Gleich, welches Alter: Die Corona-Pandemie hat sich auf die Psyche vieler Menschen in Bayern ausgewirkt. "Bereits die Sorge vor einer Coronainfektion kann zu psychischen Beeinträchtigungen führen", heißt es im ersten Bayerischen Psychiatriebericht des Gesundheitsministeriums.

Vor allem die Folgen der Isolation im Lockdown und der sozialen Distanz machten Menschen zu schaffen. Hinzu kämen wirtschaftliche Unsicherheit, materielle Notlagen, Existenzängste oder Perspektivlosigkeit.

Psychische Belastungen durch die Pandemie: Kinder und Senioren besonders betroffen

Studien zeigten eine Zunahme von Depressionen und Angstsymptomen in der Bevölkerung. "Weitere psychische Folgen der Pandemie und des Lockdowns können posttraumatischer Stress, Verwirrung, Niedergeschlagenheit, Wut und Ärger sowie Schlafbeschwerden sein." Auch Einsamkeit war ein Thema bei vielen - ein Risikofaktor für seelische Erkrankungen.

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Während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 waren vor allem Menschen in den Heimen und ihre Angehörigen durch die Besuchsverbote psychisch stark belastet. Spätestens der zweite Lockdown im Spätherbst 2020 habe dann insgesamt zu einer stärkeren psychischen Belastung der Bevölkerung auch in jüngeren Altersgruppen geführt, hieß es - auch wenn die Studienlage teils noch nicht eindeutig sei.

Kinder, Jugendliche und Senioren seien besonders betroffen. Aber auch Menschen mit psychischen Vorerkrankungen, einer überstandenen Covid-19-Infektion oder medizinisches Personal habe vermehrt mit seelischen Problemen zu kämpfen.

Drogenkonsum und Glücksspiele - Aber auch positive Wendungen zu beobachten

Offenbar habe mancher infolgedessen häufiger zu legalen oder illegalen Drogen gegriffen, hieß es. Auch bei Glücksspielen und krankhafter Internetnutzung habe sich die Suchtgefährdung wohl erhöht. Auf der anderen Seite habe die Pandemie manche Menschen auch stärker gemacht, weil sie an der Krise gewachsen seien und ihre Beziehungen zu anderen Menschen verbessert hätten.

Kinder und Jugendliche reagierten jedoch verstärkt mit Angst und Depressionen auf Schulschließungen, die Verringerung sozialer Kontakte und dem Wegfall von Hobby- und Sportmöglichkeiten. Auch junge Erwachsene zeigten vermehrt Trauer und Depression.

Zwar sollten ältere Menschen durch strikte Vorschriften besonders geschützt werden, sie litten dadurch aber auch besonders stark unter Isolation, Einsamkeit und Perspektivlosigkeit. Für über 75-Jährige sei die Angst vor einer Infektion teils regelrecht zu einer Todesangst geworden, hieß es: "Die Betroffenen können sich oftmals niemandem mitteilen und quälen sich mit der Erwartung, wegen Corona allein zu sterben." 

Überstandene Corona-Infektion kann nach Monaten noch Auswirkungen haben

Auch Menschen, die eine Covid-19-Erkrankung durchgestanden haben, sind vermehrt betroffen: Aktuelle Studien weisen darauf hin, dass das Virus im Zuge der Infektion neurologische und neuropsychiatrische Komplikationen wie Angststörungen, Depression, Vergesslichkeit und Delirium verursachen kann - und das noch nach Monaten.

Nach den Daten des Robert Koch-Instituts zeigen etwas mehr als 17 Prozent der Kinder und Jugendlichen und 28 Prozent der Erwachsenen in Deutschland psychische Auffälligkeiten oder Störungen.

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