In Bayern sind am Sonntag (26. September 2021) rund 9,4 Millionen Wahlberechtigte zur Wahl des neuen Deutschen Bundestages aufgerufen. Die Wahllokale haben seit 8 Uhr geöffnet. Viele Menschen haben ihre Stimme aber auch schon vorab per Briefwahl abgegeben.

Jeder Wahlberechtigte hat zwei Stimmen. Die Zweitstimme entscheidet über die Zusammensetzung des Bundestages. Mit der Erststimme wird in jedem der 46 Wahlkreise im Freistaat ein Direktkandidat beziehungsweise eine Direktkandidatin gewählt. Insgesamt treten in Bayern laut Landeswahlleiter 967 Kandidatinnen und Kandidaten auf 26 Landeslisten und als Wahlkreiskandidaten an. Die Wahllokale schließen um 18 Uhr.

Wie schneidet die CSU ab und schaffen des die Freien Wähler in den Bundestag?

Abgesehen vom bundesweiten Wahlergebnis wird in Bayern mit Spannung erwartet, wie die CSU am Ende abschneidet. Umfragen hatten die Christsozialen zuletzt unter der 30-Prozent-Marke gesehen. Damit droht der CSU unter Parteichef Markus Söder ein neuer Negativ-Rekord. Der bisherige Tiefststand: 29,2 Prozent bei der Wahl 1949.

Zudem richtet sich der Blick auf die Freien Wähler mit ihrem Vorsitzenden Hubert Aiwanger, die auf den erstmaligen Einzug in den Bundestag hoffen. Umfragen hatten sie aber in den vergangenen Wochen stets unter der Fünf-Prozent-Hürde gesehen. Mit einem satten Plus können bundesweit und auch in Bayern vor allem die Grünen rechnen.

Die CSU muss erstmals seit Jahren den Verlust von Direktmandaten fürchten: Insbesondere in München und Nürnberg machen sich SPD und Grüne Hoffnungen, der CSU einen oder mehrere Wahlkreise abzujagen. 2005 hatte die CSU letztmals nicht alle Direktmandate in Bayern holen können - damals war der Wahlkreis München-Nord an die SPD gegangen.

Bei der Bundestagswahl vor vier Jahren war die CSU im Vergleich zur Wahl zuvor bereits um mehr als 10 Prozentpunkte auf 38,8 Prozent abgestürzt. Die SPD kam 2017 auf 15,3 Prozent. Die Grünen holten 9,8 Prozent, die FDP erreichte 10,2 Prozent, die AfD 12,4 Prozent, die Linke 6,1 Prozent, und die Freien Wähler kamen auf 2,7 Prozent.