Die bayerische Grenzregion zu Tschechien bleibt ein Brennpunkt der Corona-Pandemie in Deutschland. Nach den am Dienstag (2. Februar 2021) veröffentlichten neuen Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) lag der Landkreis Tirschenreuth mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 322 Infektionen pro 100.000 Einwohnern deutschlandweit an der Spitze.

Der Oberpfälzer Landkreis grenzt an die Kreise Wunsiedel und Bayreuth in Oberfranken. Der hohe Corona-Inzidenzwert sei vermutlich auf Mutationen des Virus zurückzuführen. "Leider müssen auch wir melden, dass wie in anderen Regionen auch bei uns die Corona-Virusmutation wohl angekommen ist", heißt es seitens Landrat Roland Grillmeier. Es werden seit Tagen positive Fälle stichprobenhaft auf eine Mutation hin untersucht. Es liegen aktuell bereits 40 Verdachtsfälle vor, die sich auch über den ganzen Landkreis verteilen. Bestätigte Fälle gebe es bislang aber noch nicht.  

"Diffuses Infektionsgeschehen"

Zuletzt habe es in mehreren Unternehmen in verschiedenen Teilen des Landkreises vermehrt Neuinfektionen gegeben - vor allem bei jüngeren Menschen. Auch ganze Familien seien davon betroffen - das sei neu. In einer Pressemitteilung des Landkreises ist von einem "diffusen Infektionsgeschehen" die Rede. 

Aufgrund der aktuellen Infektionslage gelten im Kreis Tirschenreuth weiterhin strengere Regeln. So werden beispielsweise Abschlussklassen weiterhin im Distanzunterricht unterrichtet. 

Unter den zehn Kommunen mit den höchsten Inzidenzwerten Deutschlands sind neben Tirschenreuth noch drei weitere bayerische Kreise: Auf Platz drei liegt der Kreis Hof mit 283,8, auf Platz sechs der Landkreis Regen mit 249,3 und an neunter Stelle der Kreis Wunsiedel mit 235,4.

Region um Tschechien besonders betroffen

Alle vier Landkreise grenzen an Tschechien, das mit fast einer Million Corona-Infektionen bei knapp elf Million Einwohnern von der Pandemie sehr stark getroffen ist. Bayern war am Dienstag als einziges westdeutsches Bundesland unter den ersten zehn Landkreisen mit besonders hohen Inzidenzen, die übrigen sechs Landkreise liegen sämtlich in den neuen Bundesländern.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut RKI bei 90, in Bayern bei 92. Fünf Bundesländer überschritten am Dienstag noch einen Inzidenzwert von 100: Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Brandenburg und das Saarland. Bundesweit meldeten die Gesundheitsämter dem RKI 6114 Neuinfektionen und 861 neue Todesfälle, in Bayern waren es 763 neue Fälle und 102 Todesfälle. Alle weiteren wichtigen Entwicklungen rund um das Coronavirus lesen Sie jederzeit in unserem Ticker.

 

red/dpa