Die Landwirtschaft Bayerns produziert vielfältige Lebensmittel und nachwachsende Rohstoffe und gehört damit zu einer der führenden Kernregionen der Land- und Ernährungswirtschaft in Europa. 

Im Jahr 2019 betrug die landwirtschaftlich genutzte Fläche in Bayern laut dem Bayerischen Agrarbericht 2020 insgesamt etwa 3,1 Millionen Hektar. Davon wurden 65 % für den Ackerbau genutzt. Die restlichen 35 % machten das Dauergrünland aus.  Seit 1970 ist ein Rückgang des Dauergrünlandanteils zu beobachten. Das hat negative Auswirkungen auf das Landschaftsbild, die Biodiversität und auch den Zustand von Gewässern. Ebenso bringt der Rückgang eine Erosionsgefährdung der genutzten Flächen mit sich.

In der Karte ist der Anteil des Dauergrünlandes an der landwirtschaftlich genutzten Fläche in den Landkreisen und Städten Frankens im Jahr 2016 dargestellt. Je kräftiger das grün, desto größer ist der Anteil an Dauergrünland in der jeweiligen Region. Aufgrund der geringeren Niederschläge sind in Nordbayern teilweise Gebiete vorzufinden, die fast nur ackerbaulich genutzt werden. 

Um den Rückgang des Dauergrünlandanteils zu stoppen, ist eine Umwandlung von Dauergrünland seit 2015 nur noch dann möglich, wenn es vom zuständigen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten genehmigt wird. Seit dieser Regelung zeigt sich eine Stabilisierung des Dauergrünlandanteils.

Immer weniger landwirtschaftliche Betriebe

Die Anzahl landwirtschaftlicher Betriebe nimmt über die Zeit hinweg ab. Wie aus dem Agrarbericht hervorgeht, liegt die jährliche Abnehmrate aktuell bei circa 0,7 Prozent pro Jahr. Dieser Rückgang ist auch in der Grafik zu erkennen, die veranschaulicht, wie sich die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe im Jahr 2016 gegenüber dem Jahr 2010 entwickelt hat. Beispielsweise gab es im Landkreis Bamberg 2016 insgesamt 195 Betriebe weniger als im Jahr 2010. Im Landkreis Aschaffenburg hingegen ist die Anzahl im gleichen Zeitraum um 12 Betriebe gestiegen.

Etwa ein Drittel der landwirtschaftlichen Betriebe Deutschlands befindet sich in Bayern. Trotz der weniger werdenden Betriebe ist in Bayern nach wie vor eine flächendeckende Bewirtschaftung sichergestellt. Laut dem Bundesinformationszentrum Landwirtschaft hängt der Rückgang der landwirtschaftlichen Betriebe mit einem generellen Strukturwandel zusammen.  So ist in sämtlichen Bereichen eine Entwicklung hin zu weniger aber dafür größeren Betrieben zu erkennen, denn obwohl immer mehr Betriebe wegfallen, bleibt die landwirtschaftlich genutzte Fläche relativ konstant. Für die Landwirtinnen und Landwirte hat diese Entwicklung auch positive Folgen, denn der Betrieb wird für sie teilweise kostengünstiger. Je größer die Fläche, desto besser die Maschinenauslastung und je mehr Betriebsmittel benötigt werden, desto günstiger werden diese. Durch den Strukturwandel entsteht in der Landwirtschaft aber auch ein erhöhter Wachstumsdruck. Gerade die Betreiber der kleineren Betriebe stehen oft zwischen der Entscheidung, entweder hohe Kredite aufzunehmen um sich zu vergrößern oder den Betrieb ganz aufzugeben.

Maßnahmen zum Klimaschutz

Auf der Weltklimakonferenz 2015 in Paris wurde das gemeinsame rechtlich verbindende Ziel festgelegt, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2° Celsius gegenüber den vorindustriellen Werten zu halten. Durch verschiedene Maßnahmen soll der Anstieg der Temperatur auf 1,5° begrenzt werden. Mit dem bayerischen Klimaschutzgesetz hat Bayern sich 2019 zu konsequentem Handeln verpflichtet. Auch die Landwirtschaft soll dazu beitragen, dem Ziel näherzukommen. 

Zu den Maßnahmenbereichen zählen laut des Agrarberichts:

  • Der Ausbau des Ökolandbaus in Bayern
  • Die Förderung von Humuserhalt und -aufbau im Ackerland
  • Die Erforschung, Förderung und Umsetzung klimaverträglicher landwirtschaftlicher Moornutzung
  • Die Reduktion der Treibhausgasemissionen aus der Nutztierhaltung
  • Die Nutzung der Potentiale der erneuerbaren Energien
  • Ein effizienter, klimaschonender Umgang mit Betriebsmitteln, insbesondere Stickstoffdüngern
  • Eine Klimaschutzberatung im Rahmen von „LandSchafftEnergie“
  • Die Intensivierung der Forschung zur klimaangepassten und klimaschonenden Landwirtschaft
  • Die Stärkung des Klimabewusstseins durch Projekte der Ländlichen Entwicklung und LEADER
  • Bildungsmaßnahmen zum Klimaschutz in Hauswirtschaft und Landwirtschaft
  • Die Reduzierung der Lebensmittelverschwendung