Barbara Stamm ist nicht mehr die beliebteste Politikerin im Freistaat. Im neuen BayernTrend belegt die Landtagspräsidentin aus Würzburg "nur noch" Platz zwei. Populärer noch ist laut dieser Umfrage der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). CSU-Vize Stamm wird es verkraften. Immerhin liegt sie weiter vor Horst Seehofer. Im Gerangel um dessen Nachfolge hat Markus Söder die mit Abstand besten Karten. Auf die Frage, wer nächster Spitzenkandidat der CSU sein soll, nennen 36 Prozent der Bayern den Finanz- und Heimatminister.

Der BayernTrend ist eine repräsentative Umfrage, die das Politikmagazin "Kontrovers" des Bayerischen Rundfunks (BR) in Auftrag gegeben hat. Demnach folgt im Urteil der Wahlberechtigten Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (16 Prozent) als geeignete Kandidatin.


Nur zehn Prozent nennen Innenminister Joachim Herrmann, sechs Prozent Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt und vier Prozent den Europaabgeordneten Manfred Weber. Im Vergleich zum BayernTrend vom Januar 2015 verliert Söder zwar fünf Prozentpunkte, der Vorsprung indes wird größer. Aigner nämlich kam damals noch auf 24 Prozent. Unter den CSU-Anhängern schafft Söder 44 Prozent, Aigner 18 Prozent. Ein Viertel mag sich gar nicht entscheiden.

Auch nach dem SPD-Spitzenkandidaten wurde gefragt. Den Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly halten 20 Prozent der Bayern für den besten Kandidaten, unter den SPD-Anhängern sind es 33 Prozent. Dumm nur, dass Maly immer gesagt hat, dass er nicht in die Landespolitik wechseln will. Also müssen Parteichef Florian Pronold oder Markus Rinderspacher ran, die beide lediglich von 13 Prozent der Wahlberechtigten favorisiert werden.


AfD wäre im Landtag

Viel zu befürchten hat die CSU sowieso nicht. Wenn am nächsten Sonntag Landtagswahl wäre, kämen die Christsozialen auf 47 Prozent. Das ist ein Prozentpunkt mehr als vor einem Jahr - und würde die absolute Mehrheit der Sitze im Maximilianeum bedeuten. Ganz schlecht fällt die Prognose für die SPD aus, die nur noch 16 Prozent (minus drei Prozentpunkte) hätte. Die Grünen könnten demnach mit zwölf Prozent der Wählerstimmen (plus drei) rechnen. Die Hälfte ihrer Wähler würden die Freien Wähler verlieren, die mit fünf Prozent (minus fünf) gerade so noch ins Parlament kämen. Dort säßen erstmals auch Abgeordnete der AfD, für die die Umfrage satte acht Prozent (plus vier) ausweist. FDP und Linke blieben draußen, für sie würden jeweils drei Prozent der Wähler im Freistaat stimmen.

Zurück zur Rangliste der beliebtesten Politiker im Freistaat: Die Umfrage-Teilnehmer konnten Noten von eins bis sechs vergeben: Mit einer 2,5  (2015: 2,7) liegt Dieter Reiter vorn. Barbara Stamm erreicht die Note 2,7 (2,4), gefolgt von Horst Seehofer mit Note 2,8 (2,9) und Joachim Herrmann, der ebenfalls mit 2,8 (2,7) bewertet wird. Ihnen folgen Markus Söder mit Note 2,9 (2,7) und Gesundheitsministerin Melanie Huml mit einer 3,0 (3,0). Unabhängig von den parteipolitischen Präferenzen sieht die BR-Umfrage die bayerische Bevölkerung aktuell "deutlich verunsichert". Sechs von zehn Wahlberechtigten (57 Prozent) sehen in den derzeitigen Verhältnissen einen Anlass zur Beunruhigung, gut jeder Dritte (36 Prozent) gibt sich zuversichtlich. Unter anderem sei dies auf den "Umfang des Flüchtlingszuzugs" zurückzuführen, heißt es in der Umfrage.