München
Streik

Bayerische Brauer im Streik: Auch fränkische Brauerei betroffen - Lieferengpässe möglich

Die bayerischen Brauer sollen mehr Geld bekommen - darüber sind sich Arbeitgeber und Gewerkschaft einig. Mit einem Warnstreik und einer Demonstration am Dienstag in München übt die Gewerkschaft Druck auf den Bayerischen Brauerbund aus.
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Die Brauer im Freistaat verzeichnen steigende Umsätze. Davon sollen jetzt auch die Angestellten profitieren. Symbolbild: Jan Woitas/dpa
Die Brauer im Freistaat verzeichnen steigende Umsätze. Davon sollen jetzt auch die Angestellten profitieren. Symbolbild: Jan Woitas/dpa

Eine-Wanderung am 1. Mai ohne Bier? Soweit wird es wohl nicht kommen. Mit Engpässen bei der Lieferung sei aber zu rechnen, berichtet die Gewerkschaft !Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG)". Der Grund: Am Dienstag streiken die Angestellten mehrerer deutscher Brauereien.

Zudem soll mit einer Demonstration in München Druck auf die Arbeitgeber ausgeübt werden. Die Gewerkschaft erwartet zur Kundgebung Brauer aus Unterfranken, Niederbayern, der Oberpfalz, Schwaben und Oberbayern - so berichtet die Deutsche-Presse-Agentur.

Jedes vierte Bier in Deutschland kommt aus Bayern

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes setzten die bayerischen Brauer im vergangenen Jahr knapp 24 Millionen Hektoliter ab - ein Plus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit stammt jedes vierte in Deutschland gebraute Bier aus Bayern.

"Hinzu kommt der wachsende Markt mit alkoholfreien Sorten, die in der Bilanz nicht enthalten sind" erklärt Regina Schleser von der "NGG". Der Gesamtbierabsatz dürfte laut dem "Bayerischen Brauerbund" bei 26,7 Hektolitern gelegen haben.

Der bayerische Brauerbund schätzt den Pro-Kopf-Verbrauch im Freistaat auf 135 Liter Bier im Jahr. "Der Bierdurst führt zu steigenden Umsätzen in der Branche. Davon sollen jetzt auch die Beschäftigten etwas haben", so Gewerkschafterin Regina Schleser in einer Pressemitteilung der "NGG".

Steigende Arbeitsbelastung in den Brauereien

"Die Beschäftigten klagen schon lange über eine steigende Arbeitsbelastung", sagt Schleser. Die Jobs in der Brauerei setzten immer höhere Anforderungen voraus, gerade weil sie zunehmend hoch technisiert sind. Das müsse sich für die Angestellten lohnen. "Andernfalls wird es für Braumeister zunehmend schwerer, Azubis und Fachkräfte zu gewinnen."

Die "NGG" macht nun mit einem Warnstreik Druck auf die Arbeitgeber. Am Dienstag (30. April 2019), zwei Tage vor den nächsten Tarifverhandlungen, streiken zehn Betriebe in Bayern.

Von Streiks betroffen ist vor allem München

Von den Aktionen ist die Produktion und zum Teil die Logistik von zehn Brauereien im Freistaat betroffen. Mit "Paulaner", "Augustiner", "Hofbräu" und "Spaten" haben unter anderem vier große Münchner Betriebe Streiks angekündigt. Auch bei "Würzburger Hofbräu", "Kulmbacher Brauerei" und "Auerbräu" in Rosenheim soll es unter anderen zu Arbeitsniederlegungen kommen- so der Bayerische Rundfunk.

Zudem erwartet die Gewerkschaft laut BRrund 200 Teilnehmer aus ganz Bayern zum Protestzug in München - darunter auch Mitarbeiter von Brauereien, die gerade nicht im Dienst sind. Das Ziel ist der Sitz des Bayerischen Brauerbundes.

Gewerkschaft fordert Lohnerhöhung von 6,5 Prozent

Die "NGG" fordert für die 10.000 Beschäftigten der Branche eine Lohnerhöhung von 6,5 Prozent bei einem Jahr Laufzeit, so die dpa. Das Argument: Nach dem Rekordsommer 2018 mit vielen Überstunden hätten die Angestellten sich mehr Gehalt verdient.

Der Bayerische Brauerbund stimmt damit überein. Doch um die geforderte Zahl gibt es Streit. Bei der letzten Verhandlung boten die Arbeitgeber eine Erhöhung um fünf Prozent - jedoch für zwei Jahre und nicht für eines.

Nächste Tarifverhandlung ist am Donnerstag in München

Brauerbund-Geschäftsführer Lothar Ebbertz teilte mit, dass in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und anderen Regionen inzwischen Abschlüsse über 3,0 Prozent im ersten und 2,3 Prozent im zweiten Jahr erreicht worden seien.Er sei für die bayerische Verhandlungsrunde am Donnerstag (2. Mai 2019) in München optimistisch. Dort wird sich zeigen, ob sich die beiden Seiten am Verhandlungstisch einigen können.

Der Deutschen-Presse-Agentur zu folge hatten die bayerischen Brauereien ihren Absatz im vergangenen Jahr um gut drei Prozent auf 2,46 Milliarden Maß Bier gesteigert. Ein Viertel davon ging in den Export. Außerdem stieg der Absatz alkoholfreier Biere um zehn Prozent auf 200 Millionen Maß.

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