Laden...
Franken
Corona-Krise

Freibad: Das ist erlaubt - Corona-Lockerungen

Seit dem 8. Juni können Freibäder in Bayern wieder besucht werden. Doch der Badespaß bleibt getrübt: Die strengen Vorschriften führen zu teils kuriosen Regelungen - und einige Bäder können dadurch erst gar nicht öffnen: Die Lage in Franken im Überblick.
Artikel drucken Artikel einbetten
Sommerbad Wilmersdorf
In der Corona-Krise gelten in Freibädern besondere Regeln. Symbolfoto: Kay Nietfeld/dpa

Seit Montag (8. Juni 2020) kann der Badespaß vielerorts in Bayern beginnen: Die Freibäder dürfen wieder öffnen. Doch dafür sind einige Regelungen notwendig, um die Ausbreitung des Coronavirus "Sars-CoV-2" weiter einzudämmen.

Diese Situation führt zu teils kuriosen Zuständen. Ob sich dergestalt das große Badevergnügen einstellt, bleibt abzuwarten. inFranken.de hat  die allgemeinen Vorgaben in Bayern zusammengetragen - und einen Blick auf die Situation in den fränkischen Landkreisen geworfen.

Überblick: Die Freibadsaison in Franken

Bamberg: Baden im Schichtbetrieb

"Am Montag startet in Bamberg die wohl ungewöhnlichste Freibadesaison", schreiben die Stadtwerke in einer Pressemitteilung. Tatsächlich wirken die Regeln einigermaßen skurril: In vorher festgelegten Zeitfenstern dürfen Badegäste die Freibäder in und um Bamberg betreten - falls sie sich vorher Online eine Karte gekauft haben. Vor Ort geht dies nämlich nicht. Auch im Bad gelten strenge Verhaltensregeln - so beispielsweise, wann wer auf welchen Bahnen schwimmen darf.

Nürnberg: Slot-System

Auch in Nürnberg wird Baden nur in engen Zeitfenstern möglich sein. Dieses Slot-System soll es ermöglichen, dass möglichst viele Badegäste trotz starker Begrenzung der Besucherzahlen das kühle Nass genießen können. Einen Überblick über die Regeln in Nürnberg gibt es hier

Röthenbach: Freibad bleibt geschlossen

In Röthenbach bleibt das Freibad in diesem Sommer geschlossen. Die Corona-Auflagen seien zu streng, erklärt Bürgermeister Klaus Hacker inFranken.de. "Wir haben lange abgewogen, aber am Ende haben alle einstimmig für die Schließung gestimmt", so Hacker.

Höchstadt: Spielraum "voll ausschöpfen"

Strenge Regeln gibt es auch im Freibad von Höchstadt. Sportzentrumchef Hans-Peter Philipp will jedoch die bestehenden Spielräume weitgehend ausschöpfen. Bis zu 1500 Besucher dürfen gleichzeitig auf das Gelände. Dabei sind jedoch einige Dinge zu beachten

Waldbad Bad Rodach: "Wenn wir nicht aufmachen, wer dann?"

Bürgermeister Tobias Ehrlicher macht im Vorfeld der Öffnung am 8. Juni klar, dass man die Lage sehr genau beobachten werde und ggf. schnell auch wieder schließen würde, sollte man in eine "Schieflage" geraten. Um dies zu verhindern, habe man für das Waldbad ein umfassendes Hygiene-Konzept erarbeitet. Was genau erlaubt ist, lesen Sie hier

Königsbad Forchheim: Sicherheitsdienst kontrolliert Hygiene-Maßnahmen

In einem Interview mit inFranken.de beantworten Bäderchef Walter Mirschberger, Betriebsleiter Christian Lenkl und Marketingleiter Peter Lutz die wichtigsten Fragen rund um die geplante Öffnung des Königsbads in Forchheim. Man habe außerdem ein Info-Telefon eingerichtet, bei dem man sich im Vorfeld informieren kann, wie viele Besucher derzeit im Freibad sind.

Kulmbacher Freibad: Verhalten optimistisch

Auf 700 Besucher wird der Einlass im Kulmbacher Freibad begrenzt. Auch sonst sind einige Regeln zu beachten. Trotzdem meint Oberbürgermeister Ingo Lehmann: Wenn sich alle an die Vorschriften hielten, "dann wird das eine schöne Saison". 

Kitzingen: Keine Öffnung am 8. Juni

 Fest steht: Am 8. Juni wird im Landkreis Kitzingen noch kein Freibad seine Pforten öffnen. Mit den strengen Vorgaben ließe sich dies im Moment nicht umsetzen. Dennoch gibt es Pläne für eine Öffnung der Bäder im Landkreis. Das Bad in Abtswind wird demnach als erstes öffnen - wohl am 13. Juni. 

