• Corona-Regeln in der Schule: Neue und alte Regeln im Überblick
  • Wo müssen die Schüler*innen Masken tragen?
  • Wie läuft die Corona-Testung ab?
  • Müssen ganze Klassen in Quarantäne, bei einem positiven Fall?

Mit umfassenden Hygienevorgaben starten die mehr als 6000 Schulen im Freistaat ins neue Schuljahr. Im Klassenzimmer gilt dann erst einmal wieder eine generelle Maskenpflicht. Einige Antworten darauf, welche neuen und alten Regeln zum Schulstart gelten:

Wo müssen die Schülerinnen und Schüler Masken tragen?

In den "ersten Unterrichtswochen" gilt generell in allen Innenräumen der Schulen wieder die Maskenpflicht. Auch am Arbeitsplatz im Klassenzimmer dürfen Kinder und Jugendliche diese nicht absetzen, sofern sie nicht mindestens eineinhalb Meter vom Sitznachbarn entfernt sind - selbst wenn sie geimpft sind. An Grundschulen reicht eine einfache Mund-Nasen-Bedeckung aus, ab der fünften Klasse ist eine medizinische Maske gefordert.

Die Maßnahme solle insbesondere Infektionen durch Reiserückkehrer verhindern, sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) bereits am Ende des vergangenen Schuljahres.

Er forderte die Eltern auch auf, die Kinder auf jeden Fall in den Tagen vor dem Schulstart noch einmal testen zu lassen. Wie lange die Maskenpflicht konkret gelten soll, ist bislang nicht bekannt. Im Raum Bamberg befürchtet indes ein lokales Unternehmen, dass es wieder volle Busse zum Schulstart gibt.

Werden die Kinder weiterhin in der Schule getestet?

Die bereits aus dem vergangenen Schuljahr bekannten Schnelltests bleiben. Dreimal die Woche sollen sich alle Kinder und Jugendlichen selbst testen. Für die Grundschüler sowie Kinder in Förderzentren wird es, spätestens nach einer Übergangsphase, allerdings neue Tests geben.

Bei ihnen sollen dann die sogenannten PCR-Pooltests zum Einsatz kommen, sobald die logistischen Voraussetzungen dafür geschaffen sind. PCR-Tests gelten als zuverlässiger als die sonst üblichen Schnelltests.

Wie funktionieren diese neuen "Lollitests"?

Die Kinder sollen künftig zweimal pro Woche die sogenannten Lollitests machen - statt drei Schnelltests. Jedes Kind lutscht dafür dann an zwei Tupfern. Zunächst werden dann im Labor die Proben von allen gesammelt - also als Pool - untersucht. Findet sich ein Hinweis auf eine Infektion in der Klasse, werden die zweiten Proben der Kinder einzeln analysiert, um die Betroffenen zu finden und die Schulen sowie Eltern vor dem Schulbeginn am nächsten Tag zu informieren.

Ob dies bereits in der kommenden Woche flächendeckend so funktioniert, ist noch unklar. Piazolo hat zugesagt, dass die Pooltests "rasch nach Unterrichtsstart" beginnen würden. Zumindest noch im September sollen diese überall möglich sein.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in München müssten für eine halbe Million Schülerinnen und Schüler aus mehr als 25 000 Klassen an 3300 Standorten täglich die Tests abgeholt und in Labore transportiert werden. Bis dieses System steht, kommen auch in Grundschulen noch die bisherigen Selbsttests zum Einsatz.

Werden auch die Kinder in den Kitas auf diese Weise getestet?

In den Kindertagesstätten sind keine Pooltests geplant. Das Sozialministerium setzt auf freiwillige Selbsttests, die die Eltern zu Hause bei ihren Kindern durchführen sollen.

Dazu sollen weiterhin Berechtigungsscheine von den Einrichtungen verteilt werden, die in Apotheken eingelöst werden können. "Mit jedem Berechtigungsschein erhalten die Familien für einen Zeitraum von jeweils fünf Wochen zehn Selbsttest-Kits pro Kind", erklärte das Ministerium.

Müssen ganze Schulklassen in Quarantäne, wenn ein Kind positiv getestet wird?

Dies soll nach Beratungen der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) vermieden werden. "Wir alle wollen so wenig Quarantäne wie möglich", sagte Bayerns Gesundheitsminister und GMK-Vorsitzender Klaus Holetschek (CSU) am Montag nach der Sitzung der Minister. Der Präsenzunterricht solle so weit wie möglich stattfinden können.

Grundsätzlich soll bei einem Corona-Fall nicht mehr für die gesamte Klasse Quarantäne angeordnet werden. Symptomfreie Kinder, die als enge Kontaktpersonen zunächst in Quarantäne mussten, sollen diese frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen Test beenden können.

Die Bundesländer hatten bislang unterschiedliche Regelungen und wollen nun möglichst einheitlich agieren. Wie die bayerischen Gesundheitsämter die Regelungen nun konkret umsetzen und wer insbesondere bei Verdachtsfällen als Kontaktperson gilt, bleibt abzuwarten.

Wird der Lehrplan durch Corona beeinflusst?

Dazu äußerte sich Kultusminister Michael Piazolo am Donnerstag (09. September 2021): "Ganz besonders wichtig ist mir: Wir arbeiten kontinuierlich daran, gezielt die Schülerinnen und Schüler zu fördern, die von den Auswirkungen der Corona-Pandemie besonders betroffen waren. Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit für alle ist mir ein persönliches Anliegen. Mit dem Programm gemeinsam.BRÜCKEN.bauen bieten wir deswegen umfangreiche Fördermaßnahmen für unsere Schülerinnen und Schüler."

Außerdem: "Den Lehrkräften geben wir die nötigen Spielräume, die sie brauchen. Konnten wichtige Inhalte in einer Jahrgangsstufe im alten Schuljahr nicht mehr behandelt werden, kann dies im neuen Schuljahr noch nachgeholt werden. Und auch im neuen Schuljahr können im Lehrplan Schwerpunkte gesetzt werden, um zusätzliche Zeit für Vertiefung und Wiederholung zu gewinnen. In den Abschlussklassen weisen wir prüfungsrelevante Inhalte explizit aus", ergänzt Michael Piazolo.

Sind die Lehrer mit den Maßnahmen zufrieden?

Zumindest mehrere Lehrerverbände sehen das Konzept der Staatsregierung nicht als ausreichend an. Die Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände, in der vier Einzelverbände vertreten sind, bemängelt, dass es auch nach drei Corona-Wellen kein "klares Gesundheitskonzept für unsere Schulen" gebe.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisiert ebenfalls die Pläne der Ministerien. Die GEW bemängelt beispielsweise wie die Arbeitsgemeinschaft, dass bislang nicht ausreichend Luftreiniger in den Klassenzimmern zur Verfügung stünden. Obwohl dies seit mehr als einem Jahr diskutiert, vehement gefordert und vor den Sommerferien auch von der Staatsregierung versprochen worden sei, existierten "in der Breite keine technischen Lüftungs- oder Luftfilteranlagen", teilte die GEW mit.