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Reformationstag

31. Oktober: Warum der Reformationstag in Bayern nur 2017 ein Feiertag ist

Der Reformationstag am 31. Oktober ist im Jahr 2017 ein gesetzlicher Feiertag - auch in Bayern. Somit können sich die Arbeitnehmer, die Brückentage frei genommen haben, freuen.
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Martin Luther Foto: Jan Woitas, dpa
Martin Luther Foto: Jan Woitas, dpa

Reformationstag 2017: erstmals ein bundesweiter Feiertag. Normalerweise ist dieser Tag kein gesetzlicher Feiertag - zumindest in Bayern. Auch in anderen Bundesländern ist der Reformationstag nur im Jahr 2017 ein Feiertag. Allerdings gibt es in einigen Bundesländern Bestrebungen, der Tag als regelmäßigen Feiertag einzuführen - vor allem in Niedersachsen. 

Doch zumindest an diesem Dienstag, 31. Oktober 2017, wird der Tag in allen Bundesländern gefeiert. Damit haben auch die Menschen in Franken in diesem Jahr 14 Feiertage. Und wer geschickt Brückentage frei genommen hat, verschafft sich ein extra langes Wochenende oder gar eine ganze Woche frei. 

Zu verdanken haben die Arbeitnehmer das Martin Luther, der vor genau 500 Jahren den Grundstein für die Reformation legte und  seine 95 Thesen am 31. Oktober 1517 an die Tür der Wittenberger Schlosskirche angeschlagen haben soll.   Aber warum der Tag dieses Jahr arbeitsfrei ist, ob das auch 2018 noch so ist und was es damit auf sich hat, dazu gleich mehr. 

Noch einmal zurück zu den glücklichen Arbeitnehmer: Für die arbeitende Bevölkerung in Bayern ist besonders schön: Sie haben gleich zwei Tage hintereinander frei. Denn der Tag darauf, Mittwoch, 1. November ist Allerheiligen, also auch ein Feiertag. Für die Schüler und Lehrer in Bayern ändert sich nichts, denn sie haben ohnehin Herbstferien. 

Wer dann noch Montag, 30. Oktober, den Brückentag frei nimmt, kann sich über ein extra langes Wochenende freuen. Wer ganz clever war, hat sich mit drei Brückentagen eine Extra Woche Ferien eingeplant. 

Und am 31. können alle Halloweenfans schon früher auf die Party starten, denn der Reformationstag fällt auch immer mit Halloween zusammen. Und weil der Tag darauf Allerheiligen, ein stiller Feiertag ist, kann die Halloweenfeier sowieso nicht so lange gehen. 

Ein freier Tag mehr: Reformationstag 2017 wird Feiertag

Der Reformationstag 2017, ein Dienstag, ist kein Arbeitstag. Grund für den neuen Feiertag ist der Tag des 500. Reformationsjubiläums. Die Reformation ist die Erneuerungsbewegung der Kirche, angestoßen durch  Martin Luther, die schließlich im protestantischen Glauben mündete.


Bedeutung: Ein Tag der evangelischen Christen

Der Reformationstag wird von evangelischen Christen gefeiert im Gedenken an die Reformation der Kirche durch Martin Luther.

Eigentlich wollte der Theologe Luther die Kirche lediglich reformieren, als er 1517 die 95 Thesen veröffentlichte. Ob Luther sie tatsächlich am 31. Oktober 1517 an die Schlosskirche zu Wittenberg geschlagen hat, ist umstritten. 

Ob angeschlagen oder nicht, in seinen Thesen kritisierte er den Ablasshandel der Kirche. Mit den sogenannten Ablassbriefen konnten sich Gläubigen und ihre verstorbenen Angehörigen von Sünden freikaufen. 

Diese Geschäfte kritisierte Luther in seinen Thesen aufs Schärfste. Eigentlich wollte er damit die Kirche reformieren, herauskam am Ende eine Spaltung.


Innenminister von Bayern, Joachim Herrmann (CSU), erklärte, dass man mit dem einmaligen Feiertag an die große Bedeutung der Reformation sowohl für das Christentum weltweit als auch besonders für Bayern erinnern wolle.


2017 wird der Reformationstag zum Feiertag in Bayern - einmalig


Eine große Mehrheit der Erwachsenen in Bayern wünschen sich, dass der Tag dauerhaft ein Feiertag bleibt. Das ging aus einer Umfrage hervor.

In Niedersachsen zeichnet sich die Einführung des Feiertags ab 2018 ab. CDU und SPD favorisieren dafür den Reformationstag (31. Oktober), wie die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ (Samstag) berichtete. Beide Parteien beraten zurzeit über die Bildung einer großen Koalition in dem Bundesland.

„Ich plädiere sehr dafür, dass wir den Reformationstag nicht nur im Jubiläumsjahr, sondern dauerhaft zu einem Feiertag machen“, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Er wolle das Thema in den Koalitionsverhandlungen, aber auch mit allen anderen im Landtag vertretenen Parteien und den Religionsgemeinschaften besprechen.

CDU-Landeschef Bernd Althusmann äußerte die Hoffnung auf Gespräche mit den Kirchen und der Wirtschaft. Niedersachsen habe im Vergleich mit den süddeutschen Ländern sehr wenige Feiertage. In Niedersachsen gebe es neun, in Bayern dagegen 13 gesetzliche Feiertage.  Evangelische Kirchenvertreter in Niedersachsen und Bremen haben sich immer wieder für einen dauerhaften Feiertag am 31. Oktober ausgesprochen. Bei den anderen Religionsgemeinschaften in Niedersachsen ist das Echo geteilt. Die Katholiken befürworten eher den Buß- und Bettag als Feiertag, die jüdischen Gemeinden lehnen den Reformationstag mit Hinweis auf Martin Luthers Judenfeindlichkeit ab.

Dienstag, 31. Oktober 2017: Ein einmaliger Feiertag

Auch in den Bundesländern, in denen der Reformationstag kein alljährlicher gesetzlicher Feiertag ist, werde er 2017 zu einem einmaligen Feiertag erhoben.

In Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, und Thüringen ist der Reformationstag sowieso gesetzlicher Feiertag. In Baden-Württemberg haben die Schüler schulfrei.

Am 31. Oktober 2017 erinnern Protestanten an das 500. Reformationsjubiläum - der Überlieferung nach schlug Martin Luther am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel der Kirche an die Tür der Wittenberger Schlosskirche. Ebenfalls am 31. Oktober wird Halloween gefeiert. mit epd und dpa