• Seit 28. Dezember 2021 gelten strengere Kontaktbeschränkungen
  • Lockerungen wurden im Januar beschlossen, vor allem für Sport und Kultur
  • Überblick: Das sind die aktuellen Corona-Regeln in Bayern (Stand: 27.1.2022)

Wegen der Coronavirus-Variante Omikron gelten bereits seit 28. Dezember 2021 in Bayern verschärfte Regelungen. Nach den Ministerpräsidentenkonferenzen im Januar hat auch das bayerische Kabinett die geltenden Regeln überarbeitet. Zuletzt ist das am Dienstag, 25. Januar, passiert. Hier im Überblick, was in Bayern aktuell gilt und worauf man achten muss. Die aktuellen Regeln sind am Donnerstag, 27. Januar, in Kraft getreten. 

Corona-Regeln in Bayern: Das gilt aktuell im Freistaat

Zunächst waren die Corona-Regeln in Bayern seit dem 28. Dezember 2021 verschärft worden, bis auf die Maßnahmen in der Gastronomie: Hier blieb Bayern bei 2G statt bei 2G-Plus, wie von Bund und Ländern beschlossen. Aufgrund der Entwicklung der Omikron-Variante mit hohen Infektionszahlen, aber derzeit geringerer Belegung der Intensivstationen hat Bayern inzwischen Lockerungen eingeführt. Auch hier hat der Freistaat wieder den Alleingang gewagt: Markus Söder und seine Regierung haben abweichend von den Beschlüssen des Bund-Länder-Gipfels am 24. Januar Lockerungen für Kultur und Sportveranstaltungen beschlossen.

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Seit dem 27. Januar 2022 gelten in Bayern folgende Maßnahmen:

