Seit Anfang November ist Bayern erneut im Lockdown: Bund und Länder haben wegen des massiven Anstiegs an Corona-Infektionen verschärfte Maßnahmen für ganz Deutschland beschlossen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat mit dem Kabinett darüber entschieden, wie dieser Teil-Lockdown im Freistaat umgesetzt wird. Seit Montag (2. November 2020) gelten nun neue Regeln. Die meisten Beschränkungen des Bund-Länder-Beschlusses werden eins zu eins übernommen, einige jedoch auch verschärft. Im Mittelpunkt steht dabei das Reduzieren von sozialen Kontakten, doch auch die Freizeit- und Kulturbranche ist erneut massiv von den Maßnahmen betroffen. Wichtig: Die bayerische Corona-Ampel ist mit dem 1.11.2020 ausgelaufen - es gelten landesweit die Regeln der 8. Infektionsschutzverordnung: 

Corona-Regeln in Bayern: Das gilt seit 2. November im Freistaat

Seit Montag, 2. November 2020, gelten für vorerst vier Wochen die folgenden Regeln:

  • Kontakte reduzieren: Es dürfen sich maximal die Angehörigen zweier Hausstände miteinander treffen - die Gesamtzahl der Personen darf dabei jedoch nicht mehr als zehn sein. Die Besonderheit in Bayern: Die Kontaktbeschränkung gilt sowohl im öffentlichen Raum, als auch im Privaten.

  • Gastronomie: Restaurants, Kneipen, Bars, Clubs und Diskotheken müssen schließen. Es darf lediglich Essen zum Mitnehmen oder Essenslieferungen angeboten werden. Kantinen dürfen dagegen unter Auflagen offen bleiben.

  • Freizeit- und Kultureinrichtungen: Alle Einrichtungen, die dem Freizeitvergnügen dienen, müssen schließen. Dazu zählen Theater, Opern, Konzerthäuser, Kinos, Freizeitparks, Saunen und Wellnesseinrichtungen, Spielhallen, -banken und Wettannahmestellen sowie Bordelle.

  • Sport: Fitnessstudios, Schwimm- und Spaßbäder werden ebenfalls geschlossen. Amateur- und Vereinssport müssen eingestellt werden, Individualsport wie Joggen ist jedoch weiterhin erlaubt. Profisport darf weiter stattfinden, allerdings ohne Zuschauer.

  • Veranstaltungen: Messen, Kongresse, Tagungen und jegliche andere Art von Veranstaltung dürfen in Bayern nicht stattfinden. Die einzigen Ausnahmen sind Demonstrationen und Gottesdienste, da diese unter dem Schutz der Verfassung stehen.

  • Reisen: Der Tourismus wird vollständig eingestellt. Es sind nur noch dringend notwendige Dienstreisen gestattet, von privaten Reisen und Besuchen wird ebenfalls abgeraten, wenn keine dringenden Gründe vorliegen. Hotels und Pensionen dürfen jedoch keine Touristen mehr aufnehmen.

  • Dienstleistungen: Betriebe wie Kosmetikstudios, Massagepraxen oder Tattoostudios, bei deren Behandlungen Körperkontakt notwendig ist, müssen schließen. Medizinische notwendige Behandlungen dürfen jedoch weiterhin angeboten werden, zum Beispiel Physiotherapie.

Im Gegensatz zum Lockdown im Frühjahr gibt es jedoch auch einige Dinge, die offen bleiben dürfen:

  • Schulen und Kindergärten sollen soweit möglich geöffnet bleiben. Liegt ein Corona-Fall vor, müssen die betroffenen Kontaktpersonen wie bisher in Quarantäne. Außerdem gelten die Regeln der Corona-Ampel, wie zum Beispiel die Maskenpflicht im Unterricht, weiterhin gemäß der Sieben-Tage-Inzidenz im jeweiligen Landkreis.

  • Einzelhandel: Geschäfte dürfen weiter offen bleiben, jedoch wird die maximale Anzahl der Kunden erneut beschränkt. Es sollte sich nur ein Kunde pro zehn Quadratmeter im Laden aufhalten.

  • Ausnahme bei Dienstleistern: Friseure dürfen weiter geöffnet bleiben.

Die Maßnahmen gelten vorerst bis zum 30. November 2020, um das Infektionsgeschehen wieder unter Kontrolle zu bringen. In dieser Zeit werden Unternehmen dazu angehalten, ihren Mitarbeiter die Arbeit von Zuhause möglich zu machen, so weit es möglich ist. Betriebe, Selbstständige und Vereine, die von den Schließungen betroffen sind, werden mit umfangreichen Finanzhilfen unterstützt. Bei Firmen mit maximal 50 Mitarbeitern wird 75 Prozent des Umsatzausfalls ausgeglichen, bei größeren Unternehmen werden mindestens 60 Prozent erstattet.