Betrüger manipulieren Bankautomaten - und heben einfach Geld von Ahnungslosen ab: Dieses Phänomen spielte laut Bayerischem Landeskriminalamt kaum mehr eine Rolle in Bayern – jetzt haben Unbekannte innerhalb weniger Monate mehr als 20 Geldautomaten manipuliert und rund 230.000 Euro Bargeld erbeutet. Dabei haben sie sogar mehrfach in Franken zugeschlagen.

Beim sogenannten Skimming lesen die Täter mithilfe spezieller Technik, die sie heimlich an den Automaten anbringen, die Daten der Magnetstreifen auf Zahlungskarten aus und zeichnen die PIN-Nummer auf. Damit heben sie dann Geld von den betroffenen Konten ab.

Geldautomaten manipuliert: Täter schlagen mehrfach in Franken zu

Zwischen Oktober 2020 und Januar 2021 registrierten die Beamten des Polizeipräsidiums München mindestens 19 auf diese Weise manipulierte Geldautomaten in der Landeshauptstadt. Drei weitere Automaten wurden in Nürnberg angegriffen, einer davon zweimal. Betroffen sind vorwiegend spezielle Zahlungskarten, die nur mit Magnetstreifen und noch nicht zusätzlich mit dem sicheren sogenannten EMV-Chip ausgestattet sind.

Die Täter fertigen mit den ausgespähten Daten Kopien dieser Karten an, mit denen sie das Geld ihrer Opfer abheben können. Die rein auf Magnetstreifen basierenden Karten sollen in naher Zukunft deutschlandweit ausgetauscht und damit auf das Chip-Verfahren erweitert werden, sofern nicht bereits geschehen. Der EMV-Chip kann im Gegensatz zum Magnetstreifen – nach derzeitigem Stand – nicht kopiert werden. Grundsätzlich ist schon der gesamte europäische SEPA-Raum (Single European Payment Area) auf das Chip-Verfahren umgestellt. Die Polizeipräsidien München und Nürnberg haben die Ermittlungen aufgenommen.

Das Bayerische Landeskriminalamt (BLKA) ist als fachlich zuständige Zentralstelle eingebunden und unterstützt die Ermittlungen koordinierend. Das BLKA appelliert an alle Karteninhaber, sich zum Schutz gegen Betrug in jedem Fall an die bekannten Vorsichtsmaßnahmen beim Abheben von Bargeld zu halten. Denn bei Manipulationen an Geldautomaten werden üblicherweise auch die Daten von Zahlungskarten ausgespäht, die schon zusätzlich zum Magnetstreifen mit einem Chip versehen sind.

Schutz vor Geldklau: Das rät das Bayerische Landeskriminalamt

Außerhalb des SEPA-Raums, also in mehreren Ländern in Osteuropa und auf anderen Kontinenten, können Täter damit weiterhin illegal Geld abbuchen. Das BLKA appelliert an alle Karteninhaber, sich zum Schutz gegen Betrug in jedem Fall an die bekannten Vorsichtsmaßnahmen beim Abheben von Bargeld zu halten. Dazu zählt, die PIN-Nummer verdeckt einzugeben. Denn bei Manipulationen an Geldautomaten werden üblicherweise auch die Daten von Zahlungskarten ausgespäht, die schon zusätzlich zum Magnetstreifen mit einem Chip versehen sind.