Naturbad Nordhalben: Öffnung nicht möglich

Da das Naturbad ohne Chlor arbeitet, kann es zunächst nicht öffnen. Ein  Konzept zur Öffnung wird von Teilen der Gemeinde gefordert- allerdings wird bereits dies kontrovers diskutiert.

Hof: Öffnung unter strengen Auflagen

Strenge Vorschriften hat auch die Stadt Hof für ihr Freibad erlassen. Neben der Besucherzahl wird auch die Zahl der Beckennutzer begrenzt. Verschiedene Hygiene-Vorschriften müssen die Gäste einhalten.  

Allgemeine Regelungen im Freibad - was ist erlaubt?

Vor Juni gehe "nichts" kündigte Ministerpräsident Söder an und meinte damit die Wiedereröffnung der bayerischen Freibäder. Zum 8. Juni ist es nun so weit: Die Freibäder dürfen wieder öffnen.  Im Vergleich dazu ist es bereits erlaubt an Badeseen, Weihern und Baggerlöchern sich im Wasser abzukühlen.

Für den Freistaat gibt es im Fall der Freibad-Öffnungen keine gesonderten Regeln. Jedes Bad muss deshalb eigene Hygiene-Maßnahmen erstellen, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Darüber hinaus hat die  "Deutsche Gesellschaft für das Badewesen" einige Regeln bekannt gegeben, die für alle deutschen Freibäder gelten sollen. Demnach sind folgende Maßnahmen vorgesehen: 

  • Warteschlangen: Für längeres Anstehen soll es Abstandsmarkierungen geben, sodass der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten wird. Lediglich eine Person darf an der Kasse stehen. Das gilt nicht nur für den Eingang, sondern auch für den gastronomischen Bereich, wo beispielsweise Pommes verkauft werden. 

  • Anzahl der Besucher: Die Besuchermenge soll überwacht werden. Die Anzahl an Badegästen, die gleichzeitig im Freibad sein dürfen, soll durch das Personal begrenzt werden. Bademeister sollen die Badenden zählen und gegebenenfalls das Becken sperren. Hier gilt: 75 Prozent des Beckens kann genutzt werden. Im Schwimmer-Bereich dürfen demnach bis zu 52 Personen gleichzeitig im Wasser sein. In einem Nichtschwimmerbecken betrifft dies maximal 44 Personen. 

  • Hygiene: Flächen und Gerätschaften sollen "sehr häufig" durch das Personal gereinigt und desinfiziert werden. Dazu zählen unter anderem Handgriffe und Türklinken. Dennoch gilt unter den Badenden natürlich eine gewisse Vorsicht, davor Dinge wahllos anzufassen. 

  • Husten und Niesen: Die Badegäste werden dazu angehalten in die Armbeuge zu niesen und husten. 

  • Duschen: Bevor Gäste das Bad betreten können, sollen sie sich gründlich mit Seife beziehungsweise Duschgel abwaschen oder abduschen. 

  • Umkleiden: Sammel-Umkleiden bleiben geschlossen. Einzel-Umkleiden können hingegen genutzt werden.

Erstmeldung vom 22.05.2020: Freibäder in Bayern öffnen wieder

Bald ist es so weit: Freibäder in Bayern dürfen in der zweiten Woche der Pfingstferien, also ab dem 8. Juni 2020, wieder öffnen. Das teilte Markus Söder am Freitagabend im Rahmen seiner Rede auf dem Online-CSU-Parteitag mit. 

Neben Freibädern dürfen auch andere Schwimmbadanlagen wie Außenbereiche von Thermen öffnen. Doch auch in den Freibädern werden Einschränkungen und strenge Auflagen gelten.

Freibadöffnung: Kontaktbeschränkung und Abstandhalten

Wie überall sonst gilt auch in Freibädern: Der Mindestabstand muss gewahrt bleiben. Dies soll etwa durch Markierungen auf Liegewiesen gewährleistet werden. Eine weitere Überlegung die Einschränkung der Schwimmbahnen, auf denen dann nur in eine Richtung geschwommen werden darf. So soll vermieden werden, dass sich zwei Badegäste zu nahe kommen und der Mindestabstand nicht einzuhalten ist.

Die "Deutsche Gesellschaft für das Badewesen (DGfB)" empfiehlt auch die Begrenzung der Personenzahl im Schwimmbecken. In anderen Bädern, wie zum Beispiel in Köln, gibt es die Möglichkeit, online Tickets für das Freibad zu reservieren - spontane Besuche sind dort nicht vorgesehen.

So könnte auch eine Lösung für bayerische Freibäder aussehen: Abstand, Besucherbegrenzung und Online-Reservierungen. Auch die Kontaktbeschränkungen gelten in Freibädern: Es dürfen sich also zwei Haushalte auf der Wiese zusammensetzen, Gruppenbildungen sind im Freibad ebenso untersagt wie anderswo. 

Aktuelle Entwicklungen zum Coronavirus lesen Sie in unserem Newsticker

tu/jgö/rowa