• Lockdown in Bayern wird bis Anfang Mai verlängert
  • Herrmann: "Die Lage ist weiter besorgniserregend"
  • Alle neue Corona-Regeln für den Lockdown auf einen Blick

Der Lockdown in Bayern wird bis zum 9. Mai 2021 verlängert. Darauf hat sich nach Angaben von Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Dienstag (13. April 2021) das Kabinett in München geeinigt. Die aktuelle Corona-Infektionsschutzverordnung wäre ansonsten in der Nacht auf nächsten Montag (19. April 2021) ausgelaufen. Auch die Einreisequarantäneverordnung werde entsprechend verlängert.

Handlungsbedarf in der Pandemie: "Lage weiter besorgniserregend"

"Die Lage ist weiter besorgniserregend", sagte Herrmann. Die Inzidenz im Land liege bei 160, im Vergleich zur Vorwoche gebe es 100 Prozent mehr Todesfälle. Zudem seien die Intensivstationen immer stärker ausgelastet. Die Belegung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten sei nahezu auf dem Höchststand der letzten Welle.  Nur noch sieben Landkreise liegen aktuell unter der Marke von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen.

Generell sei zu beobachten, dass gerade Jüngere stärker von Infektionen betroffen seien. Rund fünf Prozent aller registrierten Corona-Tests seien derzeit positiv, Tendenz steigend. Einziger Lichtblick sei die positive Entwicklung bei den Impfungen

Zudem beschloss am Dienstag das Bundeskabinett die bundesweite Corona-Notbremse. Welche Regeln damit gelten, lesen Sie hier. Sollte dieses Bundesinfektionsschutzgesetz früher in Kraft treten, wird die Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung entsprechend angepasst werden, heißt es seitens der bayerischen Staatsregierung.

Corona-Regeln: Was ändert sich?

Die Änderungen der 12. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung sind folgende:

  • Schulkinder dürfen an Angeboten der Tagesbetreuung nur dann teilnehmen, wenn sie sich entsprechend den für Präsenzunterricht geltenden Vorgaben mindestens zwei Mal wöchentlich einem Test in Bezug auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 unterziehen.
  • Bei Versammlungen in geschlossenen Räumen wird die absolute Begrenzung auf höchstens 100 Personen gestrichen. Stattdessen wird analog Gottesdiensten nun festgeschrieben, dass sich die Zahl der zulässigen Teilnehmer an der Zahl der nach den Hygieneregeln vorhandenen Plätze orientiert, die Versammlung angemeldet werden muss und Teilnehmer FFP2-Maske tragen müssen.
  • Die zuständigen Kreisverwaltungsbehörden können in Landkreisen oder kreisfreien Städten mit einer Inzidenz größer 200 anordnen, dass Beschäftigte bestimmter Betriebe und Einrichtungen nur dann in Präsenz am Arbeitsplatz eingesetzt werden dürfen, wenn sie über den Nachweis eines aktuellen PCR-, Schnell- oder Selbsttests mit negativem Ergebnis verfügen.

Bayern will sich im Mai von der Impf-Priorisierung lösen

Nach der Kabinettssitzung verkündete Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) außerdem, dass der Freistaat Bayern sich spätestens Ende Mai von der Impf-Priorisierung lösen will. Dann soll möglichst schnell allen in Frage kommenden Menschen ein Impfangebot gemacht werden, sagte Holetschek während der Pressekonferenz nach der Sitzung.

Einige der 100 Impfzentren in Bayern seien schon jetzt in Priorisierungsstufe 3, sagte Holetschek. Das heißt, dass ein großer Teil der Mitglieder von Risikogruppen bereits mindestens einmal geimpft ist. Insgesamt habe Bayern bereits mehr als drei Millionen der 13 Millionen Einwohner mit einer Erstimpfung versorgt, 860.000 Menschen hätten vollen Impfschutz. Die Einbeziehung der Hausarztpraxen habe sich bewährt, sagte Holetschek.

red/dpa