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Online-Petition

Nur einen Tag für die Nachprüfung lernen? Abiturient startet Online-Petition

Mit einer Online-Petition wollen Jugendliche erreichen, dass die Bekanntgabe der Abiturnoten auf 2. Juni vorverlegt wird.
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Ende Mai beginnen die Abi-Prüfungen. Am 19. Juni sollen die Noten bekannt gegeben werden, Zu spät finden viele Schüler und fordern eine Vorverlegung von der Politik.  Foto: Tobias Kleinschmidt, dpa
Ende Mai beginnen die Abi-Prüfungen. Am 19. Juni sollen die Noten bekannt gegeben werden, Zu spät finden viele Schüler und fordern eine Vorverlegung von der Politik. Foto: Tobias Kleinschmidt, dpa
Bald ist es soweit: An den Gymnasien starten bald die Abiturprüfungen - für viele Schüler eine stressige Zeit, vor der viele Bammel haben. Schließlich geht es darum, möglichst viele Punkte zu sammeln, um die Prüfungen zu bestehen und die Allgemeine Hochschulreife zu erhalten.

Doch der diesjährige G8-Jahrgang beklagt eine massive Ungerechtigkeit und viele Schüler machen ihrem Frust jetzt Luft - auch in Franken. Darum geht es: Die Bekanntgabe der Abiturprüfungsnoten soll am 19. Juni stattfinden. Nur einen Tag vor dem Beginn der Nachprüfungen.

Abiturienten aber bestehen auf einen früheren Termin: "Wir möchten, dass der Termin früher stattfindet, da durch unerklärliche Gründen uns schon eine Woche Vorbereitungszeit vor den Kolloquien genommen wird und uns bei dem späten Termin auch Vorbereitungszeit für die Nachprüfungen genommen wird", kritisiert Gymnasiast Florian Bigelmaier. Die Folge: Viele Schüler werden wohl die Pfingstferien mit der Angst verbringen, ihre Prüfung nicht bestanden zu haben.

Für Unverständnis sorgt zudem, dass die Noten ohnehin bereits vor den Pfingstferien feststehen.
Daher hat Bigelmaier nun die Online-Petition "Abi-Notenbekanntgabe am 2. Juni" auf der Plattform Openpetition.de gestartet, bei der sich bis gestern schon fast 17 000 Menschen eingetragen haben. Vor allem auch in Oberfranken in den Landkreisen Bamberg, Forchheim oder Kronach unterstützen viele Jugendliche diesen Vorstoß.

Hier können Sie die Online-Petition unterschreiben!
Eine Abiturientin aus Kronach sagt gegenüber inFranken.de: "Uns wird einfach eine Woche geklaut. Unser Gymnasium kommt uns zwar entgegen und will die Termine für die Nachprüfungen nach hinten verlegen, aber trotzdem wäre ein früherer Termin für die Notenbekanntgabe wirklich besser. Sogar unsere Lehrer sind alles andere als begeistert." Rund 200 Jugendliche machen heuer in Kronach ihr Abi und sind von der Notenbekanntgabe betroffen. Die Kronacherin hofft, dass die Petition zu einem Umdenken bei Politikern führt: "Das Kultusministerium sollte an uns Schüler denken und reagieren. Ich hoffe, dass es rasch abgeändert wird - auch dank der Petition."

Doch egal, wie viele Menschen diese Forderung im Internet unterstützen - rechtlich bindend für die Staatsregierung in München ist die Petition nicht. Grundsätzlich kann nämlich jeder eine Petition einreichen - das ist im Grundgesetz so geregelt. Per Post, Fax oder Online-Petition kann man sein Anliegen einreichen. Die einzige Vorgaben: Name, Anschrift und Unterschrift des "Petenten". Ein Petitionsausschuss prüft schließlich die Zuständigkeit. Der Vorschlag wird danach in monatlichen Sitzungen behandelt.
Die Prüfung läuft immer gleich ab, egal ob sie von einer Person stammt - oder sie eben Tausende Unterstützer hat. Bei Online-Petitionen geht es vor allemum Aufmerksamkeit. Das sagt auch Florian Bigelmaier: "Wir möchten die Petition als besseres Argument zum Überzeugen von Politikern verwenden."


So stehen die Chancen

Doch wie stehen die Chancen der Petition über die Abi-Notenbekanntgabe? Nicht schlecht, auch wenn es wohl dieses Jahr nichts mehr mit einer Terminänderung wird. Aber Carolin Völk vom Kultusministerium erklärt: "Der Termin für die Bekanntgabe der Prüfungsnoten wird aktuell einer Prüfung unterzogen. Hierbei sind sowohl die Gewährleistung eines sachgemäßen Ablaufs der Abiturprüfung an den Schulen als auch die Situation der diesjährigen Abiturientinnen und Abiturienten zu berücksichtigen."

Die Landtags-SPD winkt dagegen ab. Deren bildungspolitischer Sprecher, Martin Düll, meint: "Eine Vorverlegung auf den 2. Juni ist wegen des Grundsatzes der Gleichheit nicht möglich, denn auch bei anderen Abitur-Jahrgängen war es so." Düll verweist auf den Handlungsspielraum der Schulen der Festsetzung der Prüfungstermine.


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