Sechs der zehn blitzreichsten Städte und Kreise Deutschlands liegen in Bayern. Während es 2020 im Süden krachte, blieben zwei Städte in Franken beinahe ganz von Einschlägen verschont.

Der Alpenrand war vergangenes Jahr Bayerns mit Abstand blitzreichste Region. Am häufigsten schlug es mit 5,1 Blitzen pro Quadratkilometer in Kempten ein, wie der Siemens Blitz-Informationsdienst am Donnerstag (29.07.2021) mitteilte. Dahinter folgen die Landkreise Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen, Weilheim-Schongau und Lindau mit Werten zwischen 4,2 und gut 4,7 Blitzen pro Quadratkilometer. "Bemerkenswert beim Blitzgeschehen 2020 war, dass die Gewitterfronten vor allem in Nord- und Süddeutschland stattfanden und die Mitte Deutschlands geradezu ausklammerten", sagt Stephan Thern, Leiter des Blitz-Informationsdienstes

Blitzdichte in Deutschland: Bayern nur auf Platz acht

Auch deutschlandweit reicht das für Spitzenplätze. Zwar ist die Blitzdichte in Wolfsburg noch ein Stück höher als in Kempten, doch die Plätze zwei, drei, fünf, sechs, sieben und acht gehen nach Bayern. "Bei den vorwiegend bayerischen Stadt- und Landkreisen unter den Top 10 spielt sicherlich die Nähe zum Alpenrand eine große Rolle", sagte Thern. Im Ranking der Landeshauptstädte hat München mit einer Blitzdichte von 2,2 die Nase sogar ganz vorne.

Insgesamt zählte Siemens vergangenes Jahr im Freistaat 113 967 Blitze - 1,6 pro Quadratkilometer. Dabei liegen auch die bundesweit blitzärmsten Städte in Bayern. In Coburg schlug es nur ein einziges Mal ein, in Bamberg zwei Mal. Das sind Blitzdichten von 0,02 und 0,03 pro Quadratkilometer.

In ganz Deutschland gab es vergangenes Jahr knapp 400 000 Einschläge - rund 21 Prozent mehr als 2019, das allerdings ein ausgesprochen blitzarmes Jahr war. 2007 beispielsweise gab es mehr als eine Million Einschläge. Für so hohe Werte war es vergangenes Jahr allerdings zu trocken: Gewitter bilden sich typischerweise bei hohen Temperaturen und Feuchtigkeit. Im laufenden Jahr ist das Wetter dagegen wieder deutlich blitzreicher. Bis zum Juli 2021 hatte es bereits fast so viele Blitze gegeben, wie im ganzen Jahr 2020.

Jahr der teuersten Blitzschäden-Reparaturen - Summe so hoch wie nie

Bei den deutschen Versicherern führten die Blitzeinschläge des vergangenen Jahres zu rund 200 000 gemeldeten Schäden. Das sind so wenige wie noch nie seit Einführung der Statistik im Jahr 1998, wie der Branchenverband GDV erklärt. Allerdings ist der durchschnittliche Schaden mit 1300 Euro so hoch wie nie. Dies liege an der immer besseren technischen Ausstattung von Häusern und Haushalten. Unter dem Strich stieg die Schadenssumme seit 2019 um 10 auf 260 Millionen Euro.

Gemessen werden die Blitze mit Hilfe von rund 160 miteinander verbundenen Messstationen in Europa. Obwohl zwischen den Sensoren bis zu 350 Kilometer liegen, können die Blitzeinschläge damit auf bis zu 50 Meter genau ermittelt werden.

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