• Übergangsregelung: Die bestehenden Corona-Regeln in Bayern werden bis zum 2. April 2022 verlängert
  • Änderungen gibt es bei der Maskenpflicht in Schulen - hier gibt es einen Stufenplan
  • Kontaktbeschränkungen und Kapazitätsgrenzen entfallen seit 19. März
  • Auch weitere Corona-Maßnahmen werden gestrichen

Bayern verlängert, aber lockert die Corona-Regeln: Aufgrund der hohen Infektionszahlen macht Bayern von der Möglichkeit Gebrauch, einige auslaufende Corona-Maßnahmen bis zum 2. April zu verlängern. Bis zum 2. April bleibt es bei den bisherigen 2G Plus-, 2G- und 3G-Zugangsregeln und bei der Maskenpflicht. Das hat das Kabinett am Dienstag (15. März 2022) beschlossen, wie Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) anschließend mitteilte. Der Freistaat nutzt damit eine Übergangsfrist für viele bestehende Corona-Regeln, wie sie im aktuellen Bundesinfektionsschutzgesetz vorgesehen ist. Die angepassten Regeln gelten seit Samstag, dem 19. März. Hier die Regelungen im Überblick.

Lockerungen ja - aber es bleiben einige Corona-Maßnahmen 

Weiterhin gelten bis zum 2. April die Zugangsbeschränkungen nach Impf-, Genesenen- bzw. Teststatus. Die 2GPlus-, 2G- und 3G-Regeln bleiben also erhalten. Es gilt weiterhin:

  • 2GPlus in Diskotheken und ähnlichen Angeboten
  • 2G im Sport-, Kultur- und Freizeitbereich. Außerdem bei Messen und öffentlichen und privaten Veranstaltungen
  • 3G in der Gastronomie und in Beherbergungsbetrieben sowie an Hochschulen

Die Maskenpflicht bleibt in weiten Teilen erhalten. So gilt im Handel und anderswo weiterhin Maskenpflicht mit dem FFP2-Standard. Hingegen wird die Maskenpflicht in Schulen angepasst.

  • Ab 21. März entfällt die Maskenpflicht am Platz in den Grundschulen sowie an Förderschulen
  • Ab 28. März entfällt die Maskenpflicht am Platz auch für die 5. und 6. Klassen aller Schulen

Kontaktbeschränkungen entfallen komplett

Die sonstigen Regelungen für Schulen und Kitas, insbesondere die Durchführung von Tests, bleiben bis zum 2. April erhalten. Zudem benötigen Besucher in vulnerablen Einrichtungen wie beispielsweise Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen weiterhin einen tagesaktuellen Schnelltest. Beschäftigte dieser Einrichtungen brauchen – analog der bisherigen Bundesregelung – zwei Tests pro Woche, wenn sie geimpft oder genesen sind, und tagesaktuelle Tests, wenn sie nicht geimpft oder genesen sind.

Lockerungen gibt es hingegen anderswo: So sind seit 19. März alle Kontaktbeschränkungen und Kapazitätsbegrenzungen für Veranstaltungen. Das Tanz- und Musikverbot in der Gastronomie entfällt, ebenso wie eventuell verhängte Alkoholverbote in Städten. Das bisherige Verbot von Volksfesten und Jahresmärkten und das Verbot, auf öffentlichen Plätzen zu feiern, werden ebenso abgeschafft, wie die Sonderregelungen für Gottesdienste. In Kitas soll die Aufteilung in feste Gruppen aufgehoben werden. Einen Sonderfall gibt es im öffentlichen Nahverkehr und im Fernverkehr: Da es sich hier um eine bundesweite Regelung handelte, ändern sich die Vorgaben im ÖPNV erst am 20. März. Ab Sonntag entfällt dann die 3G-Regel in Bayerns Bussen und Bahnen.

Nach dem Gesetzentwurf der Bundesregierung für das überarbeitete Infektionsschutzgesetz sollten am Wochenende zum 20. März eigentlich bundesweit alle tiefgreifenden Corona-Maßnahmen auslaufen. Bleiben sollten nur Maskenpflichten in Pflegeheimen, Kliniken, im Nah- und Fernverkehr sowie Testpflichten in Pflegeheimen und Schulen. Die Länder konnten allerdings eine Übergangsfrist bis zum 2. April nutzen - was neben Bayern auch andere Bundesländer taten. Und: Sollte sich die Corona-Lage regional verschärfen, können die Länder per Landtagsbeschluss wieder strengere Regeln einführen - wobei viele der bislang möglichen Maßnahmen dann ausgeschlossen sind. In Bayern sind die Infektionszahlen zuletzt massiv gestiegen. Auch die Einführung einer Hotspot-Regelung für ganz Bayern ist deswegen in der Diskussion.

Söder kritisiert das neue Infektionsschutzgesetz

Mit der Abschaffung der Maskenpflicht zunächst an Grundschulen setzten sich die Freien Wähler nunmehr gegenüber der CSU durch, die dies zuletzt noch abgelehnt hatte. Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) begründete die Entscheidung damit, dass es an den Grundschulen PCR-Pool-Tests gebe und künftig auch in den 5. und 6. Klassen. Zudem belaste das Maskentragen die Kleinsten ganz besonders.

Nach der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) am Donnerstag (17. März 2022) übte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) viel Kritik am neuen Infektionsschutzgesetz. Söder sprach von einem "Corona-Rückschritt" und warf der Ampel-Regierung "schlechten Stil" vor. Der Basisschutz gehe Söder nicht weit genug. 

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