Am Dienstagabend (18. Mai 2021) sorgte eine Meldung von Stadt und Landratsamt Bamberg für Aufsehen. Darin hieß es, dass in den Impfzentren ab Mittwoch alle Termine für Erstimpfungen storniert werden müssten, da nun Zweitimpfungen im Fokus stünden und die bestehenden Impf-Dosen dafür benötigt würden. Die Nachricht käme für Stadt und Landkreis Bamberg "völlig unerwartet", hieß es in dem Statement. Auch aus dem Landratsamt Bayreuth war eine ähnliche Meldung gekommen. Auch hier hieß es, dass ab Mittwoch nur noch Zweitimpfungen möglich seien.

Am Mittwochmorgen (19. Mai 2021) berichtet die Deutsche Presse Agentur, dass es angesichts der benötigten Impfstoffe von Biontech und Moderna wohl Verwirrung im Umgang mit Erst-Impfungen gebe. Aus München heißt es dagegen, es habe nie eine Anweisung gegeben, die Erstimpfungen zu stoppen. Wie ist nun die aktuelle Lage?

Update vom 19.05.2021, 14.15 Uhr: Holetschek äußert sich zu Impf-Situation: Bis 7. Juni auf Zweitimpfungen konzentrieren

Inzwischen hat sich auch das Gesundheitsministerium erneut geäußert. Laut Minister Klaus Holetschek werden es nun knapp drei Wochen lang es in den bayerischen Impfzentren fast ausschließlich nur noch Zweitimpfungen geben. "Ich gehe davon aus, dass wir ab der Kalenderwoche 23 in den Impfzentren wieder mit Erstimpfungen weitermachen können, die übrigens auch bei den Hausärztinnen und Hausärzten und Fachärzten weiter abgegeben werden", sagte der Gesundheitsminister am Mittwoch in München. Bis zum 7. Juni aber müssten sich die Impfzentren auf die anfallenden Zweitimpfungen konzentrieren, es werde daher nur wenige Termine für Erstimpfungen geben.

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Der Grund sind überdurchschnittlich viele Zweitimpfungen durch die Verlängerung des Impfintervalls bei den Vakzinen von Moderna und Biontech. Dadurch hatten im April besonders viele Menschen ihre erste Spritze erhalten. Hinzu kommt laut Holetschek bei unter 60-Jährigen der Wechsel des Impfstoffs von Astrazeneca auf die mRNA-Impfstoffe bei Zweitimpfungen.

"Dass wir uns jetzt eine Zeit lang auf die Zweitimpfungen konzentrieren, ist jetzt eigentlich nichts Überraschendes", betonte Holetschek deshalb. "Es ist ja nicht so, dass man sagt, Erstimpfungen werden eingestellt." Die Ärzte impften schließlich weiter, auch wenn der Bedarf bei sämtlichen Impfstoffen über dem Verfügbaren liege.

Der vom Bund geplanten Aufhebung der Priorisierung auch in den Impfzentren steht Holetschek derweil skeptisch gegenüber.

Update vom 19.05.2021, 11.30 Uhr: Doch kein Stopp – Einzel-Erstimpfungen finden statt 

In einer Pressemitteilung informiert das Landratsamt Bamberg am Mittwoch (19. Mai 2021), dass die vereinbarten Einzel-Erstimpfungen doch wie geplant stattfinden könnten. Landrat Johann Kalb und Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) hätten das nach "intensiven Gesprächen mit den Impfverantwortlichen der übergeordneten Behörden" erreichen können, heißt es.  

Zuvor hatte es Verwirrung gegeben, weil das Landratsamt Bamberg am Dienstag mitgeteilt hatte, das bayerische Gesundheitsministerium hätte die Impfzentren angewiesen, ab Mittwoch nur noch Zweitimpfungen durchzuführen und alle geplanten Erstimpfungen abzusagen. Hintergrund ist der Mangel an benötigten Impfstoffen von Biontech und Moderna. Offenbar wurde eine Anordnung aus dem Ministerium von kommunalen Behörden in Bayern unterschiedlich interpretiert. 

 "Am Dienstagabend war von dort zunächst ein Impfstopp für Erstimpfungen verhängt worden, um die hohe Zahl von nun anstehenden Zweitimpfungen in den nächsten Wochen sicherstellen zu können", schreibt das Landratsamt in Bamberg.  Das Impfzentrum Bamberg hätte deshalb am Dienstagabend (18. Mai 2021) die für den Mittwoch geplanten 600 Erstimpfungen absagen müssen. Die betroffenen Personen würden nun informiert, dass deren Erstimpfung doch stattfinden kann. Die terminierten Zweitimpfungen fänden wie geplant statt, heißt es. 

