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Corona-Lockerungen: Diese Klassen dürfen Montag zurück auf die Schulbank

Die Schulöffnungen in Bayern sollen in einem Vier-Stufen-Plan erfolgen: Ab dem kommenden Montag dürfen folgende Schüler wieder die Schulbank drücken.
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Unterricht
Am Montag startet der Unterricht in Bayern für alle Vorabschlussklassen und Viertklässler. Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Wie geht es weiter mit den Schulen und Kitas in Bayern? Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) haben konkrete Termine für die Öffnung der Schulen vorgestellt. Auch einige Kitas dürfen bald öffnen. Darüber informierten Söder und Piazolo am Dienstag (05.05.2020) in einer Pressekonferenz. 

Wie es mit Schulen und Kitas in Bayern genau weitergehen soll, lesen Sie hier. 

Update vom 08.05.2020, 10.38 Uhr: Am Montag startet die Schule für Vorabschlussklassen und Viertklässler

Auf die Abschlussklassen folgen weitere Jahrgänge: Am kommenden Montag (11. Mai 2020) startet die Schule in Bayern wieder für alle Jahrgänge, die im kommenden Jahr ihren Abschluss machen werden. Viertklässler werden den Unterricht ab Montag ebenfalls wieder in den Grundschulen besuchen. 

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Update vom 05.05.2020, 15.42 Uhr: Alle Schüler bis Mitte Juni wieder in der Schule

Bis Mitte Juni sollen alle Schüler in Bayern wieder die Schule besuchen können, "wenn das Infektionsgeschehen es zulässt", sagte Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Dienstag (05.05.2020) nach der Kabinettssitzung. Die Klassen sollen dabei, wenn nötig, geteilt werden, damit nicht mehr als 15 Schüler zusammen unterrichtet werden. Außerdem sollen sich der Unterricht in den Schulen mit dem Lernen zu Hause abwechseln, so Piazolo. Es soll aber "soviel Schule wie möglich" geben.

Beginnen werden am 11. Mai  alle Jahrgänge, die im kommenden Jahr ihren Abschluss machen, sowie die Viertklässler der Grundschulen.  Am 18. Mai sollen die 1. Klassen folgen, die 5. Klassen der Mittelschulen sowie die 5. und 6. Klassen der Realschulen und Gymnasien. Alle weiteren Schüler sollen nach den Pfingstferien starten. An den Ferienzeiten soll sich nach Angaben Piazolos aber nichts ändern. "Die Ferien bleiben."

Die Maskenpflicht an den Schulen solle laut Ministerpräsident Markus Söder (CSU) weiterhin gelten, allerdings nicht während des Unterrichts. Falls Sie einen Mundschutz online kaufen wollen - hier gibt es welche.

Viele Kinder dürfen bald wieder zurück in die Kitas

Wann genau alle Kindergärten und Kitas wieder öffnen dürfen, bleibt noch unklar. Bayern wolle aber die Hälfte aller Krippen- und Kindergartenkinder bereits bis Pfingsten wieder in die Kitas bringen, sagte Markus Söder am Dienstag nach der Kabinettssitzung. Bestimmte Kinderbetreuungseinrichtungen dürfen ab dem kommenden Montag ebenfalls wieder öffnen. Dazu zählen unter anderem Waldkindergärten und Tagespflege-Einrichtungen mit bis zu fünf Kindern.

Update vom 28.04.2020, 17.25 Uhr: Lehrerverband fordert Maskenpflicht an Schulen 

Der Deutsche Lehrerverband hat Beschlüsse der Kultusministerkonferenz kritisiert, keine Maskenpflicht an Schulen einzuführen. Zur Eindämmung der Corona-Pandemie wäre das zumindest auf Schulfluren, auf dem Pausenhof oder beim Warten auf den Schulbus geboten, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der Deutschen Presse-Agentur. Dort herrsche ein «dynamisches Geschehen», es könne Gedränge geben. Es sei damit auch viel schwieriger, an solchen Stellen den 1,50 Meter Mindestabstand einzuhalten als im Klassenraum mit weit auseinander gestellten Tischen.

