Wie geht es in Bayern in der Corona-Krise weiter? Darüber haben die Mitglieder der bayerischen Staatsregierung bei ihrer Kabinettssitzung am Dienstag (20.04.21) beraten.

Anschließend haben Staatskanzleichef Florian Herrmann und Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) die Ergebnisse vor den Medien bekannt gegeben. Es kristallisierte sich bereits heraus, dass die Corona-Maßnahmen in Bayern vermutlich härter werden als im Rest Deutschlands.

Update vom 21.04.2021, 14 Uhr: Weiter Distanzunterricht in Schulen ab Inzidenz 100

Ungeachtet der Corona-Notbremse auf Bundesebene will der Freistaat mit Blick auf die Schulen die bisherigen Grenzwerte beibehalten. "Bayern bleibt bei der bisher gültigen und damit strengeren Regelung", sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) dem Münchner Merkur (Donnerstagausgabe). "Das sind wir der Gesundheit unserer Schülerinnen und Schüler schuldig."

Nach der Bundes-Notbremse sollen die Schulen ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 165 verpflichtend auf Distanzunterricht umstellen. In Bayern gibt es derzeit für die meisten Klassen bereits ab 100 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen einer Woche Fernunterricht. Ausgenommen sind nur die Abschlussklassen an Grund- und weiterführenden Schulen sowie die elfte Jahrgangsstufe.

Als Begründung für die strengeren Regeln verwies Herrmann auf die hohen Inzidenzzahlen bei Kindern und Jugendlichen. Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hatte am Dienstag betont, dass die 15- bis 19-Jährigen inzwischen die am stärksten von Corona-Neuinfektionen betroffene Altersgruppe in Bayern seien. Die Zahl der Ansteckungen pro 100 000 Einwohner in dieser Altersgruppe liege bei mehr als 320, bei den 10- bis 14-Jährigen noch immer bei gut 240. Insgesamt liegt der Durchschnitt in Bayern derzeit bei 185.

Update vom 20.04.2021, 16.30 Uhr: Bayern könnte Bundes-Notbremse verschärfen

Trotz der bevorstehenden bundeseinheitlichen Corona-Notbremse könnte es in Bayern zu strikteren Regelungen kommen. Das kündigte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Dienstag nach einer Sitzung des Ministerrats am Dienstag in München an.

Die Länder hätten rechtlich die Möglichkeit, über die Regelungen in dem Bundesgesetz hinauszugehen, sagte Herrmann. "Die Notbremse ist sozusagen die Untergrenze", betonte er. Nach den Beschlüssen in Berlin werde die Staatsregierung schauen, wo sie tätig werden müsse.

Ein möglicher Bereich sind laut Herrmann die Vorschriften für die Schulen. Bei der Bundes-Notbremse sollen diese ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 165 verpflichtend auf Distanzunterricht umstellen, zunächst war sogar ein Schwellenwert von 200 Neuinfektionen genannt. Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) nannte den Wert von 165 "etwas seltsam".

In Bayern gibt es derzeit für die meisten Klassen bereits ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 Distanzunterricht, ausgenommen sind nur die Abschlussklassen an Grund- und weiterführenden Schulen sowie die elfte Jahrgangsstufe. Beim Einzelhandel kündigte Herrmann an, Bayern werde voraussichtlich Regelungen der Bundes-Notbremse, sofern sie strikter sein sollten als bisherige bayerische Regelungen, übernehmen. Das könnte etwa beim Einzelhandel der Fall sein.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt in Bayern derzeit stetig weiter. Der Durchschnitt lag am Dienstag bei 185. Am stärksten betroffen ist die Altersgruppe der Teenager. In der Gruppe der 15- bis 19-Jährigen liege die Inzidenz derzeit bei 321,3, bei den 10 bis 14-Jährigen noch immer bei 242, sagte Holetschek.

Vorherige Berichterstattung: Corona-Beratungen - Diese Änderungen könnten auf uns zu kommen

Erwartet wird, dass sich der Ministerrat unter anderem mit den möglicherweise nötigen Anpassungen beschäftigen wird, die durch eine bundeseinheitlich geregelte Corona-Notbremse auch in Bayern notwendig werden könnten. Einige andere Bundesländer hatten im Vorgriff auf eine mögliche Entscheidung in Berlin bereits Anpassungen vorgenommen.

Die Zahl der Neuinfektionen in Bayern steigt weiter. Die Sieben-Tage-Inzidenz bewegt sich im Landesdurchschnitt auf 200 zu, am Montag hatte sie nach Angaben des Robert Koch-Instituts bei über 187 gelegen.

Einen Überblick über die aktuelle Corona-Lage in Franken finden Sie hier: 7-Tage-Inzidenz für Franken im Überblick