Es war die erste Warnung von vielen: Am Samstag (9. April 2022) berichtete die Polizei Naila von einer neuen dreisten Betrugsmasche. Mehrere Personen hatten Schreiben einer "Rechtsanwaltskanzlei" aus München erhalten. In dem Brief wegen eines angeblichen Lotto-Abos Geld für eine außergerichtliche Einigung gefordert.

Da aber keiner der Betroffenen Lotte gespielt oder ein solches Abo abgeschlossen hatte, erstatteten sie Anzeige wegen Betrugs. "Das Schreiben stellte sich als Fälschung heraus, da es die Kanzlei nicht gibt", so die Polizei. Zeitgleich gaben auch die Polizeiinspektionen Cham und Nördlingen ähnliche Warnungen heraus, wie der BR berichtet.

Betrugsmasche mit falschen Anwaltsschreiben: Polizei warnt in ganz Deutschland

Wenige Tage später häufen sich die Fälle, in den Kreis Passau, Kelheim, Rottal-Inn, aber auch in Franken. Am Dienstag meldete die Polizei Neustadt an der Aisch mehrere Fälle von Zahlungsaufforderungen der angeblichen Münchner Kanzlei.

Es handele sich im Dienstbereich der Polizei um identische Schreiben, die massenweise inklusive eines Lastschriftmandates versandt wurden. Die Polizei ermittelt bereits in dem Fall und warnt dringend, das Lastschriftmandat auf keinen Fall zurückzusenden.

Die Betrüger fordern allen bisherigen Berichte zu Folge immer die gleiche Summe: 289,50 Euro. Wie die Rothenburger Polizei mitteilte, werden die Opfer "letztmalig aufgefordert", das Geld für ein abgeschlossenes Gewinnspiel zu überweisen. Ein 70 Jahre alter Mann aus Insingen und die Angehörigen eines 81-Jährigen aus Rothenburg hatten Anzeige erstattet, nachdem sie das vermeintliche Anwaltsschreiben erhalten hatten. "Gleichartige Anzeigeerstattungen im ganzen Bundesgebiet weisen darauf hin, dass die fingierten Mahnschreiben von den Tätern vielfach mit identischem Text verschickt werden", warnen die Ermittler. Aus Medienberichten sind zum Beispiel Fälle aus Nordrhein-Westfalen und Sachsen bekannt.

Neben dem Betrag ist offenbar auch der vermeintliche Grund für die Forderung immer ähnlich: ein Vertrag mit einer Lottozentrale. In Cham kamen die Schreiben beispielsweise im Auftrag der "Euro Lotto Zentrale Jackpot 6/49". Laut BR warnt nun auch die Münchner Rechtsanwaltskammer, dass die als Absender auftretende "Kanzlei Schmidt und Kollegen" gar nicht existiert.

 

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