Die Kultusminister schlagen ein freiwilliges Tragen von Mund-Nase-Schutz vor, sehen diesen als Ergänzung zu strikten Hygienevorgaben und dem Abstandhalten. Man müsse auch an den Schutz der Lehrer denken, mahnte Meidinger, selbst Schulleiter. Rund 12,5 Prozent seien über 60 Jahre alt - mit regional großen Unterschieden - und gehörten damit zur Corona-Risikogruppen. Dennoch geht er davon aus, dass auch ältere Pädagogen in die Schulen zurückkehren werden, «weil sie ihre Schüler nicht im Stich lassen wollen».

Update vom 24.04.2020, 12:15 Uhr: BR und Kultusministerium mit neuem Angebot für Schüler 

Die 60.000 Schüler und Schülerinnen der Abschlussklassen der Mittelschule werden am Montag den 27. April wieder an die Schulen zurückkehren. Sie nehmen den Schulbetrieb wieder auf, um eine bestmögliche Vorbereitung auf die Abschlussprüfung zu erhalten. Der bayerische Rundfunk und das Staatsministerium für Unterricht und Kultus möchte diese Abschlussklassen unterstützen und stellen daher auf verschiedenen Plattformen zusätzliche Lernvideos zur Verfügung, wie das Kultusministerium mitteilt. 

Angebot mit 80 Lernvideos in Englisch und Mathematik

Damit können die Schüler den Stoff in 80 Lernvideos wiederholen und festigen. Lehrkräfte erklären darin leicht verständlich die zentralen Inhalte anhand von Prüfungsaufgaben der letzten Jahre. Den Schülern ist es möglich im eigenen Tempo zu lernen und bei Bedarf die Videos auch nochmal anzuschauen. Das Angebot reicht von beispielsweise Strahlensätzen, Prozentrechnen, Wahrscheinlichkeit und quadratischen Funktionen in der Mathematik bis hin zu Wortschatz, Grammatik und Textverständnis in Englisch.

Prof. Dr. Piazolo betonte dazu, " In Zeiten der Schulschließungen sind kreative Formen des Lernens gefragt. Ich bedanke mich herzlich beim Bayerischen Rundfunk, dass wir zusammen im Bildungsbereich neue Wege gehen. Damit unterstützen wir unsere Mittelschüler tatkräftig beim selbstständigem Lernen zuhause." Auch der BR Fernsehdirektor freut sich über diese Zusammenarbeit: " Der bayerische Rundfunk hat in der Corona-Krise in kürzester Zeit zahlreiche digitale Innovationen gestartet, im kulturellen- wie im Bildungsbereich. Ich freue mich, dass wir nun zusammen mit dem Staatsministerium für Unterricht und Kultus unser Angebot "Schule daheim" noch erweitern und wünschen allen Schülern ein gutes Lernen mit unseren Angeboten!"

Die Angebote findet man in der BR-Mediathek für Mathe und Englisch. Zudem noch auf YouTube und in der mebis Mediathek 

Update vom 22.04.2020, 11.15 Uhr: Kultusminister Piazolo: "Keine schnelle Rückkehr in die Normalität"

Laut dem bayerischen Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) wird es im Freistaat keine schnelle Rückkehr in den schulischen Alltag geben. „Es gibt im Moment und auf absehbare Zeit keine Normalität an unseren Schulen“, sagte Piazolo in einer Pressekonferenz am Mittwochvormittag (22.04.2020). 

„Ab dem 27. April werden wir in Bayern einen schulischen Mischbetrieb haben“, so der Kultusminster weiter. Im Klartext: Für die allermeisten Schüler werde auch nach dem 27. April weiterhin die Beschulung zu Hause Alltag sein. „Das ist keine leichte Entscheidung, das ist uns sehr wohl bewusst“, erläuterte Piazolo. Er wisse, dass viele Eltern derzeit leiden unter der Situation und auch an „ihre Grenzen stoßen“.

Als Erstes werden zunächst die Abschlussklassen der jeweiligen Schulzweige mit dem Unterricht vor Ort starten – unter strengen Voraussetzungen, wie etwa kleinen Klassen und der Einhaltung von Abstandsregelungen. Ab dem 11. Mai dürfen dann Klassen, die im nächsten Jahr ihren Abschluss machen werden, in ihre Schule zurückkehren. Das Gleiche gilt auch für Schüler der vierten Grundschulklassen, die ihrerseits vor dem Übertritt auf eine weiterführende Schule stehen.

