Das bayerische Kabinett wird sich bei seiner Sitzung am Dienstag (10.00 Uhr) in München erneut mit der Lage in der Corona-Pandemie befassen. Im Mittelpunkt dürfte die Bedrohung durch die zuerst in Indien bekanntgewordene Delta-Variante des Virus stehen.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte am Wochenende bereits seine vorsichtige Corona-Linie mit Blick auf die Delta-Variante verteidigt. "Ich lasse nicht zu, dass wegen kleiner Interessen am Ende das ganze Land in Mitleidenschaft gezogen wird", so der CSU-Chef. Söder will nun zum Schutz vor der ansteckenderen Virusvariante das Impftempo in Bayern erhöhen, besonders bei den Zweitimpfungen.

Söder und Kabinett beraten: Wie schützt sich Bayern gegen die Delta-Variante?

Auch die Frage der Maskenpflicht bei EM-Spielen in der Münchner Allianz-Arena wird die Kabinettsmitglieder beschäftigen. Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU), der gemeinsam mit Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) und Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) im Anschluss vor die Medien treten wird, hatte bereits am Montag Kritik an den Stadionbesuchern und den Kontrollen in der Arena geübt.

Den Deutschen Fußball-Bund hatte er aufgefordert darzulegen, wie die Einhaltung der Regeln künftig durchgesetzt werden sollen. Holetschek hatte darauf verwiesen, dass die EM in Sachen Corona-Vorbeutung ein Modellprojekt sei, dessen Funktionieren auch Auswirkungen auf künftige Entscheidungen im Profi-Fußball haben könne.