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"Der Überlebenskampf ist noch nicht beendet": Können Gastronomen mit den Corona-Auflagen überhaupt öffnen?

Ab 18. Mai darf die Gastronomie in Bayern wieder starten. In anderen Bundesländern durften Lokale schon früher öffnen – und taten es teilweise nicht, weil die strengen Auflagen nicht rentabel waren. Wie ist die Lage in Bayern?
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Coronavirus ? Gastronomie
Ab 18. Mai darf die Gastronomie in Bayern wieder starten. Aber rentiert sich das auch für die Gastronomen? Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Viele Menschen in Bayern warten schon sehnsüchtig auf den ersten Biergartenbesuch oder das perfekte Steak im Lieblingsrestaurant. Doch die Gastronomie in Bayern musste lange warten, bis die Lockerungen der Corona-Beschränkungen auch sie erreichten. Am 18. Mai soll es aber nun endlich losgehen – zunächst für die Außengastronomie, ab 25. Mai dann auch im Innenbereich von Lokalen.

Damit ist Bayern wie bei fast allen Lockerungen später dran. In anderen Bundesländern durften Gastronomen bereits seit ein oder zwei Wochen öffnen – mit strengen Auflagen. Doch nicht alle nutzen die Gelegenheit: Vor allem in Hessen melden sich zahlreiche Restaurantbetreiber zu Wort, die ihre Läden trotz der Lockerungen nicht öffnen werden. Der Grund: Der Betrieb mit den strikten Auflagen würde ihnen mehr Verluste bringen, als die Restaurants einfach geschlossen zu lassen.

Konkret bereitet den Unternehmern die Fünf-Quadratmeter-Regel Sorgen. Pro Gast müssen fünf Quadratmeter Restaurant-Fläche zur Verfügung stehen, die maximale Zahl der Gäste ist so strikt begrenzt. Je nach Fläche ist diese Regelung für manchen Gastronomen eine Katastrophe. Der  Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Hessen prognostiziert, dass jedes vierte bis fünfte Restaurant deswegen nicht öffnen wird. Unter dem Hashtag #LeereLokale firmiert sich schon Widerstand. Die Initiative Gastronomie Frankfurt e.V. (IGF) fordert ihre Mitglieder auf, aus Solidarität alle Lokale am 15. Mai 2020 geschlossen zu halten, um auf das Problem aufmerksam zu machen.

Restaurants machen nicht auf, obwohl sie dürfen: Droht das auch in Bayern?

In Bayern zeichnet sich zum Gastro-Start am 18. Mai 2020 allerdings noch keine solch drastische Entwicklung ab. Hier gibt es nämlich die Fünf-Quadratmeter-Regel nicht und damit auch keine generelle Begrenzung der Gästeanzahl. Ausschlaggebend ist lediglich, wie viel Abstand zwischen den Gästen gehalten wird und dass maximal zwei Haushalte an einem Tisch sitzen.  

Dr. Thomas Geppert, Landesgeschäftsführer des DEHOGA Bayern, will zwar keine Euphorie aufkommen lassen und stellt klar: „Es wird nicht leicht. Der Überlebenskampf ist noch nicht vorbei.“ Dennoch seien die Auflagen in Bayern gemessen am Infektionsgeschehen und den Vorgaben des Gesundheitsschutzes verhältnismäßig. Gerade mit Blick auf andere Bundesländer und z.B. Österreich könne man zufrieden sein.

Ob wirklich alle Gaststätten nun öffnen, könne man zum jetzigen Zeitpunkt schlecht sagen. Die genauen Vorgaben sind erst am Mittwoch kommuniziert worden. Der Verband ist nun dabei, seine Mitglieder umfassend zu informieren und für Gastwirte und Gäste Material zu Verfügung zu stellen, zum Beispiel Hinweistafeln oder Video-Tutorials. Die Auflagen seien sicherlich je nach Lokalität „für die einen besser, für die anderen schlechter“ umsetzbar.

Fraglich, ob alle Restaurants aufmachen

Geppert weist auch auf die Unsicherheit hin, die mit der Öffnung einhergeht – das Verhalten der Gäste sei aktuell noch schlecht abschätzbar. „Wir werden sehen müssen, inwieweit der Gast aktuell überhaupt bereit ist, sich in einen Biergarten zu setzen.“ Auch die Lage der Gastronomie spiele dabei eine große Rolle - wer viel von Laufkundschaft profitiert oder von einer belebten Innenstadt lebt, habe es unter Umständen schwer. Jeder Wirt müsste nun für sich schauen, ob er unter den Auflagen einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb schaffen kann.