Augsburg
Gerichtsurteil

Pädophiler Kinderarzt missbraucht über 20 Jungen: Er muss fast 13 Jahre ins Gefängnis

In Augsburg wurde ein Kinderarzt zu zwölf Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Er gab zu, mehr als 20 Kinder missbraucht zu haben. Er darf nie wieder als Arzt arbeiten, ihm droht eine Sicherungsverwahrung.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der 44-Jährige zeigte sich vor dem Landgericht Augsburg geständig. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Der 44-Jährige zeigte sich vor dem Landgericht Augsburg geständig. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Wegen des Missbrauchs von rund 20 Buben ist ein Kinderarzt zu einer Haftstrafe von 12 Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Das Augsburger Landgericht ordnete außerdem an, dass der 44 Jahre alte Mediziner anschließend in Sicherungsverwahrung muss. Zudem bekam der Mann ein lebenslanges Berufsverbot als Arzt.

Kinderarzt Harry S.: Langjährige Haftstrafe für pädophilen Mediziner

Der Kinderarzt hatte alle Vorwürfe schon vorab zugegeben. Der Mann hatte immer wieder in Augsburg und München Kinder auf der Straße oder dem Spielplatz angesprochen, ihnen Spielzeug versprochen und sie dann in nahe Gebäude geführt. In Kellern oder Tiefgaragen missbrauchte er sie. Er verging sich zudem an Söhnen von Freundinnen. So hatte er bei Reisen nach Nürnberg und nach Florida die Buben in Hotelzimmern missbraucht.

Die schwerwiegendste Tat beging der Mann im August 2014 im niedersächsischen Garbsen. Dort entführte der Arzt einen Fünfjährigen in seine Wohnung in Hannover, wo er damals an der Medizinischen Hochschule arbeitete. Der Mann zwang das Kind, ein Narkosemittel einzunehmen und verging sich an dem Jungen. Danach setzte er das benommene Kind wieder aus.

Deshalb hob der Bundesgerichtshof das Urteil auf

Das Augsburger Gericht hatte den Mann schon einmal zu 13 Jahren und sechs Monaten Gefängnis und Sicherungsverwahrung sowie zu einem Berufsverbot verurteilt. Dieses Urteil hatte der Bundesgerichtshof allerdings aufgehoben. In den neuen Verfahren musste die Schuldfähigkeit des Mannes noch einmal genau geprüft werden. Die Richter in Karlsruhe bemängelten, dass bei dem pädophilen Mann nicht ausreichend geprüft worden sei, ob er wegen seiner Krankheit bei den Taten vermindert schuldfähig gewesen sei. In dem neuen Prozess kamen die Gutachter aber wieder zu dem Ergebnis, dass der Mediziner voll schuldfähig ist.

Lesen Sie zusätzlich auf inFranken.de: Mittelfranken - Vier Lkw krachen auf A9 zusammen: Fahrer schwebt in Lebensgefahr