Hatten die Verantwortlichen schon vor Wochen beim Punkt Sicherheit aufgerüstet, wird nach der Axt-Attacke in Würzburg, dem Amoklauf in München und der Bombenexplosion in Ansbach die Debatte nochmals verschärft. Schließlich lockt das größte Volksfest der Welt vom 17. September an mehr als sechs Millionen Besucher in die bayerische Landeshauptstadt.


Oktoberfest 2016: Lautsprecher in verschiedenen Sprachen

Erstmals wollen die Veranstalter in diesem Jahr per Lautsprecher in vielen Sprachen vor Überfüllung warnen. Schließlich schieben sich an Spitzentagen bis zu 500 000 feiernde und trinkende Menschen über das rund 30 Hektar große Areal.
Das Festgelände ist manchmal so brechend voll, dass Rettungskräfte nur schwer durchkommen würden.


Auf der Wiesn sollen Taschen kontrolliert werden

Zudem sollen rund 100 Sicherheitskräfte zusätzlich eingesetzt und Taschen stichprobenartig an den Eingängen kontrolliert werden. Allein für die zusätzliche Bewachung muss die Stadt voraussichtlich 2,2 Millionen Euro mehr ausgeben als im Vorjahr. Zunächst angedachte mobile Zäune solle es aber nicht geben. Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) geht bei seinen Überlegungen nach den Bluttaten der vergangenen Tage aber noch einen Schritt weiter. Er bringt gar ein Verbot von Rucksäcken in die Diskussion ein. Schließlich hatte der Amokläufer von München Hunderte Schuss Munition und der Täter im mittelfränkischen Ansbach den Sprengsatz in einem Rucksack deponiert.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) kündigte zwar für das Oktoberfest eine starke Polizeipräsenz zum Schutz vor Terror an. Er will die Massenveranstaltung aber nicht in eine Hochsicherheitszone verwandeln und den "Charakter eines Volksfests erhalten." Leibesvisitationen wie auf dem Flughafen hält er nicht für möglich. Bislang sind etwa 500 Polizeibeamte zur Wiesn im Einsatz.


2009 gab es Terrorwarnungen für die Wiesn


Für das Münchner Oktoberfest waren bereits 2009 nach Terrorwarnungen Sperrgürtel um das Festgelände errichtet worden. Blumenkästen mit bunter Blütenpracht zieren die Straßenzüge rundum - aus Beton sollen sie Bollwerk sein gegen Autos, die eine Bombe transportieren könnten. Elektronische Poller sichern zudem die direkten Zufahrten. Seit langem herrscht für die Wiesn ein Überflugverbot.

Schon einmal wurde das Oktoberfest Ziel eines blutigen Anschlags. 1980 riss die Bombe eines Rechtsextremen 13 Menschen in den Tod und verletzte mehr als 200. Seitdem sucht mancher Besucher vergeblich nach Abfalleimern für Pappteller und Würstchenreste. Sie wurden abmontiert - die Bombe detonierte damals in einem Müllkorb.