  • Kontaktbeschränkungen: Seit dem 28. Dezember 2021 gelten für Geimpfte und Genesene Kontaktbeschränkungen: Nur noch maximal zehn Geimpfte und Genesene dürfen sich ab dann treffen - Kinder bis 14 Jahren sind davon ausgenommen.
  • Auch bei 2G-Regelungen und 2G-Plus-Erfordernissen werden Kinder unter 14 Jahren befreit. Diese Regel bleibt weiterhin bestehen. Die Ausnahme von 2G in der Gastronomie, im Beherbergungswesen sowie bei sportlicher, musikalischer oder schauspielerischer Eigenaktivität zugunsten minderjähriger Schülerinnen und Schüler, die regelmäßig getestet werden, soll auch künftig gelten - immer dann, wenn die Infektionsschutzmaßnahmenverordnung verlängert wird.
  • Die Beschränkungen für Ungeimpfte bleiben weiterhin unverändert bestehen. Damit dürfen sich Angehörige eines Haushalts nur noch mit maximal zwei Menschen aus einem weiteren Haushalt treffen, sobald mindestens ein Ungeimpfter daran teilnimmt.
  • Bei 2G Plus entfällt Testpflicht für Geboosterte direkt nach der Auffrischungsimpfung: Weiterhin sind Menschen, die eine Auffrischungsimpfung erhalten haben, von der Testpflicht in Bereichen, in denen 2G Plus gilt, ausgenommen. Anders als bisher gilt man in Bayern nicht mehr erst nach 14 Tagen als geboostert, sondern sofort nach dem 3. Piks.
  • Testpflicht für Genesene, die sich nach der zweiten Impfung infiziert haben, entfällt: Zusätzlich entfällt die Pflicht zur Vorlage eines Testnachweises für Personen, die nach vollständiger Immunisierung (nach der zweiten Impfung) eine Infektion überstanden haben (Impfdurchbruch).
  • Für Kultureinrichtungen wie Theater und Kinos bedeutet dies, dass die Zuschauerkapazität von 25 auf 50 Prozent erhöht wird. Das macht laut Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) auch neue Hygienekonzepte notwendig, um mehr Gäste einlassen zu können.
  • Geisterspiele finden nicht mehr statt: 10.000 Zuschauer sind bei überregionalen Großveranstaltungen erlaubt, also beispielsweise bei Bundesliga-Spielen. Für überregionale Sportveranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauern gilt zudem: Es dürfen maximal 25 Prozent der Kapazitäten genutzt werden. 2G-Plus, Maskenpflicht, Alkoholverbot und Mindestabstand gelten weiterhin. Die neue Regelung komme vor allem kleineren Vereinen zugute, die mittlerweile auf eine Existenzkrise zusteuern, erklärte Herrmann in einer Pressekonferenz am Dienstag (25.1.2022).
  • Quarantäne-Regeln werden angepasst: Ab sofort wird die Quarantäne-Dauer vereinheitlicht - 10 Tage für alle - für Kontaktpersonen ebenso wie für Infizierte. Ein PCR-Test ist nach Ablauf der Quarantäne nicht mehr notwendig. Es ist möglich, sich vor Ablauf der 10 Tage (nach 7 Tagen) frei zu testen. Für Beschäftigte, die mit vulnerablen Gruppen arbeiten, ist dafür ein PCR-Test notwendig. Schüler und Schülerinnen können sich nach 5 Tagen freitesten. Personen in Isolation können sich nur dann freitesten, wenn sie vor der Testung 48 Stunden symptomfrei waren.
  • Geboosterte Personen müssen nicht mehr in Quarantäne: Geboosterte müssen auch als Kontaktpersonen nicht mehr in Quarantäne, das Gleiche gilt für frisch Genesene (nach der zweiten Impfung) und frisch Geimpfte (bis zu drei Monate nach der zweiten Impfung), sobald der Bund die hierfür notwendigen Rechtsänderungen vorgenommen hat. Das soll am Freitag (14. Januar 2022) oder am Samstag (15. Januar 2022) soweit sein. 
  • Die 3G-Regelung am Arbeitsplatz (geimpft, getestet, genesen) bleibt weiterhin bestehen.
  • 2G-Regel in Kinos, der Gastronomie, im Theater und bei Kulturveranstaltungen bleibt - in Ausnahmen gilt 2G Plus. Am Mittwoch (29. Dezember 2021) hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof entschieden, dass Bekleidungsgeschäfte nun wieder von der 2G-Regel ausgenommen sind. Inzwischen hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof auch generell die 2G-Regelung im Einzelhandel gekippt. Im gesamten Einzelhandel, nicht nur in Geschäften des täglichen Bedarfs, ist 2G abgeschafft. 
  • Tanzveranstaltungen sind komplett untersagt - unabhängig davon, ob sie in Clubs oder Diskotheken oder außerhalb geplant waren.
  • Betriebe der kritischen Infrastruktur - zum Beispiel Feuerwehr, Polizei oder Krankenhäuser - müssen Pläne ausarbeiten, um Betrieb während der Pandemie zu jeder Zeit aufrechterhalten zu können.
  • Kitas: Ab dem 10. Januar 2022 haben Sorgeberechtigte eine Testnachweispflicht. Das bedeutet, sie müssen dreimal in der Woche glaubhaft versichern, dass Kinder ab dem ersten vollendeten Lebensjahr einen negativen Selbsttest vorweisen können. Die Tests müssen montags, mittwochs und freitags erfolgen und werden vom Freistaat Bayern bezahlt. An der Vorgabe gibt es auch Kritik. Eine Elterninitiative aus Franken kritisiert den Aufwand als zu groß und macht sich für flächendeckende PCR-Tests auch in Kitas stark.
  • Schulen: Mit Schulbeginn am 10. Januar 2022 gilt in Bayerns Schulen wieder eine Testpflicht - auch für zweifach geimpfte oder genesene Schüler*innen. 
    • In Grund und Förderschulen wird zweimal pro Woche ein PCR-Pooltest durchgeführt (sogenannter "Lollitest").
    • In allen anderen Schulen wird dreimal die Woche getestet. Das machen die Schüler*innen selbst. Alternativ wird jeweils auch ein negativer PCR- oder POC-Antigen-Schnelltest akzeptiert.
  • Lockerungen gibt es auch bei der Jugendarbeit: Minderjährige Schüler*innen, die sowieso regelmäßig vor dem Unterricht getestet werden, dürfen die Angebote wieder nutzen, auch wenn sie nicht geimpft oder nicht genesen sind. Für die Zulassung zu Meisterprüfungen und in Fahrschulen gilt 3G.
  • Die Hotspot-Regel, die harte Beschränkungen bei einer 7-Tage-Inzidenz über 1000 vorsah, ist weiterhin ausgesetzt und kommt nicht zum Tragen. 
Vorschaubild: © Sven Hoppe/dpa