"Wie verzweifelt muss die CSU sein, dass sie im Europawahlkampf jetzt in persönliche Beleidigungen verfällt", sagte Fahimi. "Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer findet es völlig "in Ordnung", den Spitzenkandidaten der SPD zur Europawahl, Martin Schulz, als Menschenhändler und Schlepper zu beschimpfen", kritisierte sie.

Statt Entgleisungen von CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer und des CSU-Europaabgeordneten Markus Ferber gegenüber Schulz geradezurücken, erteile Seehofer ihnen seinen Segen. Das sei ein Zeichen fehlenden Anstands, sagte Fahimi. "Ich bleibe dabei: Die CSU betreibt in diesem Europawahlkampf das Geschäft der Rechtspopulisten in Deutschland."

Ferber hatte kritisiert, dass Martin Schulz sich angesichts der vielen ertrunkenen Afrikaner im Mittelmeer für eine großzügigere Aufnahme von Bootsflüchtlingen ausspricht: "Die Schlepperbanden in Afrika haben damit einen Geschäftsführer bekommen." Scheuer sagte zu Schulz' Vorstellungen zur Euro-Krisenpolitik: "Die Fassade und die Person stammen aus Deutschland, aber die Stimme und die Inhalte stammen aus den Schuldenländern." Daraufhin forderte SPD-Chef Sigmar Gabriel von der Unionsspitze, ihre Leute zur Räson zu rufen. Seehofer lehnte dies ab, genauso wie eine Entschuldigung.

Die Europawahl findet am 25. Mai statt, Schulz strebt das Amt des nächsten EU-Kommissionspräsidenten an.