• Corona-Zahlen in Bayern explodieren
  • Söder plant Verschärfung der Corona-Regeln
  • Maskenpflicht im Unterricht kommt wieder
  • Diese weiteren Verschärfungen stehen im Raum

Angesichts explodierender Corona-Zahlen müssen Schülerinnen und Schüler in Bayern nach den Herbstferien - also ab 8. November - voraussichtlich auch im Unterricht wieder Masken tragen. Mit einer erneuten Maskenpflicht im Unterricht will die Bayerische Staatsregierung auf die hohen Inzidenzwerte reagieren. Das Tragen einer Schutzmaske sei die schnellste und einfachste Form des Schutzes, betont Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Ob die Vorschrift tatsächlich wieder eingeführt wird und wie lange sie gelten soll, wird aber erst nächste Woche bei einer Sondersitzung des Bayerischen Kabinetts beschlossen.

Söder: Corona-Regeln sollen wieder strenger werden

Einen generellen Lockdown für die bayerische Bevölkerung schließt Söder aber aus. Auch weil ein Großteil der Bürger mittlerweile geimpft sei. Vereinzelte Verschärfungen und strengere Kontrollen der Corona-Maßnahmen solle es aber dennoch geben: So soll der Zugang zu bestimmten Bereichen des öffentlichen Lebens wieder strenger werden. Dies solle quasi als regionale Nachjustierung der sogenannten Krankenhaus-Ampel dienen. Das bedeutet: Aus der 3G-Regel könnte 3G plus werden, also die Pflicht zum Vorweisen eines PCR-Tests gelten. Sollte 3G plus außerdem zu 2G umgewandelt werden, haben hier nur noch Genesene und Geimpfte Zugang. Diese Umstellung könnte in Regionen in Kraft treten, in denen Kliniken überlastet sind.

Obwohl die Sieben-Tage-Inzidenz für Bayern zum ersten Mal seit Dezember 2020 wieder die 200er-Marke überstiegen hat, hatte das Kabinett nach seiner jüngsten Sitzung keine neue Maßnahmen verkündet. Dies solle beim nächsten Treffen nachgeholt werden. Das Robert-Koch-Institut meldet derzeit für den Freistaat einen Inzidenz-Wert von 208,7 (Stand vom 28. Oktober 2021). „Die Krankenhäuser laufen zunehmend voll“, sagt Söder, gerade in den Regionen im Südosten. Priorität müsse deshalb sein, die Versorgung in den Kliniken zu sichern, sowie den Präsenzunterricht an den Schulen weiterhin stattfinden zu lassen.

Angesichts der steigenden Infektionszahlen fordern Bayerns Landkreise eine Neufassung der Pandemie-Regeln im Freistaat. „Wir brauchen eine Regionalisierung der Krankenhausampel. Damit wäre es vor Ort möglich, die FFP2-Maskenpflicht, Kontaktbeschränkungen und eine 3G-Plus-Regelung in Kraft zu setzen“, sagt Christian Bernreiter (CSU), Präsident des Bayerischen Landkreistags. Selbst wenn die bayernweite Krankenhausampel weiterhin auf Grün stehe, seien viele Landkreise in äußerster Alarmbereitschaft. Es gebe bereits Regionen, in denen sie längst dunkelrot sei, da dort kein einziges freies Intensivbett mehr zur Verfügung stehe. „Die Behandlung von Covid-Patienten ist wesentlich aufwendiger und zeitintensiver. Das belastet unsere Leute in den Krankenhäusern seit Monaten“, betonte Bernreiter.

Söder will epidemische Lage nicht beenden

Daneben hoffe Söder auf einen „Impf-Ruck“ und appellierte an Prominente, ein stärkeres Signal fürs Impfen setzen, sagte er mit Blick auf die Debatte über den nicht geimpften Bayern-Profi Joshua Kimmich. Dort, wo die Impfquoten am niedrigsten seien, seien die Inzidenzen am höchsten, betonte Söder. Zudem plädierte er dafür, zu überlegen, ob man nicht unabhängig vom Alter eine Drittimpfung empfehlen sollte. Den Vorschlag seinen Parteikollegen Jens Spahn, die epidemische Lage auslaufen zu lassen, lehnt Söder hinsichtlich der hohen Inzidenzen aber ab. Denn: „Was anderes als das, was jetzt stattfindet, ist eine epidemische Lage?“ Es sei auch wenig zielführend, dafür den 20. März in Aussicht zu stellen. Die Ampel-Parteien sollten bald mit den Ländern reden: „Es wäre sinnvoll, dass wir möglichst bald zwischen Bund und Ländern zusammenkommen und beraten, wie das weitergeht.“

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