Welche Sieben-Tage-Inzidenz ist entscheidend dafür, ob Schüler in den Unterricht und Kinder in die Kitas dürfen? Um diese Frage stritten sich die bayerischen Regierungsparteien CSU und Freie Wähler zuletzt. Während die Christsozialen an dem zuvor in Bayern geltenden Grenzwert von 100 festhalten wollten, drängten die Freien Wähler darauf, sich der in der Bundesnotbremse festgelegten Marke von 165 anzuschließen.

Nun haben sich die Parteien geeinigt - auf einen Stufenplan, wie der Bayerische Rundfunk berichtet: Ab Montag, 10. Mai 2021, dürfen manche Klassen zurück in den Unterricht. Nach den Pfingstferien ist der nächste Schritt geplant. Zunächst profitieren vor allem Grundschüler.

Unterricht in Bayern: Das ändert sich in den Schulen

Ab Montag (10.05.2021) sind in Bayern wieder deutlich mehr Grundschüler im Präsenzunterricht als bisher. Für die Klassenstufen eins bis drei ist dann Unterricht bis zu einem Inzidenzwert von 165 in ihrem Landkreis oder ihrer kreisfreien Stadt möglich. Bisher lag die Grenze bei einem Wert von 100 - wo er höher war, durften nur Viertklässler in die Schule, da sie als Abschlussklasse gelten.

Bis zu einer örtlichen Inzidenz von 50 bleibt es bei der bisherigen Regelung: Präsenzunterricht für alle Grundschüler - ohne Mindestabstand. Zwischen 50 und 165 muss ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden. Wo das nicht geht, gibt es Wechselunterricht. Über einem Inzidenzwert von 165 dürfen nur Viertklässler in die Schule, alle anderen Klassenstufen lernen zu Hause.

Für die Grundstufe der Förderzentren einschließlich der Schulvorbereitenden Einrichtungen gilt bis zu einer Inzidenz von 50 weiterhin das Gleiche wie für Grundschulen: voller Präsenzunterricht ohne Mindestabstand. In den übrigen Jahrgangsstufen der Förderzentren und den übrigen Förderschulen gibt es Präsenzunterricht mit Mindestabstand oder Wechselunterricht.

Unterricht an Förder- und weiterführenden Schulen: Große Änderungen nach Pfingsten geplant

Neu: Bei einer Inzidenz zwischen 50 und 165 werden die Jahrgangsstufen 1 bis 6 aller Förderschulen in der Schule unterrichtet - bei Einhaltung des Mindestabstands die ganze Klasse, ansonsten halbe Gruppen im Wechsel. Hier wird also ebenfalls der Grenzwert von 100 auf 165 angehoben. Die anderen Jahrgangsstufen dürfen bis zu den Pfingstferien weiterhin nur bei einer Inzidenz bis 100 in die Schule. Nach den Pfingstferien (ab 7. Juni) soll für alle der Grenzwert 165 gelten. Wird die Inzidenz von 100 bzw. 165 überschritten, dürfen nur Abschluss- und Viertklässler in die Schule. Alle anderen müssen zu Hause lernen.

Neben Lockerungen im Unterricht rückt auch das Thema Impfungen für Kinder immer näher. Der Impfstoff von Biontech könnte schon im Juni für Kinder freigegeben werden.

An Mittel-, Real- und Berufsschulen, an Gymnasien sowie Fach- und Berufsoberschulen ändert sich bis zu den Pfingstferien nichts: Bei einer Inzidenz bis 100 gibt es an weiterführenden Schulen in Bayern für alle Jahrgangsstufen Wechselunterricht - oder Präsenzunterricht mit Mindestabstand, wo das möglich ist.

Über dem Wert von 100 sind nur Elft- und Abschlussklässler an den Schulen.

Betreuung in Kitas: Nur ältere Kinder betroffen

Für Kindergärten und -krippen ändert sich vorerst nichts. Bei einer örtlichen Inzidenz bis 50 dürfen sie ganz normal öffnen, zwischen 50 und 100 ist ein "eingeschränkter Regelbetrieb vorgeschrieben - also die Betreuung in festen Gruppen. Ist der Inzidenzwert höher als 100, dürfen die Kindergärten und Krippen nur eine Notbetreuung anbieten.

Angehoben wird der Grenzwert von 100 auf 165 "ausschließlich für die Betreuung von Schülerinnen und Schülern", wie es in der neuen Corona-Verordnung des Freistaats heißt. Das betrifft Kinderhorte, aber auch altersgemischte Einrichtungen in Bezug auf Schulkinder.