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Fürth
Sorgerecht

Bayern: Familiengerichte ordnen im Jahr 2017 1816 Mal Entzug des Sorgerechtes an

Die Nachricht ist auf den ersten Blick gut. 2017 wurde weniger Eltern das Sorgerecht entzogen als im Jahr zuvor. Eine positive Entwicklung. Aber trotzdem: In 1816 Fällen in Bayern wurde der Entzug gerichtlich angeordnet.
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Nicht jedes Kind hat es bei seinen Eltern daheim gut. In solchen Fällen kann es zum Entzug des Sorgerechtes durch ein Familiengericht kommen. Symbolbild, Foto: Patrick Pleul
Nicht jedes Kind hat es bei seinen Eltern daheim gut. In solchen Fällen kann es zum Entzug des Sorgerechtes durch ein Familiengericht kommen. Symbolbild, Foto: Patrick Pleul
Familiengerichte in Bayern haben im vergangenen Jahr Eltern seltener das Sorgerecht für ihre Kinder entzogen als noch 2016. In 1816 Fällen wurde der Entzug teilweise oder vollständig gerichtlich angeordnet, wie das bayerische Landesamt für Statistik am Mittwoch in Fürth mitteilte. 2016 zählte das Landesamt noch 2063 solcher Maßnahmen. Dabei wird das Sorgerecht für das Kind oder den Jugendlichen an das Jugendamt oder einen Vormund übertragen.

Wegen Kindswohlgefährdung wurden laut Mitteilung im vergangenen Jahr insgesamt 3466 gerichtliche Maßnahmen eingeleitet - mit 1760 waren mehr Jungen als Mädchen (1706) betroffen. Familiengerichte können Kontaktverbote zu den Kindern verhängen oder einem Elternteil vorübergehend den Zugang zu der Familienwohnung verbieten.

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