München

Schneechaos in Bayern: Schulen fallen aus - zahlreiche Unfälle in Franken, A8 gesperrt

In Teilen Bayerns schneit es kräftig. Am Alpenrand türmt sich der Schnee. Auch in Franken kommt es zu Dutzenden Unfällen. Eine wesentliche Änderung der Lage ist zumindest kurzfristig nicht in Sicht.
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Siegsdorf: Ein Fahrzeug vom Winterdienst steht im Stau auf der verschneiten Autobahn A8 bei Siegsdorf, wo Bäume am Straßenrand umgefallen sind. Foto: Bernd März/dpa
Siegsdorf: Ein Fahrzeug vom Winterdienst steht im Stau auf der verschneiten Autobahn A8 bei Siegsdorf, wo Bäume am Straßenrand umgefallen sind. Foto: Bernd März/dpa
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Andauernde Schneefälle haben vor allem den südlichen Teil Bayerns in eine Winterlandschaft verwandelt. Und die heftigen Schneefälle im Süden Bayerns gehen weiter. Bis Montag sollen am Rande der Alpen bis zu 40 Zentimeter Neuschnee dazu kommen, wie der Deutsche Wetterdienst am Sonntag mitteilte. Das könne weiter zu großen Problemen auf der Straße und den Schienen führen. Zu den winterlichen Straßenverhältnissen kommt hinzu, dass am Wochenende mit Rückreiseverkehr aus den Ferien zu rechnen ist.

Schulfrei im Süden Bayerns

Aufgrund des starken Schneefalls fällt in mehreren Landkreisen im Süden Bayerns am Montag der Unterricht aus. So dürfen Schüler an zahlreichen Schulen in den Landkreisen Miesbach und Traunstein und an drei Schulen im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen zu Beginn der neuen Woche zu Hause bleiben, wie das Kultusministerium am Sonntag mitteilte. Im Landkreis Ostallgäu sowie im Stadtgebiet von Lindau fällt der Unterricht laut Ministerium an allen Schulen aus.

Schneelast knickt Bäume auf Fahrbahn: Autobahn 8 war gesperrt

Weil Bäume unter der Schneelast auf die Fahrbahn ragten, ist die Autobahn 8 bei Siegsdorf (Landkreis Traunstein) am Sonntag gesperrt worden. Auf der Fahrbahn in Richtung München sei weiterhin eine Spur gesperrt, um Bäume zu fällen und die Fahrbahn abzusichern, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Begonnen hatte der Einsatz von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk kurz vor 12 Uhr. Zwischenzeitlich habe sich der Verkehr in Richtung München auf bis zu 15 Kilometern gestaut.

Tödliche Unglücke in Bayern

Es kam auch zu tödlichen Unglücken: Im Berchtesgadener Land starb eine Frau bei einem Lawinenunfall. Die 20-Jährige war am Samstag am Teisenberg mit einer Tourengehergruppe unterwegs, als sie verschüttet wurde, wie die Polizei mitteilte.Bei Bad Tölz in Oberbayern starb ein 19-Jähriger nach dem Zusammenstoß zweier Autos auf schneeglatter Straße. Vier weitere Menschen wurden nach Polizeiangaben verletzt - zwei davon schwer.

Zahlreiche Unfälle in ganz Franken

Wie die fränkische Polizei berichtet, kam es am Samstag innerhalb von Stunden zu einer Häufung von Verkehrsunfällen. Ein Überblick über die Situation:

Unfälle in Oberfranken

Größtenteils auf der A9, auf den Bundesstraßen B173 und B303 ereigneten sich in der Zeit von 6 Uhr bis 9 Uhr insgesamt 24 Verkehrsunfälle, die auf die winterlichen Straßenverhältnisse zurückzuführen sind. Bei drei der Unfälle kam es zu Verletzten.

So rutschte kurz nach 6 Uhr eine 51-Jährige mit ihrem Kia beim Verlassen der A9 an der Anschlussstelle Pegnitz aufgrund Schneeglätte auf die vorfahrtsberechtigte Bundesstraße B85 und stieß dort mit dem Opel einer 50-Jährigen zusammen. Dabei wurde die Kia-Fahrerin leicht verletzt.

Fast zur gleichen Zeit verlor ein 40-Jähriger beim Auffahren auf die Autobahn bei Hormersdorf die Kontrolle über seinen mit Sommerreifen ausgestatteten Opel und schleuderte gegen einen Sattelzug. Er zog sich ebenfalls leichte Verletzungen zu.

