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München
Corona-Maßnahmen

So wird die Testpflicht ab Montag den bayerischen Schulalltag verändern

Unabhängig vom Inzidenzwert wird ab Montag (12.04.) regelmäßig in bayerischen Schulen getestet. Wie das den bisherigen Schulalltag ändern wird, lesen Sie bei inFranken.de.
 
Schule Grundschule Schüler Kinder
Ab Montag wird wöchentlich in Schulen getestet. Wie wird das den Schulalltag in Bayern verändern? Foto: unsplash.com/Taylor Wilcox
  • Bayern führt generelle Corona-Tests an Schulen ein
  • Testpflicht gilt nach den Osterferien
  • Test-Regeln im Überblick 
  • Aiwanger für Wegfall der Maskenpflicht im Unterricht

Das bayerische Kabinett hat am Mittwoch (7. April 2021) über die Corona-Lage im Freistaat beraten und dabei vorerst Abstand von geplanten Lockerungen genommen. Während der Kabinettssitzung wurde aber auch das Bildungswesen thematisiert. Um die Sicherheit an den Schulen in Bayern zu erhöhen und perspektivisch mehr Präsenzunterricht zu ermöglichen, gilt nach den Osterferien nun überall eine Testpflicht - unabhängig vom lokalen Inzidenzwert.

Nach den Osterferien: Mindestens zwei Corona-Tests pro Woche an Bayerns Schulen

Für die Teilnahme am Präsenzunterricht in Bayerns Schulen ist nach den Osterferien ein Corona-Test verpflichtend. "Wir sehen, dass die Schulen ein sehr intensiver Teil des pandemischen Geschehens sind", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach der Sitzung des Kabinetts in München.

Das sind die Testpflicht-Regeln an bayerischen Schulen im Überblick:

  • Schülerinnen und Schüler müssen direkt in der Schule einen PCR-, Schnell- oder Selbsttest machen
  • Der Test muss vor Unterrichtsbeginn erfolgen
  • Bei einer örtlichen 7-Tage-Inzidenz unter 100 muss zweimal pro Woche getestet werden 
  • Bei einer örtlichen 7-Tage-Inzidenz über 100 muss mindestens zweimal wöchentlich getestet werden
  • Wer den Test verweigert oder in Quarantäne muss, erhält Distanzunterricht
  • Alle Regelungen gelten analog auch für Lehrkräfte und anderes schulisches Personal

Söder verärgert über Vorschläge von Interessensverbänden

Bislang galt eine Testpflicht an Schulen nur in Regionen mit einer Inzidenz von über 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern binnen einer Woche.

Söder zeigte sich verärgert ob der Vielzahl von Vorschlägen, die von Interessensverbänden nahezu im Tagesabstand in der Öffentlichkeit platziert werden. "Die einen wollen die Impfreihenfolge ändern, die anderen wollen das Abi ausfallen lassen. Dritte wollen Bashing machen über Lehrer beispielsweise, andere wiederum wollen die Ferien verändern und verkürzen. Ich glaube, dass das alles falsch ist." Die Schulgemeinschaft brauche in erster Linie Verlässlichkeit und nicht ständig neue Unruhe.

Dies sieht auch Kultusminister Michael Pizaolo (Freie Wähler) so. Er kündigte an, dass der Unterricht nach den Osterferien am Montag wieder losgehe und die Abschlussprüfungen wie geplant stattfänden.

Testkits in ausreichender Menge vorhanden

"Es ist eine Riesenchance, dass wir in den Schulen testen können", betonte Piazolo. Testkits halte der Freistaat in ausreichender Menge vor, aktuell hätten nur sehr wenige Schulen noch nicht genügend bekommen.

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Zusammen mit den Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen sowie 2,6 Millionen FFP2-Masken für die Lehrkräfte ergebe die Testpflicht "ein Paket, das Hoffnung gibt, das Sicherheit spendet.

Damit verbunden sei auch eine gewisse Aussicht, dass mittelfristig wieder mehr Kinder und Jugendliche vor Ort unterrichtet werden könnten.

Aiwanger plädiert für Unterricht ohne Masken für frisch getestete Schüler

Der stellvertretende bayerische Ministerpräsident Hubert Aiwanger (Freie Wähler) möchte Schulkindern nach einem negativen Corona-Test Unterricht ohne Maske erlauben. In einigen Wochen solle es seiner Ansicht nach heißen: "negativ getestet heißt runter mit der Maske", sagte er am Donnerstag (8. April) bei einer Diskussionsveranstaltung mit der Initiative Lasst uns öffnen, die sich für Lockerungen der Corona-Maßnahmen einsetzt.

Aiwanger verteidigte die Planung, Tests direkt in den Schulen abzunehmen. Wenn man sie die Eltern und Kinder zuhause machen lasse, müsse man bedenken, dass es auch 20 Prozent Kinder gebe, die ohne Frühstück in die Schule geschickt würden. Daher müsse man dann damit rechnen, dass ein zweistelliger Prozentsatz «ohne Test in der Schule aufschlägt». Ein Test in der Schule berge zwar das Risiko, dass ein positiv getestetes Kind «mit hochrotem Kopf in der Klasse sitzt», weil ihm das Ergebnis peinlich sei, dennoch glaube er, dass dies der richtige Weg sei. Ursprünglich seien die Freien Wähler zwar für Elterntests gewesen, hätten sich in der Koalition aber nicht durchsetzen können.

Aiwanger verteidigte dabei auch das sogenannte Tübinger Modell, das Lockerungen für Gastronomie, Kultur und Handel mit aktuellen negativen Tests vorsieht. Er würde nicht unterschreiben, dass es gescheitert sei. Die Initiative Lasst uns öffnen hatte für Donnerstag zu Pressekonferenzen und Kundgebungen in Bayern aufgerufen. Unter anderem in München, Tegernsee, Bad Füssing, Pfaffenhofen, Bad Kissingen, Regensburg, Deggendorf und Mühldorf. Zudem hatte sie Unterstützer zu Postings unter #lasstunsöffnen aufgerufen. Bis zum frühen Donnerstag-Nachmittag hielt ich die Resonanz auf Twitter allerdings noch sehr in Grenzen.

Widerstand gegen verpflichtende Tests

Derweil hat der Forchheimer Anwalt Mario Bögelein im Namen eines Viert- und eines Zwölftklässlers einen Eilantrag gegen die Testpflicht beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof eingereicht. Eine Entscheidung werde noch vor dem Ende der Osterferien erwartet.

In einem unter anderem vom Bayerischen Elternverband unterschriebenen Offenen Brief forderte die Arbeitsgemeinschaft "Bildung in der Pandemie" unterdessen, dass die Tests freiwillig bleiben müssten. Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband wiederholte wiederum seine Forderung, "wenn nicht absolut sicher getestet werden kann und die Impfangebote nicht da sind, dann müssen die Schulen zu bleiben".

Die Kultusminister der Länder beraten am Donnerstag (8. April 2021) über das weitere Vorgehen an den Schulen. In neun der 16 Bundesländer gehen am Sonntag die Osterferien zu Ende. Überraschende Entscheidungen zu einem bundeseinheitlichen Vorgehen zeichnen sich aber nicht ab, denn viele Bundesländer haben für ihre Schulen bereits Pläne gemacht. 

sl/mit Material von dpa

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