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Coronavirus

Bayern hebt Impfpriorisierung bei Hausärzten auf - Impfangebot für Schüler bis Ferienende

Bayerns Hausärzte dürfen Patienten ab Donnerstag (20. Mai) an unabhängig von der Impfreihenfolge mit sämtlichen Corona-Impfstoffen impfen. Darüber hinaus hat Gesundheitsminister Holetschek Impfungen für Schüler ab zwölf Jahren angekündigt.
 
Corona-Impfung: Nebenwirkungen von Biontech und Moderna
Diese Nebenwirkungen können bei einer Impfung mit einem mRNA-Impfstoff auftreten. Foto: Sebastian Willnow/ZB/dpa
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  • Bayern hebt Impfpriorisierung in Hausarztpraxen ab 20. Mai auf
  • Vorerst keine Änderung der Impfreihenfolge in Testzentren
  • Immunisierung von Schülern in Vorbereitung: Impfangebote bis Ende der Sommerferien
  • Gymnasium im Kreis München impft am Freitag

Von Donnerstag (20. Mai) an dürfen Hausärzte in Bayern unabhängig von der Impfreihenfolge impfen. Diesen Termin nannte am Montag (17. Mai 2021) Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU). Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte das Ende der Priorisierung am vergangenen Mittwoch für diese Woche angekündigt, dabei aber zunächst noch keinen konkreten Termin genannt.

Impfungen in bayerischen Hausarztpraxen: Priorisierung ab 20. Mai aufgehoben

Bayern geht damit schneller voran als andere Länder. Bundesweit soll bei den Corona-Impfungen in Deutschland ab dem 7. Juni keine festgelegte Reihenfolge mehr gelten, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montag in Berlin nach einem entsprechenden Beschluss der Ressortchefs von Bund und Ländern mitteilte.

Bislang sind lediglich die Impfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson unabhängig von der Priorisierung freigegeben. In den Impfzentren soll es laut Söder zunächst beim bisherigen Verfahren mit Priorisierungen anhand von Vorerkrankungen und Berufsgruppen bleiben.

Wann auch dort die Priorisierung enden könnte, war also noch offen.

Bis Ende der Sommerferien: Impfangebot für alle Schüler in Bayern ab zwölf Jahren

Mittlerweile wird auch die Immunisierung von Schülern vorbereitet. Gesundheitsminister Holetschek hat in der Augsburger Allgemeinen vom Dienstag (18. Mai 2021) Vorbereitungen angekündigt, um bis zum Ende der Sommerferien allen Schülern sogar ab zwölf Jahren eine Corona-Impfung anzubieten und den Präsenzunterricht im kommenden Schuljahr zu sichern. In Bayern gibt es rund 835.000 Schüler zwischen 12 und 18 Jahren.

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"Sofern der Impfstoff zugelassen wird, gehe ich davon aus, dass jede Schülerin und sogar jeder Schüler ab zwölf Jahren bis zum Ende der Sommerferien ein Impfangebot bekommt", sagte der Minister der Zeitung. Die Impfung der Schüler würde Schulen mehr Optionen eröffnen; es wäre auch wieder mehr Präsenzunterricht möglich. Holetschek zufolge  werde ein Konzept erarbeitet, wie die Impfungen für Schüler logistisch organisiert werden könnten. "Wir wollen die Impfzentren einbinden und prüfen, ob auch an den Schulen selbst geimpft werden kann." Auch Hausärzte, Kinderärzte und Jugendärzte sollten eingebunden sein.

Der Gesundheitsminister forderte vom Bund zusätzliche Impfdosen über die jetzigen Kontingente, die bei Biontech derzeit ab 16 Jahren zugelassen sind. "Der Impfstoff für Schüler muss komplett vom Bund zur Verfügung gestellt werden - so ist es vereinbart", sagte Holetschek. Aber: "Es ist wichtig, dass er nicht anderswo fehlt."

Impfung an oberbayerischen Gymnasium am Freitag

An einem Gymnasium in Planegg (Landkreis München) können sich Schülerinnen und Schüler ab 16 Jahren an diesem freitag gegen das Coronavirus impfen lassen. Eine niedergelassene Praxis habe dies der Schule kurzfristig angeboten, sagte der Schulleiter Matthias Spohrer am Montag in Planegg. Die Biontech-Impfdosen seien den Ärzten regulär zugeteilt worden. Alle priorisierten Patienten der Praxis seien bereits geimpft.

"So entstand in Absprache mit dem Landratsamt München und nach Wegfall der Priorisierung in Bayern der Vorschlag, die Jugendlichen ab 16 in unserer Schule zu impfen», sagte Spohrer. Zuvor hatte die Süddeutsche Zeitung darüber berichtet. 

Auch Schulleiter Spohrer hält die Immunisierung der Jugendlichen für sinnvoll. Die Sieben-Tage-Inzidenz bei dieser Altersgruppe liege um ein Vielfaches höher als bei Älteren. Außerdem schützten geimpfte Jugendliche ihre Kontaktpersonen in der Schule und in der Familie. Aus diesem Grund habe sich die Schulleitung entschieden, das Angebot anzunehmen und die Umsetzung vor Ort zu organisieren. Man habe das Angebot an die Familien weitergeleitet und darauf aufmerksam gemacht, dass es "absolut freiwillig" sei.

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