Augsburg
Diskriminierung

"Ich vermiete nur an Deutsche" - Wohnungseigentümer muss hohe Strafe zahlen

Wegen Diskriminierung eines aus nicht Deutschland stammenden Mietinteressenten muss ein Vermieter eine hohe Strafe zahlen. Außerdem entschied das Gericht, dass der Wohnungseigentümer nicht noch einmal eine Anzeige ausschließlich "an Deutsche" schalten dürfe.
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In Augsburg musste ein Vermieter Strafe zahlen, da er seine Wohnung ausschließlich an "Deutsche" vermieten wollte. SymbolFoto: Foto: Tim Brakemeier/dpa
In Augsburg musste ein Vermieter Strafe zahlen, da er seine Wohnung ausschließlich an "Deutsche" vermieten wollte. SymbolFoto: Foto: Tim Brakemeier/dpa

Wegen der Diskriminierung eines aus Afrika stammenden Mietinteressenten muss ein Wohnungseigentümer nun 1000 Euro Entschädigung an den Interessenten zahlen. Das Amtsgericht Augsburg entschied am Dienstag zudem, dass der Vermieter nicht noch einmal ein Inserat mit einer Formulierung aufgeben dürfe, wonach er nur "an Deutsche" vermiete. Ansonsten droht dem Eigentümer ein hohes Ordnungsgeld.

"Menschen begehen Verbrechen, nicht Staatsangehörigkeiten"

Das Gericht gab damit der Klage des aus Burkina Faso stammenden Interessenten vollständig statt. "Diese offene Benachteiligung von Ausländern ist schlichtweg nicht hinnehmbar", sagte Richter Andreas Roth. Der Mietinteressent hatte in dem Prozess berichtet, dass bereits das erste Telefonat von dem Vermieter beendet wurde, als klar war, dass er Migrationshintergrund habe.

Der Wohnungseigentümer hatte eingeräumt, dass er nur an deutsche Staatsangehörige vermieten wolle. Der 81-Jährige begründete dies damit, dass er in seinem Haus einmal Ärger mit einem angeblich türkischen Drogendealer gehabt habe. "Verbrechen und Vergehen werden von Menschen begangen, nicht von Staatsangehörigen", sagte der Richter dazu.

Erschwerte Wohnungssuche für Menschen mit Migrationshintergrund

In der Vergangenheit hatten schon andere Gerichte Ausländern Schadenersatz zugesprochen, wenn sie bei Wohnungsvermietungen wegen ihrer Herkunft abgewiesen wurden. Nach Einschätzung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes fühlen sich etwa 70 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund bei der Wohnungssuche diskriminiert.