Eichstätt
Kirche

Umstrittener Priesteranwärter in Bayern soll Samstag geweiht werden

Am Samstag soll ein Priesteranwärter, der sich 2013 rassistisch geäußert hatte, zum Diakon geweiht werden. Ein Bischof gibt ihm eine zweite Chance.
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Am Samstag soll ein Priesteranwärter, der sich 2013 rassistisch geäußert hatte, zum Diakon geweiht werden. Ein Bischof gibt ihm eine zweite Chance. Symbolbild: Jochen Lübke dpa/lni
Am Samstag soll ein Priesteranwärter, der sich 2013 rassistisch geäußert hatte, zum Diakon geweiht werden. Ein Bischof gibt ihm eine zweite Chance. Symbolbild: Jochen Lübke dpa/lni
Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke hält einen wegen rassistischer Äußerungen umstrittenen Priesteramtskandidaten für geläutert und will ihn deshalb am Samstag zum Diakon weihen. "Antisemitismus und rechtsradikales Gedankengut haben in der katholischen Kirche nichts zu suchen", sagte Hanke am Mittwoch vor Journalisten.

Der Theologiestudent habe aber eine zweite Chance verdient gehabt. Der künftige Priester soll sich über Konzentrationslager der Nationalsozialisten lustig gemacht und Adolf Hitler imitiert haben. Er flog nach innerkirchlicher Klärung des Vorfalls deshalb 2013 aus dem Würzburger Priesterseminar.

Hanke sagte, das Fehlverhalten des Theologiestudenten sei psychotherapeutisch aufgearbeitet worden. Der Priesteramtsanwärter habe sich mit Flucht und Migration befasst und seine private Wohnung einige Monate mit einem Flüchtling geteilt. Zeugnisse und Gutachten von Begleitern und Anleitern fielen positiv aus. Deshalb stehe für ihn fest, "dass ich ihn zur Weihe zulassen kann". Als unterste der drei Weihestufen in der katholischen Kirche ist die Diakonenweihe Voraussetzung für die Priesterweihe.