Kultusminister rechnet mit Wiederaufnahme von Unterricht noch in diesem Schuljahr

Piazolo rechnet zwar damit, dass sämtliche Klassen in Bayern noch in diesem Schuljahr wieder ihren Unterricht aufnehmen – allerdings nicht in der bislang bekannten Form. Der Kultusminister sagte weiter, Lernen zu Hause sei kein Ersatzunterricht und die Eltern seien auch keine Ersatzlehrer. Das, was in den letzten Wochen geleistet worden sei von allen Beteiligten der Schulfamilie sei „großartig“, erläuterte der Minister. 

Während vor den Ferien beim Homeschooling vor allem das Wiederholen im Mittelpunkt gestanden habe, müsse nun auch neues Basiswissen vermittelt werden. Diese Lernangebote sollten altersangemessen sein und auch eine Tagesstruktur für die Kinder und Jugendlichen schaffen. Es sollten „Grundlagen geschaffen werden für eine Wiederaufnahme des Unterrichts“ in der Zukunft.
  
Konkrete Daten oder Fahrpläne wollte Piazolo nicht nennen. Man arbeite an Plänen, wie man einen Schulbetrieb „räumlich und zeitlich schichten kann“. Zeitpläne könne er aber aktuell „nicht offenlegen“, weil diese Zeitpläne weiterhin vor allem nach dem Infektionsgeschehen gestaltet werden müssten. „Auf Sicht fahren“ sei weiterhin nötig.

Kein Präsenzunterricht für kranke Schüler und Lehrer über 60

Schüler und Lehrer mit Vorerkrankungen sowie Lehrkräfte über 60 Jahren müssen trotz der schrittweisen Öffnung der Schulen dort zunächst nicht am Unterricht teilnehmen. „Es gibt Risikogruppen, besonders gefährdete Menschen, sowohl bei den Schülerinnen und Schülern als auch bei den Lehrkräften“, sagte der Kultusminister. „Da ist selbstverständlich die Teilnahme am Präsenzunterricht bei einem entsprechend fachärztlichem Attest nicht notwendig.“ 

Dies gelte auch für schwangere Lehrerinnen. Grundsätzlich seien alle Lehrkräfte wie bisher im Dienst, entweder in der Schule oder für das Lernen zu Hause, betonte Piazolo. Die Über-60-Jährigen könnten auf freiwilliger Basis vor den wegen des Abstandsgebots verkleinerten Klassen lehren. Wie lange die Regelung für die ältesten Lehrkräfte gelte, sei noch unklar, erläuterte Piazolo. Er gehe aber nicht davon aus, dass das nächste Schuljahr unter völlig normalen Umständen starten werde.

(rw/epd/dpa)

Update vom 21.04.2020: Corona-Einschränkungen an den Schulen: Manche Klassen womöglich das ganze Schuljahr zuhause

Ab nächster Woche kehren die ersten Schüler in Bayern wieder an die Schulen zurück. Aufgrund der Ausgangsbeschränkungen in Bayern fällt überall seit mehreren Wochen der Präsenzunterricht aus. Begonnen wird zunächst mit den Abschlussklassen der jeweiligen Schulzweige – aber nur unter strengen Voraussetzungen, wie kleinen Klassen und der Einhaltung von Abstandsregelungen. Im Mai sollen die Schüler, die nächstes Jahr ihren Abschluss haben, an die Schulen zurückkehren.

Für die restlichen Schüler sind noch keine weiteren Schritte bekannt: Das Home-Schooling über das Internet wird hier noch länger die Regel bleiben. Lehrer sollen Inhalte und den Lehrstoff online vermitteln. Das gestaltet sich jedoch schwer, denn manche Schüler haben einfach mehr Erklärungsbedarf. Der Lehrerverband befürchtet, dass einige Kinder abgehängt werden könnten. Doch Änderungen sind erst mal nicht absehbar. 