Update vom 19.05.2021, 06.00 Uhr: Verwirrung nach Absage von Erstimpfungen - doch kein Stopp?

Angesichts der für Zweitimpfungen verstärkt benötigten Impfstoffe von Biontech und Moderna gibt es Verwirrung im Umgang mit Erst-Impfungen. Aus den Landratsämtern in Bayreuth und Bamberg hieß es am Dienstagabend (18. Mai 2021), man sei angewiesen worden, die Erstimpfungen mit diesen Vakzinen zu stoppen und nur noch Zweitimpfungen durchzuführen. Das Gesundheitsministerium widersprach: Es habe keine Anweisung gegeben, die Erstimpfungen gänzlich zu stoppen, hieß es am Abend.

Es sei allerdings über die hohe Anzahl der nun nötigen Zweitimpfungen informiert worden. Außerdem verwies ein Ministeriumssprecher darauf, dass man derzeit den Einfluss der nun nötigen Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff nach einer ersten Astrazeneca-Impfung auf die verfügbare Impfmenge für Erstimpfungen beobachte.

Das Landratsamt Bayreuth hatte zuvor mitgeteilt, das Ministerium habe den Leitern der bayerischen Impfzentren mitgeteilt, dass ab Mittwoch alle verfügbaren Impfstoffe von Biontech und Moderna ausschließlich für Zweitimpfungen zu verwenden seien. Das bedeute, dass in den Impfzentren in Stadt und Landkreis Bayreuth sämtliche Corona-Erstimpftermine kurzfristig storniert werden müssten.

Ministerium reagiert: Erstimpfungen eingeschränkt - aber keine Rede von einem Stopp

Auch aus dem Landkreis Bamberg kam eine ähnliche Information: Ohne Vorwarnung seien die Impfzentren angewiesen worden, ab Mittwoch nur noch Zweitimpfungen durchzuführen und alle geplanten Erstimpfungen abzusagen. Bayernweit müssten Reserven der Impfstoffe von Biontech und Moderna aufgebaut werden, um die Zweitimpfungen sicherzustellen.

Auch andernorts müssen Erstimpfungen eingeschränkt werden, die Rede war aber nicht von einem Stopp.

Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sagte, sein Gesundheitsamt sei informiert worden, dass das Impfzentrum in den nächsten Wochen kaum Erstimpfungen durchführen könne, damit genug Vakzin für Zweitimpfungen zur Verfügung stehe. "Das ist nicht die Strategie, die ich mir vorstelle und erfüllt auch nicht das, was uns Kommunen von Monat zu Monat immer wieder aufs Neue zugesagt wurde", kritisierte er.

Erstmeldung vom 18.05.2021, 20.30 Uhr:  Gesundheitsministerium soll unerwartet Erstimpfungen aller Impfzentren ab Mittwoch gestoppt haben

Wie die Pressestelle der Stadt Bamberg mitteilt, sind ab Mittwoch (19. Mai) keine Erstimpfungen mehr in den Impfzentren möglich.Die Regierung von Bayern hat dies den Städten heute Nachmittag (18. Mai) ohne größere Vorwarnung mitgeteilt.Oberbürgermeister Andreas Starke und Landrat Johann Kalb zeigen sich entsetzt und verärgert: „Ohne Vorwarnung wurden die Impfzentren heute am späten Nachmittag angewiesen, ab morgen nur noch Zweitimpfungen durchzuführen und alle geplanten Erstimpfungen abzusagen.“

Bayernweit müssten Reserven der Impfstoffe der Firmen Biontech und Moderna aufgebaut werden, um die erforderlichen Zweitimpfungen in den kommenden Wochen sicherstellen zu können.Termine für Erstimpfungen sind erst wieder möglich, wenn das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege den Impfstoff für diese freigegeben hat, teilt das Landratsamt Bayreuth am Abend mit.

Ersttermine werden zeitnah abgesagt

Alle bereits gebuchten Erstimpftermine in Impfzentren werden seitens der Impfkoordinatoren zeitnah abgesagt. Sobald es wieder möglich ist, Termine für Erstimpfungen in den Impfzentren zu vergeben, wird die Öffentlichkeit darüber sofort informiert, schreibt das Landratsamt Bayreuth weiter.

Die Verantwortlichen im Landratsamt Bayreuth bitten darum, bis dahin von Anfragen bezüglich eines Impftermins abzusehen.

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