Der Lockdown führt nach Ansicht des bayerischen Friseurhandwerks zu einem Anstieg der Schwarzarbeit. "Aktuell beobachten wir mit großer Sorge einen massiven Anstieg "unmoralischer" Angebote von Verbrauchern, die bei Friseuren wegen privater Termine für Haarschnitte nachfragen", heißt es in einem Schreiben des Landesinnungsverbands an die Staatsregierung vom Montag (18.01.2021). Das sei eine fatale Entwicklung angesichts der Corona-Pandemie, denn Hygienekonzepte spielten in der Schwarzarbeit keine Rolle und Infektionsketten seien nicht nachvollziehbar.

Besonders in der Kritik stand erst vor wenigen Tagen der Deutsche Fußballbund (DFB): Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks hatte sich in einem offenen Brief an den DFB über frisch frisierte Fußballprofis beschwert. In Folge sei die Zahl an Kundenanrufen, die zu Schwarzarbeit und Regelverstößen wie Hausbesuchen überreden wollen, gewachsen. "Zeigen Sie in Zeiten wie diesen Solidarität und setzen Sie mit uns ein Zeichen gegen Schwarzarbeit", forderte der Verband daher.

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Seit Mitte Dezember sind die Friseursalons geschlossen. Auch Hausbesuche sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums nicht erlaubt. Nach dem bayerischen Infektionsschutzgesetz sind alle Dienstleistungen untersagt, bei denen körperliche Nähe zum Kunden unabdingbar ist.

Der Landesinnungsverband appelliert nun an die Staatsregierung, dass die Friseursalons zum 1. Februar wieder öffnen dürfen. Die 14 000 selbstständigen Friseure im Freistaat hätten bereits bewiesen, dass dank guter Hygienekonzepte ein Friseurbesuch in der Pandemie sicher sei, hieß es. Laut der Berufsgenossenschaft habe es im vergangenen Jahr in den 80 000 Betrieben in Deutschland nur sechs gemeldete Covid-19-Fälle gegeben.