Der Präsident des deutschen Lehrerverbandes Heinz-Peter Meidinger erklärte am Montag im Gespräch mit dem Bild-Talk „Die wichtigen Fragen“: „Wenn Schätzungen der Gesundheitsexperten richtig sind, dass es noch ein Jahr dauern könnte, dann müssen wir uns auch mindestens ein Jahr an den Schulen auf erhebliche Einschränkungen einstellen, also weit bis ins nächste Schuljahr hinein.“ Der Passauer Neuen Presse sagte Meidinger, einige Schulministerien gingen derzeit davon aus, dass manche Jahrgangsstufen vor den Sommerferien überhaupt nicht mehr in die Schulen zurückkehren würden. Auch Bayern gehöre dazu.

Meidinger fordert daher ein Konzept um alle Schüler erreichen zu können, um die Entstehung einer Wissenskluft zwischen den Schülern zu verhindern. Ein möglicher Weg könnte die Kürzung von Lehrplänen sein. Die weiteren Entwicklungen in der Coronakrise müssen daher auch hier beobachtet werden.

Update vom 16.04.2020: Schulunterricht in Bayern vorerst nur mit maximal bis zu 15 Schülern

Nach einer Kabinettssitzung am Donnerstag (16. April 2020) hat der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auf einer Pressekonferenz bekanntgegeben, wie es mit den Schulen in Bayern weitergehen soll. Die Staatsregierung hat demnach eine schrittweise Wiedereröffnung von Schulen beschlossen. 

Nach den coronabedingten Schulschließungen soll der Betrieb dort ganz langsam wieder anlaufen: Ab dem 27. April sollen Abschlussklassen an den Gymnasien, Real- und Mittelschulen als erste wieder zurück an die Schulen dürfen, ebenso Meisterklassen. Frühestens ab dem 11. Mai sollen an diesen Schulen die Jahrgänge folgen, die im kommenden Jahr ihren Abschluss machen, also etwa die derzeitigen Elftklässler an Gymnasien und die jetzigen Neuntklässler an Realschulen. Wann alle übrigen Jahrgänge zurück an die Schulen dürfen, ist demnach noch offen – vom 11. Mai bis zum Beginn der Pfingstferien sind es dann aber nur noch drei Wochen. Auch die Kitas sollen zunächst geschlossen bleiben – das hatte Söder schon am Mittwoch (15. April 2020) bei einer gemeinsamen Konferenz von Bund und Ländern angekündigt.

Was gilt es bei den Schulöffnungen zu beachten?

In den Schritt für Schritt wieder eröffneten Schulen in Bayern sollen nach Angaben von Kultusminister Michael Piazolo wegen des Coronavirus strenge Infektionsschutzmaßnahmen gelten. „Der Unterricht soll in maximal halber Klassenstärke mit 10 bis 15 Schülern erfolgen. So werden wir in den Klassenzimmern einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zwischen den Schülern gewährleisten“, sagte der Freie-Wähler-Politiker am Donnerstag nach der Sitzung des Kabinetts in München.

Auch an den Schulen stehe der Infektionsschutz an der erste Stelle.  Dafür brauche es besondere Rahmenbedingungen wie spezielle Sitzordnungen. „An bestimmten Schulen prüfen wir auch einen zeitlich versetzten Schulbeginn“, sagte Piazolo. Zudem brauche es Sonderregelungen für das Verhalten im Schulhaus. Ein Mensabetrieb oder Pausenverkauf werde etwa nicht möglich sein – auch keine Schulhofbesuche.

Für alle anderen Jahrgangsstufen einschließlich der Grundschulklassen bleibt es bei den Schulschließungen. Frühestens ab dem 11. Mai soll der Unterricht ausgeweitet werden, etwa auf die Jahrgangsstufe 4 der Grundschule oder auf Klassen, die im nächsten Jahr ihren Abschluss machen. „Der Unterricht für die Abschlussklassen ab 27. April ist keine Rückkehr zur Normalität. Eine größere Zahl an Schülerinnen und Schülern an den Schulen ist derzeit noch nicht möglich“, sagte Piazolo.

"Vorrücken auf Probe"

Er wisse, dass die Situation für alle Beteiligten nicht einfach sei. „Aber: Wir müssen das Coronavirus weiter eindämmen und unsere Mitmenschen schützen. Gemeinsam sind wir auf dem richtigen Weg – und dürfen jetzt nicht nachlassen.“ Wegen möglichen coronabedingten Wissenslücken versprach Kultusminister Piazolo: „Wir werden großzügig ein Vorrücken auf Probe erlauben.“

Ihm sei sehr wohl bewusst, dass der Unterricht Zuhause für viele Schwierigkeiten mit sich bringe. Deshalb werde es für alle Schülerinnen und Schüler, die gestaffelt in den Unterricht in den Schulgebäuden zurückkehren werden, „auch eine Phase des Ankommens“ geben. In dieser Zeit sollen Wissenslücken geschlossen und alle wieder auf den gleichen Stand gebracht werden.

