Aschheim
Wirtschaftliche Krise

Autozulieferer stellt Insolvenzantrag: Angestellte in Franken vor unsicherer Zukunft

Der Automobilzulieferer Schlemmer hat Insolvenz angemeldet. Bereits vor Weihnachten stellte das Unternehmen, dass auch ein Werk in Franken hat, den Antrag - völlig unbemerkt von der Öffentlichkeit.
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Wie am Samstag bekannt wurde, hat der Automobilzulieferer Schlemmer einen Insolvenzantrag gestellt. Symbolfoto: Bernd Weißbrod/dpa
Wie am Samstag bekannt wurde, hat der Automobilzulieferer Schlemmer einen Insolvenzantrag gestellt. Symbolfoto: Bernd Weißbrod/dpa

Automobilzulieferer Schlemmer stellt Insolvenzantrag - auch Arbeitsplätze in Franken betroffen: Wie der Bayerische Rundfunk und die Wirtschaftswoche übereinstimmend berichten, hat der bayerische Automobilzulieferer Schlemmer einen Antrag auf Insolvenz gestellt. Der Zulieferer, der seinen Hauptsitz in Aschheim bei München hat, betreibt auch in Franken ein Werk.

Haßfurt: Schlemmer mit mehr als 200 Angestellten

Mehr als 200 Mitarbeiter der weltweit 3800 Beschäftigten seien laut BR im unterfränkischen Haßfurt beschäftigt. Im Interview mit dem Sender sagte der Bürgermeister der Stadt, Günther Werner: "Das kommt völlig überraschend für uns." Weiter sagt er, er wolle in den nächsten Tagen das Gespräch mit der Geschäftsführung suchen.

Wie die WirtschaftsWoche schreibt, hätte Schlemmer eigentlich vom Aufwärtstrend der Automobilindustrie profitieren müssen - stellte aber überraschend den Insolvenzantrag. Laut Informationen des Magazins war das bereits am 19. Dezember passiert.

Bereits zwei Monate zuvor stellte eine Tochter der Schlemmer Group Antrag auf Eigenverwaltungsverfahren. Wie aus einer Pressemitteilung des Unternehmens zu entnehmen ist, musste das in Berlin ansässige Unternehmen HOPPEam 10. Oktober das Verfahren einleiten. Ursachen: "Die aktuelle konjunkturelle Lage in der Automobilbranche sowie eine damit verbundene kritische Auslastungssituation hatten zur Zahlungsunfähigkeit geführt," heißt es in der Meldung.

Am Standort Haßfurt produziert der Autozulieferer in erster Linie Kabelschutzsysteme, die für Autos, aber auch Motorräder und Lkws verwenden werden. Durch den gemeldeten Hauptsitz in München wird auch dort am Gericht über das Insolvenzverfahren verhandelt.

Auch beim Coburger Automobilzulieferer Brose stehen Veränderungen. Laut Stoschek sind diese notwendig, damit Brose nicht "ins zweite Glied rückt".