Auf der A70 bei Bamberg in Leitplanke gerutscht

Am Samstagvormittag hatte eine 29 jährige Pkw-Fahrerin aus dem Landkreis Bamberg ihre Geschwindigkeit zwar schon reduziert, als sie die A 70 bei Scheßlitz befuhr. Als zum Schneefall auch noch Nebel hinzukam, bremste ein vor ihr fahrendes Fahrzeug ab, weshalb sie ebenfalls auf die Bremse trat. Die rutschige Fahrbahn wurde in dem Moment durch ein Brückenlager aus Metall noch tückischer, weshalb sie gegen die rechte Leitplanke und in den Grünstreifen schleuderte. Die Autobahnpolizei bezifferte den Gesamtschaden auf ca 4000.- Euro.

Auf schneebedeckter A73 bei Forchheim in die Leitplanke

Der Plan, den im Alpengebiet vorausgesagten Stau auf ihrer Rückreise aus dem Weihnachtsurlaub am Samstagvormittag zu vermeiden, ist für zwei Familien aus Nordrhein-Westfalen zwar aufgegangen. Allerdings machte ihnen dann der Wintereinbruch im Raum Forchheim einen Strich durch die Rechnung, als einer der Fahrer auf der A 73 kurz vor Forchheim-Süd auf der schneebedeckten Fahrbahn ins Schleudern geriet und in die rechte Leitplanke krachte. Trotz eines Gesamtschadens von über 70.000.- Euro konnte die Familie glücklicherweise den total beschädigten Pkw unverletzt verlassen.

Fünfköpfige Familie geriet ins Schleudern

Kurz nach 8 Uhr geriet der VW-Sharan, mit dem ein 37-Jähriger mit seiner fünfköpfigen Familie auf der A9 bei Leupoldsgrün unterwegs war, aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit ins Schleudern und stieß seitlich gegen einen Sattelzug. Eines der drei Kinder transportierte der Rettungsdienst mit einer Fraktur ins Krankenhaus.

Ebenfalls bei Leupoldsgrün verlor ein 46-jähriger Mittelfranke bei Schneematsch und nicht angepasster Geschwindigkeit am Samstagvormittag die Kontrolle über seinen Ford Mondeo. Dieser schleuderte frontal in die Mittelschutzplanke.

Glücklicherweise wurde durch den Unfall niemand verletzt. Der Ford erlitt einen starken Frontschaden, in Höhe von ca. 20.000 Euro und musste abgeschleppt werden.

An der Leitplanke entstand ein Schaden in Höhe von ca. 2.000 Euro.

Wegen nicht angepasster Geschwindigkeit bei winterlichen Straßenverhältnissen, geriet ein 56-jähriger aus Brandenburg mit seinem Chrysler Voyager auf der A9 bei Berg ins Schleudern. Auch er krachte am Samstagvormittag in die Mittelschutzplanke. An seinem Chrysler entstand ein Schaden von ca. 8.000 Euro, an der Mittelschutzplanke ein Schaden von ca. 2.000 Euro.

Auch hier gab es zum Glück keine Verletzten.

Baum fällt auf Straße und verursacht Unfall

Gegen 6.30 Uhr fuhr ein 30-Jähriger mit seinem Citroen im Schneegestöber die B173 von Wallenfels in Richtung Naila. Eine zirka 35 Meter hohe Fichte kippte bei Schwarzenbach am Wald aufgrund zu großer Schneelast auf die Fahrbahn und der Mann hatte keine Möglichkeit dem fallenden Baum auszuweichen.

Die Fichte schlug mit ihrem Geäst auf das Autodach des Autos und beschädigte dieses. Ein nachfolgender VW-Fahrer konnte ebenfalls nicht mehr anhalten und fuhr in den bereits liegenden Baum. Feuerwehrmänner und -Frauen aus Schwarzenbach am Wald zersägten die quer liegende Fichte und ermöglichten so die Räumung der Unfallstelle. Darüber hinaus drohten noch einige Bäume auf die Fahrbahn zu stürzen. Vorsorglich fällte die Feuerwehr auch diese, um weitere Unfällen zu verhindern.

Fußgänger stürzt in Forchheim

Aufgrund der Witterungsverhältnisse stürzte am Samstagmorgen ein 57-jähriger Fußgänger in der Dreikirchenstraße. Er zog sich eine Kopfplatzwunde zu und wurde zur ambulanten Versorgung in ein Krankenhaus gebracht.

Unfälle durch Wintereinbruch in Mittelfranken

Der erneute plötzliche Wintereinbruch sorgte am gestrigen Samstag für schneeglatte Straßen in der Region Dinkelsbühl. Die Dinkelsbühler Polizei musste zu zwei Verkehrsunfällen ausrücken.

Bereits gegen 09:15 Uhr fuhr eine 20-jährige Frau mit ihrem Pkw auf der Staatsstraße 2221 von Unterschwaningen kommend in Richtung Ansbach. Infolge auftretender Straßenglätte kam sie im Kreisverkehr schließlich von der Fahrbahn ab und rutschte gegen die Leitplanke.