Corona-Krise: Kein Ende in Sicht, bis es einen Impfstoff gibt

In einem Interview mit den ARD-Tagesthemen hatte Ministerpräsident Söder bereits am Dienstag (14. April 2020) davor gewarnt, die Corona-Beschränkungen zu schnell wieder zu lockern. Das öffentliche Leben in Bayern könnte wegen des Coronavirus auch auf lange Sicht stark eingeschränkt bleiben. "Solange es keinen Impfstoff gibt, bleibt Corona eine Herausforderung, wohl für das ganze Jahr. Wir müssen also lernen, damit zu leben und entsprechend umzugehen", erklärte Ministerpräsident Markus Söder bereits am 08. April 2020 nach einer Sitzung des Kabinetts in München.

Es wurde deutlich, dass sich die Menschen in Bayern auf längere Beschränkungen einstellen müssen. Wie die Strategie jedoch konkret aussehen könnte, sagte Söder nicht. Das Vorgehen in Österreich könnte als Beispiel herangezogen werden. Trotz, oder gerade wegen, all den Einschränkungen ist Söder in Bayern so beliebt wie noch nie zuvor. Die Ausgangsbeschränkungen und Auflagen gelten bislang bis zum 19. April 2020. Am Mittwoch (15. April 2020) wollen die Ministerpräsidenten der Länder mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über das weitere Vorgehen beraten. Wie vorab gemeldet wurde, sollen die Kontaktbeschränkungen wohl verlängert werden.

Man dürfe die Beschränkungen nicht zu früh lockern, sondern müsse in Stufen vorgehen, betonte Ministerpräsident Söder jüngst. "Nach Ostern werden Perspektiven entwickelt und abgestimmt", sagte der 53-Jährige. Unterstützung bekommt Söder von Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). Huml mahnte, man müsse die Debatte über mögliche Lockerungen sehr sachte führen. „Es nützt keinem, wenn die Zahlen wieder hochschnellen. Deswegen müssen wir sehr sorgsam vorgehen.“

Lehrpläne anpassen: Bleiben die Schulen in Bayern geschlossen?

"Wo es keine Änderungen wahrscheinlich geben wird und geben kann, das zeigt das Beispiel Österreich, sind die Bereiche, wo es auch kaum möglich ist, den Abstand zu halten: in der Gastro-Szene, Clubs, Diskotheken, Hotels und auch bei Veranstaltungen", betonte der CSU-Chef und verwies darauf, dass in Österreich trotz der ersten Lockerungen "frühestens Mitte Mai" über Wiedereröffnungen von Lokalen oder Restaurants diskutiert werde. Bemerkenswert fand Söder auch, dass Österreich davon ausgehe, dass es an den Grenzen "fast das ganze Jahr" Kontrollen geben werde. Auch das habe große Auswirkungen auf Deutschland und hier bestehende Reisepläne.

Und bei den Schulen müsse man "sehr klug überlegen und sehr sensibel damit umgehen". Söder sagte weiter: "Aus meiner Sicht ist klar: Wir wollen erreichen, dass diejenigen, die Abschlussklassen haben, eine Möglichkeit haben, diese zu bestehen." Das muss nicht automatisch durch den Schulunterricht erfolgen. Das kann auch in anderer Form sein." Und man müsse die Lehrpläne für das laufende Schuljahr anpassen.

Zudem betonte Söder, dass man etwa Grundschülern keine Maskenpflicht auferlegen könne. Man wolle aber andererseits nicht, dass die Schulen am Ende ein neuer Weg für eine "Rückkehr" des Coronavirus seien. Das Motto laute: "Solange wie nötig, so sicher wie möglich, aber auch so viel Freiheit wie möglich umzusetzen." Söder betonte: "Menschenleben gehen einfach vor Shopping-Touren."

