• Neue Corona-Regeln in Bayern ab 2. September 2021
  • Krankenhausampel wird neuer Corona-Richtwert
  • Was die Stufen "gelb" und rot" bedeuten

In Bayern greifen ab dem 2. September neue Corona-Regeln. Dabei lag der Fokus neben einer Änderung bei der Maskenpflicht vor allem auf einem neuen Corona-Richtwert: Zusätzlich zur 7-Tage-Inzidenz kommt nun die Krankenhausampel ins Spiel. Patientenschützer kritisieren den neuen Richtwert bereits. Doch wie funktioniert dieser eigentlich?

Krankenhausampel: Das sind die neuen Richtwerte in Bayern

"An die Stelle der 7-Tage-Infektionsinzidenz tritt eine neue Krankenhausampel als Indikator für die Belastung des Gesundheitssystems", heißt es in einem Pressebericht zur bayerischen Kabinettssitzung vom 31. August. Komplett verabschieden vom Inzidenzwert können wir uns aber nicht: Er dient immer noch als Schwellenwert für die 3G-Regel.

Der neue Richtwert soll dagegen Aufschluss darüber geben, wie die aktuelle Situation in den örtlichen Krankenhäusern ist. Dafür wird die sogenannte Hospitalisierungs-Inzidenz genutzt. Diese beschreibt - ganz ähnlich der Sieben-Tage-Inzidenz - wie viele Corona-Erkrankte pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen ins Krankenhaus eingewiesen werden mussten. Die Ampel verfügt über zwei verschiedene Stufen. Abrufen kann man die aktuellen Zahlen über die Website des LGL.

Die untere Stufe ist die Stufe "gelb". Diese gilt als erreicht, "sobald bayernweit innerhalb der jeweils letzten 7 Tage mehr als 1.200 Patienten mit einer Covid-19-Erkrankung in Krankenhäuser aufgenommen werden mussten", so die Bayerische Staatsregierung. Umgerechnet auf ganz Bayern entspricht das einer Hospitalisierungs-Inzidenz  von 9,13 pro 100.000 Einwohner. Diese Zahl dient also als neuer Schwellenwert.

Stufe "gelb" oder "rot": Diese Maßnahmen sind möglich

Wird Stufe "gelb" erreicht, kann die Staatsregierung die Corona-Maßnahmen verschärfen. Dazu zählen etwa die Wiedereinführung der FFP2-Maskenpflicht, verschärfte Kontaktbeschränkungen oder Personenobergrenzen bei Veranstaltungen. Die genaue Umsetzung ist laut Ministerpräsident Markus Söder noch nicht ganz klar, soll sich aber nach der jeweiligen Lage vor Ort richten.

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Die obere Stufe im Ampelsystem ist Stufe "rot". Diese wird dann erreicht, wenn "mehr als 600 Patienten mit einer Covid-19-Erkrankung auf den bayerischen Intensivstationen liegen", heißt es. Dazu werden die Zahlen des DIVI-Intensivregisters herangezogen. Wird Stufe rot erreicht, können die bereits geltenden Maßnahmen weiter angepasst und verschärft werden. Das soll die drohende Überlastung des Gesundheitssystems verhindern. Welche Maßnahmen allerdings tatsächlich ergriffen werden können, ist bislang noch nicht bekannt. In den ersten drei Corona-Wellen in Bayern wäre die rote Warnstufe allerdings erst auf dem Höhepunkt der Infektionen erreicht worden.

Im Allgemeinen sind die bayerischen Kliniken mit dem neuen Ampelsystem einverstanden. Allerdings gibt es auch Kritik. Zum Beispiel bemängelt Prof. Stefan John, Leiter des Intensivmedizinischen Klinikums Nürnberg, dass sich steigende Infektionen und dadurch steigende Inzidenzen erst später in der Bettenbelegung im Krankenhaus widerspiegeln. Ein schnelles Entgegenwirken einer Corona-Ausbreitung ist so nicht möglich - rechtzeitiges Handeln könnte erschwert werden, erklärt John gegenüber dem BR. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass der Aufwand der neuen Melde-Methode durch die Krankenhäuser deutlich größer ist, so Dr. Christoph Spinner, Infektiologe am Klinikum Rechts der Isar in München. 

Krankenhaus-Ampel in Kraft getreten: Aktuelle neue Inzidenz

An dem Tag der Einführung der Krankenhaus-Ampel, Donnerstag (02. September 2021), steht die Ampel auf "Grün". Es befinden sich insgesamt 232 Patient*innen mit einer Corona-Infektion in den bayerischen Krankenhäusern. Die 7-Tages-Hospitalisierungs-Inzidenz liegt bei 1,77. Bei einer Inzidenz von 9,13 würde die Ampel auf "Gelb" springen. 

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