Die Frau blieb unverletzt. Sowohl am Fahrzeug als auch an der Leitplanke entstand lediglich geringer Sachschaden im Gesamtwert von 900 EUR.

Kurz darauf um 09:30 Uhr wurde eine Streife nach Wilburgstetten gerufen. Dort war ein 42-jähriger Mann aus Italien mit seinem Pkw auf der B25 von Wilburgstetten in südliche Richtung unterwegs. Auf Höhe des Bahnübergangs geriet er aufgrund schneeglatter Fahrbahn und mög-licherweise nicht angepasster Geschwindigkeit ins Schleudern und prallte anschließend gegen die Lichtzeichenanlage des Schienenverkehrs und die daneben befindliche Leitplanke.

Der Fahrer blieb unverletzt. Aufgrund des Aufpralls wurden jedoch sämtliche Airbags im Fahrzeug ausgelöst, sodass der Pkw letztlich abgeschleppt werden musste. Hiebei entstand Sachschaden von ca. 19.000,-- Euro. Nach Zahlung einer Sicherheitsleistung konnte der ausländische Pkw Fahrer seinen Weg fortsetzen.

Unfall bei Burgthann

Am 05.01.19, gegen 09:15 Uhr, rutschte ein 38-jähriger Neumarkter mit seinem Pkw an der Einmündung Ortsteil Bachmühle / B8 bei Burgthann aufgrund winterlicher Straßenverhältnisse in Verbindung mit seiner gefahrenen Geschwindigkeit auf die B8. Hierbei kollidierte er mit dem Richtung Pfeifferhütte fahrenden Pkw eines 40-jährigen Neumarkters. Der Gesamtschaden beträgt 25.000 Euro. Verletzt wurde niemand.

Unfall mit Gegenverkehr im Laubental

Am Samstagvormittag ereignete sich in den Serpentinen im Laubental ein Verkehrsunfall mit Personenschaden auf schneebedeckter Fahrbahn. Ein 47-jähriger Schwabacher befuhr die B13 von Weißenburg kommend Richtung Eichstätt. Aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit geriet er mit seinem PKW in einer Rechtskurve nach links in den Gegenverkehr und kollidierte mit dem PKW einer 28-jährigen Dietfurterin. Die Fahrzeuginsasssen wurden dabei leicht verletzt. An den beiden PKW`s entstand Sachschaden in Höhe von 15.000,- Euro.

Glätteunfall bei Heroldsberg

Am Samstagmorgen sollte eine 85jährige Rollstuhlfahrerin durch einen Fahrdienst zu einem Arztbesuch nach Nürnberg verbracht werden. Der Fahrer aus Eckental näherte sich auf der B 2, Höhe Heroldsberg-Nord, langsam der roten Ampel. Der hinter ihm fahrende 27jährige Pkw-Fahrer, ebenfalls aus Eckental, fuhr auf der schneebedeckten Fahrbahn offensichtlich mit nicht angepasster Geschwindigkeit, weshalb er ins Rutschen kam. Er versuchte noch nach links auszuweichen, traf das Fahrzeug dennoch hinten links, wodurch Fahrer und Insassin leicht verletzt wurden. Der Unfallverursacher blieb unverletzt. Sein Pkw musste jedoch abgeschleppt werden.

Auf der Fahrt zum Einsatzort ereignete sich dann für einen Angehörigen der freiwilligen Feuerwehr Großgeschaidt ein kurioser Unfall. Dieser geriet ebenfalls auf schneeglatter Fahrbahn in einem Großgeschaidter Wohngebiet ins Rutschen, durchfuhr eine Hecke und landete schließlich mit seinem Pkw in einem Privatanwesen auf dem Rasen. Er blieb glücklicherweise unverletzt. Es entstand nur geringer Sachschaden

Wetter bleibt winterlich

Eine Besserung der Verhältnisse ist aktuell nicht in Sicht. Bis Montag könnte es auch in tieferen Lagen bis zu 50 Zentimeter Neuschnee geben, in den Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen sogar bis zu einem Meter. Die Wetteraussichten für Bayern und Franken lesen sie in unserer Wettervorschau. In den Bergen herrschte verbreitet große Lawinengefahr. Auch im Schwarzwald und auf der Alb erwartete der DWD zeitweise kräftigen Schneefall.

Flughafen in München: Flüge werden annuliert

Am Münchner Flughafen führte der Schnee schon am Samstagvormittag zu Beeinträchtigungen. Einige Flüge wurden annulliert, außerdem kam es zu Verspätungen. "Einzelne Airlines sind beeinträchtigt", sagte eine Sprecherin am Morgen. Fluggäste sollten sich im Internet über verspätete Starts und Landungen informieren.