögliches Motiv wollte die Polizei zunächst keine Angaben machen.

Die Ermittlungen von Kripo Straubing und Staatsanwaltschaft Regensburg laufen derzeit auf Hochtouren. Beamte der Kripo Straubing sind am Tatort mit der Spurensicherung beschäftigt. Auch ein Rechtsmediziner wurde in die Ermittlungen einbezogen.