• Der Riesen-Bärenklau ist in Bayern auf dem Vormarsch
  • Die Gift-Pflanze verbreitet sich extrem: Bund Naturschutz warnt Grundstücksbesitzer
  • Das Gewächs ist auch für Menschen nicht ungefährlich
  • Der Riesen-Bärenklau wird auch Herkulesstaude oder Bärenkralle genannt

Ein giftiges, wucherndes Gewächs: Der Riesen-Bärenklau sprießt derzeit wieder vielerorts in Bayern aus dem Boden. Grundstücksbesitzer und Behörden sind beunruhigt, denn die Pflanze ist nicht ungefährlich. Die massive Ausbreitung der auch als Herkulesstaude oder Bärenkralle bezeichneten Pflanze sei "eine Katastrophe", sagte Artenschutzreferentin Christine Markgraf vom Bund Naturschutz in Bayern. Für die einheimische Vegetation sei der vor rund 120 Jahren aus dem Kaukasus nach Mitteleuropa eingeführte Riesen-Bärenklau "fatal". Die Staude kann auch für den Menschen gefährlich werden.

Giftiger Riesen-Bärenklau verbreitet sich extrem

Die teilweise mehr als drei Meter hohen Pflanzen sind nach Angaben von Expertin Markgraf inzwischen nahezu überall in Bayern verbreitet. Lediglich im Bereich des Bayerischen Waldes gebe es Orte, an denen der Riesen-Bärenklau noch nicht wuchere. Seit den 1980er Jahren ist die Herkulesstaude nach Angaben von Verbänden und Behörden ein ernstzunehmendes Problem in Deutschland. An manchen Stellen gebe es inzwischen kaum noch andere Pflanzen, weil die Art einheimische Pflanzen einfach verdränge.

Wer die giftige Staude berührt, riskiert Schmerzen auf der Haut. Denn der Pflanzensaft kann nach Angaben der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft bei intensiver Sonneneinstrahlung Hautrötungen bis hin zu Verbrennungen und schwere allergische Reaktionen verursachen.

Bayerische Behörden rufen daher landesweit Grundstücksbesitzer dazu auf, den Riesen-Bärenklau zu bekämpfen, um die Ausbreitung einzudämmen.

Bärenklau vermehrt sich massiv und schnell: Behörden rufen Grundstücksbesitzer zum Bekämpfen der Pflanze auf

Allein die Blüte einer Pflanze kann bis zu 30.000 Samen produzieren, die sogar schwimmfähig sind und sich schnell verbreiten können, wie es beim Bund Naturschutz heißt. Beim Entfernen der Pflanze müsse aber dichte Schutzkleidung wie etwa ein Overall, Handschuhe, Staubmasken und Schutzbrillen getragen werden. Am besten eigne sich bewölktes Wetter.

Auch die Behörden selbst gehen rigoros gegen die Ausbreitung der Pflanze vor, so etwa im Landkreis Starnberg. Beispielsweise entlang der Autobahn müssten die Stauden regelmäßig entfernt werden, da die Fahrzeuge die Samen aufwirbelten und verbreiteten, sagte ein Sprecher des Landratsamts. Mitarbeiter der Autobahnmeisterei hackten den Riesen-Bärenklau immer wieder klein und entsorgten die Reste fachgerecht.