Nach Monaten zwischen Distanz- und Wechselunterricht kehrt für viele Schülerinnen und Schüler in Deutschland wieder ein Stück Normalität ein: Der Unterricht findet wieder wie gewohnt in der Schule statt. Dennoch gelten in den meisten Regionen weiterhin Corona-Bedingungen - Mindestabstand und Maskenpflicht - für den Präsenzunterricht. Die ersten Bundesländer haben sich jedoch am Dienstag (08.06.2021) entschieden, dass Schüler und Lehrkräfte keine Masken mehr tragen müssen.

Mecklenburg-Vorpommern hat mit 6,2 derzeit die niedrigste Sieben-Tage-Inzidenz unter den Bundesländern (Stand: 09.06.). Daher hat das Kabinett um Ministerpräsidenten Manuela Schwesig (SPD) weitreichende Lockerungen der Corona-Regeln beschlossen, darunter auch die Aufhebung der Maskenpflicht im Unterricht. Wie alle neuen Beschlüsse gilt dies so lange die Inzidenz unter 35 bleibt.

Maskenpflicht im Unterricht fällt: Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern legen bei Lockerungen vor

An diesen Grenzwert hält auch Sachsen fest. Das Kabinett hat dort beschlossen, dass in Regionen mit einer Inzidenz unter 35 ab Montag (14.06.2021) im Schulgebäude und im Unterricht die Maskenpflicht entfällt. Außerdem sollen die sächsischen Schulen nicht mehr so schnell geschlossen werden wie zuvor: Bis zu einem Inzidenzwert von 100 bleiben sowohl Schulen als auch Kitas künftig im Regelbetrieb.

Der Kultusminstister von Sachsen, Christian Piwarz (CDU), sieht die Rückkehr zur Normalität an den Schulen als äußerst wichtig an. "Ich halte die Lockerungsschritte nicht nur für verantwortbar, sondern für zwingend geboten. Kinder und Jugendliche haben unter dem Lockdown sehr gelitten. Damit muss jetzt Schluss sein", so Piwarz in einem Statement des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus.

Noch bleiben Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern die einzigen Bundesländer, die die Corona-Regeln an den Schulen lockern. Mit sinkenden Corona-Zahlen in ganz Deutschland ist es jedoch denkbar, dass noch weitere folgen werden. Berlin und Baden-Württemberg haben beispielsweise zumindest die Maskenpflicht auf dem Schulhof aufgehoben.

Maskenpflicht in Schulen: Auch Bayern zieht Lockerungen in Betracht

Auch in Bayern steht die Lockerung der Maskenpflicht an den Schulen in Aussicht. "Die Maskenpflicht ist ein großer Eingriff in die Freiheit und wir müssen immer wieder kritisch hinterfragen, ob sie noch verhältnismäßig ist", sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Mittwoch (09.06.2021) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in München. Mit Blick auf die am Donnerstag beginnende Konferenz der Kultusminister (KMK) forderte er dazu "einen intensiven Austausch" für ein bundeseinheitliches Vorgehen.

Aus der Sicht von Piazolo sollte es im Schulgebäude selbst weiter die Maskenpflicht geben, eine Aufhebung sei aber auf dem Schulhof und auch am Sitzplatz in den Klassen angemessen. "Voraussetzung dafür ist eine Inzidenz, die deutlich unter 50 liegt. Über den genauen Wert für einen Korridor müssen wir uns aber natürlich gemeinsam verständigen", betonte Piazolo. Er könne sich gut vorstellen, die Lockerung unterhalb des Wertes 20 bis 25 zu gestatten. Er unterstütze auch ausdrücklich, dass jeder der wolle weiter eine Maske tragen könne. Wie Piazolo dem BR mitteilte, werden entsprechende Vorschläge derzeit im Kultusministerium  erarbeitet und mit dem Gesundheitsministerium abgesprochen.