Mehrere bayerische Elternverbände hatten in einem am Donnerstag (12.11.) verschickten Brandbrief an Ministerpräsident Markus Söder (CSU) klare Regeln für den Schulbetrieb während der andauernden Corona-Pandemie gefordert. 

Nun hat der Bayerische Philologenverband die Elternverbände abgekanzelt. "Man hat fast das Gefühl, dass die Eltern nun alles selbst an den Schulen entscheiden wollen: Es gibt kein Übertrittsverfahren mehr, die Schüler können auch zuhause bleiben, und die Lehrer sorgen für Streamingunterricht in Netflix-Qualität, der Datenschutz bleibt natürlich außen vor. Außerdem haben die Lehrkräfte Anweisungen zu erhalten und sollen diese befolgen", sagte der Vorsitzende Michael Schwägerl am Freitag (13.11.2020). Der Vertreter der Gymnasiallehrer fuhr fort: "Eltern sind allerdings nicht der oberste Dienstherr der Lehrkräfte."

Elternverbände forderten freiwilligen Distanzunterricht

Am Vortag hatten sieben bayerische Elternverbände in einem offenen Brief an Ministerpräsident Markus Söder (CSU) klare Regeln für den Schulbetrieb während der Corona-Pandemie gefordert.

Sie wollen erreichen, dass der Unterricht verbindlich auf den Kern des Lehrplans reduziert wird. Einzelne Schüler, die sich in Quarantäne befinden, müssten Distanzunterricht erhalten. Ebenso solle ein freiwilliger Distanzunterricht möglich sein, indem der Unterricht live gestreamt werde.

Der offene Brief kam einen Tag vor einem "kleinen Schulgipfel" mit Eltern, Schülern und Lehrern von Gymnasien am Freitagnachmittag. Das Gespräch stand deshalb unter angespannten Vorzeichen.

Laut Schwängerl sind die Lehrer an ihrer Belastungsgrenze

Auf keinen Fall könnten die Lehrkräfte noch mehr Aufgaben übernehmen, betonte Schwägerl mit Blick auf eine Umfrage unter Mitgliedern. "Sie sind jetzt schon an der Grenze ihrer Belastung!"

Alle wichtigen Entwicklungen zu den Corona-Maßnahmen in Bayern lesen Sie hier.