Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hat sich gegen 2G-Regelungen auf bayerischen Volksfesten ausgesprochen. "Ein Volksfest sollte in meinen Augen durchaus ein Fest des Volkes sein und nicht am Ende vielleicht nur ein Fest der aktuell frisch Geimpften", sagte er dem Bayerischen Rundfunk (BR).

Wenn Veranstalter sich von sich aus für 2G entschieden, könne man das nicht verbieten, sagte er. "Aber ich glaube, dass sich das auf Dauer nicht halten lässt." Der Augsburger Osterplärrer soll laut BR Mitte April beginnen, die Schausteller hatten demnach von sich aus 2G als Zugangsvoraussetzung angeboten. Viele andere Volksfesten wie die Erlanger Bergkirchweih befinden sich dagegen noch in der Schwebe.

"Fest des Volkes" statt "Fest der aktuell frisch Geimpften": Aiwanger gegen 2G auf Volksfesten

Sollte das neue Infektionsschutzgesetz in Berlin wie bisher vorgesehen beschlossen werden, entfällt auch in Bayern unter anderem das bisherige Verbot von Volksfesten und Jahresmärkten. Für Volksfeste sollen bis zum 2. April noch analoge Regeln wie in der Gastronomie gelten, dann fallen auch hier sämtliche Auflagen weg. Allerdings könnte die "Hotspot"-Regelung weiterhin den Veranstaltern einen Strich durch die Rechnung machen. In Regionen mit besonders hohen Inzidenzen können dadurch weitergehende Maßnahmen beschlossen werden, darunter Test- und Impfnachweise.

Mit Blick auf die Absage des Politiker-Derbleckens beim Starkbieranstich auf dem Nockherberg sagte Aiwanger, er hoffe nicht, dass das einen "Dominoeffekt" auslöse. "Wir können ja nicht nur immer depressiv rumrennen", sagte er. Er sei dafür, "dass ein gewisser Grundoptimismus - trotz allen Ernstes der Lage - wieder in die Bevölkerung zurückkehrt".

mit dpa