SPD-Spitzenkandidat Christian Ude (SPD) schließt eine große Koalition nach der bayerischen Landtagswahl 2013 nicht aus. Einen Kabinettsposten werde er in einer möglichen CSU/SPD-Regierung jedoch nicht annehmen, sagte der Münchner Oberbürgermeister der Zeitung "Die Welt" (Donnerstag). In einem solchen Bündnis wäre die CSU wahrscheinlich der größere Partner. "Dann gibt es für mich keine Notwendigkeit, vom Rathaus ins Maximilianeum zu wechseln", sagte Ude.

Auch ein Angebot als "Superminister" für Wirtschaft, Technologie und Infrastruktur in einer großen Koalition unter Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer würde er nicht annehmen. Ein solches Ministerium habe nur klägliche Finanzmittel. "Da bleibe ich lieber im Rathaus", sagte Ude der Zeitung. Ude muss allerdings 2014 als OB abtreten, da er mit dann 66 Jahren nicht noch einmal als Rathauschef bei der Kommunalwahl kandidieren darf. Seine Sozialdemokraten streben mit Grünen und Freien Wählern in Bayern einen Regierungswechsel an.

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt spottete: "Dass Ude so schnell die Waffen streckt und der CSU ein Koalitionsangebot macht, ist schon eine Enttäuschung." So wenig Siegeszuversicht beim SPD-Kandidaten für sein Dreierbündnis mit Grünen und FW lasse "auf ein gravierendes Motivationsproblem" schließen. "Der Münchner OB sollte sich zuerst über sich selbst klar werden, mit welcher Ernsthaftigkeit er seine Kandidatur überhaupt betreibt, bevor er sich die Mühe macht, Bayern geografisch kennen zu lernen", sagte Dobrindt. dpa