Indes erklärte  der vorsitzende des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger gegenüber dem Bayerischen Rundfunk, dass es gerade jetzt klare Ansagen bräuchte. Seiner Ansicht nach, müsse schnellstmöglich Planungssicherheit geschaffen werden. „Ein vollständiges Anfahren kann ich mir nicht vorstellen.“ Er ersuche daher die Politik vor allem um Planungssicherheit und verlässliche Angaben. Denn selbst eine Rückkehr peu à peu zum Normalzustand sei seiner Meinung nach nicht so schnell umsetzbar. „Schulen brauchen etwa eine Woche Vorlauf, um sich darauf vorzubereiten."

Er schildert weiter: Selbst, wenn nur Schüler der Abschlussklassen in die Schule kämen, müssen Abstandsregeln in den Klassenzimmern eingehalten und daher Klassen geteilt werden.“ Darüber hinaus sei es notwendig, neue Hygienestandards einzurichten. Außerdem seien sowohl Schutzmasken als auch Desinfektionsmittel Mangelware. "Da gilt es viele Fragen zu klären: Wie machen wir es mit den Bussen, wie schaffen wir es, dass es am Pausenhof keine Grüppchenbildung gibt. Schüler und Lehrer müssen gut eingewiesen sein, sonst kann es nicht wieder losgehen." Laut Schätzungen des Kultusministeriums gehören beispielsweise 25 Prozent der Lehrer in Baden-Württemberg zur Risikogruppe. „Da haben wir Hausaufgaben zu machen, bevor die Schule starten kann“, sagt Meidinger entschlossen.

Im bayerischen Kultusministerium werden mit Blick auf die Corona-bedingten Schulschließungen derzeit verschiedene Zukunftsszenarien durchdacht. "Zwischen einer weiter vollständigen Einstellung des Unterrichtsbetriebs und einer flächendeckenden Wiederaufnahme sind auch verschiedene Abstufungen denkbar", hieß es am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Kultusminister Piazolo (Freie Wähler) sagte zuletzt: "Alles auf einmal wieder hochzufahren, ist sehr anspruchsvoll." Denkbar sei daher ein Stufenplan, so Piazolo zum Münchner Merkur.

Lehrerverband fordert Schutzmaßnahmen

Der "Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband" betonte derweil, dass es ohne eine eindeutige und umfassende Klärung aller Fragen rund um Schutzmaßnahmen keine Schulöffnung geben dürfe. "Der Gesundheitsschutz für die Kinder und Jugendlichen sowie für alle Beschäftigten muss sichergestellt sein, wenn die Schule wieder losgeht", forderte Präsidentin Simone Fleischmann.

"Der Minister muss klare Ansagen machen, wie der Gesundheitsschutz sichergestellt wird", sagt Fleischmann. Vor allem Risikogruppen müssten geschützt werden, betonte die "Lehrerverband"-Präsident am Dienstag. Auch bei pädagogischen Fragen rund um Abschlussprüfungen, Schulaufgaben, Noten, Übertritte und allgemein die Schullaufbahn müsse Piazolo nun eindeutige politische Ansagen machen.

Die "Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft" hatte zuvor bereits gefordert, einige Maßnahmen aus dem vor der Corona-Krise verkündeten Paket zur Bekämpfung des Lehrermangels an Grund-, Mittel- und Förderschulen zurückzunehmen. "Es ist davon auszugehen, dass der Coronavirus sich nach Öffnung der Schulen weiter verbreiten wird", argumentierte die "GEW".

Deshalb müssten Risikogruppen unter den Lehrern besonders geschützt werden. Entsprechend sollten Lehrkräfte wieder mit 64 Jahren vorzeitig in den Ruhestand wechseln können und ab 57 Jahren Teilzeit arbeiten können. "Dies mindert die Präsenz in den Schulen und damit die Ansteckungsgefahr."

Kindergärten und Kitas: Bald wieder geöffnet?

Ähnlich ist die Lage in den Kindergärten und Kindertagesstätten beziehungsweise Kitas. Bisher ist unklar, ob diese nach dem 19. April 2020 wieder öffnen. Melanie Huml stellte am Ostermontag klar: "Es ist einem Vierjährigen nun einmal schwerer zu erklären, dass er Abstand halten soll, als älteren Kindern.“

Kontaktverbote spielen auch in derartigen Einrichtungen eine zentrale Rolle. Ohne den Schutz des pädagogischen Personals zu gewährleisten, könnte das System nach einer raschen Wiederöffnung schnell kollabieren. 

