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Bevölkerung

Der Norden verliert Menschen

Die neue Bevölkerungsprognose der Bertelsmann-Stiftung geht davon aus, dass in Nordbayern die Einwohnerzahl deutlich zurückgeht. Der Süden wächst dagegen kräftig
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Die Entwicklung der Bevölkerung ist in Bayern alles andere als einheitlich. Das belegt die neueste Bevölkerungsvorausberechnung der Bertelsmann-Stiftung bis zum Jahr 2025. Das derzeit bereits feststellbare Nord-Süd-Gefälle wird sich in den nächsten Jahren demnach weiter verstärken.
Das höchste Bevölkerungswachstum ist in den nächsten Jahren im Süden Bayerns zu erwarten. Hier sind es besonders die Regionen München, Ingolstadt, sowie Erding und Freising, die mit Zuwachsraten von 10 Prozent und mehr rechnen können. Die Stadt München wird bis 2025 150 000 Einwohner mehr haben, in Ingolstadt sind es 14 000 Einwohner. Insgesamt steigt die Bevölkerungszahl Bayerns bis 2025 um 2,5 Prozent auf dann 12,8 Millionen.
Anderes Bild im Norden
Ganz anders sieht es in Nordbayern aus. Mit einem leichten Bevölkerungswachstum kann hier nur in den Regionen Nürnberg und Aschaffenburg gerechnet werden. Für die Kreise Würzburg, Bamberg und Forchheim geht man davon aus, dass der Status quo erhalten bleibt. In Richtung Nordostbayern gehen die Prognosen in eine ganz andere Richtung. Hier nimmt man für die Kreise Hof, Wunsiedel und Kronach einen Bevölkerungsschwund von mehr als zehn Prozent an. Bei der Betrachtung einzelner Altersgruppen zeigt sich erst die eigentliche Dramatik der Entwicklung im nördlichen Bayern. So müssen in der Altersgruppe der Kinder und Jugendlichen allein 27 Landkreise sowie die kreisfreien Städte Coburg und Hof einen Bevölkerungsrückgang von mehr als zehn Prozent hinnehmen. Noch dramatischer wirkt sich die Entwicklung in der Gruppe der 16- bis 18-Jährigen aus. In den Städten Coburg und Hof muss hier mit einem Rückgang um ein Drittel gerechnet werden.
Nahezu das gleiche Bild zeichnet sich in der Gruppe der jüngeren Erwerbstätigen zwischen 25 und 44 Jahren ab. Hier wird in den nordöstlichen Landkreisen Oberfrankens ein Rückgang zwischen 20 und 30 Prozent erwartet. Entsprechend kleiner wird in den Landkreisen Wunsiedel und Kronach auch die Gruppe der sogenannten Elterngeneration, der Menschen im Alter zwischen 22 und 35 Jahren. Hier geht man von einem Rückgang um 17 Prozent aus. Jung bleibt die Landeshauptstadt München. Hier wird im Jahr 2025 die Hälfte der Menschen jünger als 41 Jahre alt sein.