In einer Petition fordern Tausende Menschen deshalb: "Herr Spahn, bitte sorgen Sie für eine bundeseinheitliche Regelung, die alle schützt. Und die Verbreitung des Virus wirklich effektiv verringert." Der Minister äußerte sich zuletzt zu den weiteren Entwicklungen. Darin sagte er, dass erste Lockerungen nach den Osterferien möglich seien. Unklar ließ es den Punkt, ob damit Schulen, Kitas und Kindergärten gemeint sind. 

Dem Handelsblatt sagte Spahn, dass eine "schrittweise Rückkehr zur Normalität nach den Osterferien" denkbar sei. Voraussetzung sei allerdings, dass sich die Bevölkerung über Ostern an die Ausgangsbeschränkungen halte. Auf die Petition, die mittlerweile mehr als 57.000 Menschen unterschrieben haben, ging er nicht ein.

Kita-Elternbeirat sieht späte Wiedereröffnung kritisch

Brandenburgs Kita-Elternbeirat sieht eine späte Wiedereröffnung von Kitas in der Corona-Krise kritisch. «Die Situation ist eh schon sehr angespannt bei vielen Eltern. Wenn das jetzt noch länger anhält, das werden einige finanziell nicht durchhalten», sagte der Sprecher des Landes- und Bundes-Kita-Elternbeirats, Danilo Fischbach, am Dienstag (14. April 2020). Auch wenn es sich dabei um das Land Brandenburg handelt, treffen diese Aussagen auch auf die Menschen in Bayern zu.

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hatte am Montag (13. April 2020) empfohlen, Kitas bis zu den Sommerferien im Notbetrieb zu lassen, und nur Fünf- bis Sechsjährige mit höchstens fünf Kindern im Raum auf den Übergang in die Grundschule vorzubereiten. Grundschulen und die Sekundarstufe I sollten unter bestimmten Voraussetzungen so bald wie möglich zuerst schrittweise öffnen.

Aus Sicht des Kitaelternbeirates ist eine solche schrittweise Wiederaufnahme nicht sinnvoll. Das könne laut Fischbach zu Stigmatisierungen bei Eltern durch Arbeitgeber führen, wenn sie beispielsweise auf Jobsuche sind. «Dann heißt es, sie haben ein Kita-Kind, dann sind sie erstmal nicht voll einsetzbar - mit Schulkind aber schon.» Das könne Eltern zuzüglich finanziell belasten. Mehrere Eltern hätten bereits jetzt Schwierigkeiten, Rechnungen zu bezahlen.

«Fünf Wochen sind die Kinder jetzt zu Hause. Die sozialen Kontakte sind eingeschränkt. Wenn die Schließungen weiter andauern - beim Besten willen, tut den Kindern das nicht an», sagte eine 32-Jährige Mutter aus Königswusterhausen (Landkreis Dahme-Spreewald), die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. . «Sie müssen gefordert und gefördert werden.»

Um Väter und Mütter zu unterstützen, hatte der Bundestag Ende März unter anderem beschlossen, dass der Staat für zunächst sechs Wochen 67 Prozent des Lohns weiter zahlt, wenn Eltern Kinder unter zwölf Jahren wegen geschlossener Kitas und Schulen daheim betreuen müssen. Die Summe ist gedeckelt auf höchstens 2016 Euro pro Monat. Bund und Land teilen sich die Lohnfortzahlung.

Für Mike Lippok von der Bürgerinitiative Kitaplätze aus Oberhavel und Vater von zwei Kindern (4 und 6), ist das zu wenig. Dass sie die Arbeit zur Seite legen und eine Lohnfortzahlung beantragen, darüber denke die Familie gar nicht erst nach. «Das wäre für uns finanziell nicht zu tragen.» Lippok ist Führungskraft. Von vielen seiner rund 20 Mitarbeiter höre er ähnliches. «67 Prozent, das reicht für viele nicht. Da denkt keiner drüber nach, weil das finanziell nicht machbar ist.»

tu/sl/ak/ha/dn/dpa